Ein Schlüsselbeinbruch ist eine häufige traumatische Verletzung, die durch die Unterbrechung der Kontinuität des Schlüsselbeins (Clavicula) infolge eines direkten Schlages oder eines Sturzes entsteht. Eine frühzeitige Beurteilung, Schmerztherapie und Stabilisierung der Fraktur bilden die Grundlage der medizinischen Behandlung.
Die Symptome eines Schlüsselbeinbruchs äußern sich durch plötzlich einsetzende Schmerzen im Schulterbereich, Bewegungseinschränkungen und eine sichtbare Fehlstellung. Die klinische Untersuchung beurteilt Druckschmerz und Funktionsverlust und ermöglicht eine genaue Einschätzung der Schwere der Verletzung.
Die Diagnose eines Schlüsselbeinbruchs beginnt in der ersten Stufe mit einer konventionellen Röntgenaufnahme, durch die die Lokalisation der Fraktur, ihre Winkelstellung und das Ausmaß der Fragmentverschiebung bestimmt werden. Falls erforderlich, trägt eine Computertomographie zur detaillierten anatomischen Analyse komplexer Frakturtypen bei.
Eine Operation bei einem Schlüsselbeinbruch wird insbesondere bei deutlicher Fragmentverschiebung, mehrfragmentären Frakturen oder funktionell risikobehafteten Fällen bevorzugt. Die Stabilisierung erfolgt durch eine Platten-Schrauben-Fixierung; die postoperative Rehabilitation unterstützt die sichere Wiederherstellung des Bewegungsumfangs der Schulter.
| Was Sie wissen sollten | Informationen |
| Definition | Ein Schlüsselbeinbruch (Claviculafraktur) ist eine Fraktur des zwischen Schulter und Brustkorb gelegenen Schlüsselbeins. Er gehört zu den häufigsten Knochenbrüchen und tritt insbesondere nach Stürzen auf. |
| Häufigkeit | Er macht etwa 5 % aller Knochenbrüche aus. Am häufigsten tritt er im mittleren Drittel des Knochens auf. |
| Ursachen | – Direkte Schläge auf die Schulter infolge eines Sturzes- Sportverletzungen (Radfahren, Fußball, Skifahren usw.)- Verkehrsunfälle- Geburtsbedingte Traumata bei Neugeborenen |
| Symptome | – Starke Schmerzen im Frakturbereich- Schwellung, Blutergüsse- Druckschmerz, der sich bei Bewegung verstärkt- Fehlstellung oder Vorwölbung entlang der Frakturlinie- Unfähigkeit, den Arm zu bewegen |
| Diagnoseverfahren | – Körperliche Untersuchung zur Beurteilung von Druckschmerz und Fehlstellung- Direkte Röntgenaufnahmen (anteroposterior und schräg)- Bei Bedarf detaillierte Bildgebung mittels CT |
| Klassifikation | – Frakturen des mittleren Drittels (am häufigsten)- Frakturen des lateralen Endes- Frakturen des medialen Endes- Einteilung in verschobene und nicht verschobene Frakturen |
| Behandlung – Konservativ | – Bei nicht verschobenen oder nur gering auseinanderstehenden Frakturen:– Armschlinge (Achtverband oder Mitella)– Schmerzmittel und Schonung– Funktionelle Rehabilitation durch Physiotherapie |
| Behandlung – Operativ | – Bevorzugt bei mehrfragmentären, deutlich verschobenen oder verkürzten Frakturen- Interne Fixierung mit Platte und Schrauben- Besonders häufig bei Sportlern und jungen aktiven Personen angewendet |
| Postoperativer Verlauf | – In den ersten 2–3 Wochen Schonung- Ab der 3. Woche passive und aktive Übungen- Nach 6–8 Wochen können die meisten Patienten zu normalen Aktivitäten zurückkehren- Die Knochenheilung wird mittels Röntgen kontrolliert |
| Komplikationen | – Verzögerte Knochenheilung oder ausbleibende Heilung- Beschwerden durch das Implantat (Vorstehen oder Druckgefühl)- Nerven- oder Gefäßverletzungen (selten)- Keloidbildung oder auffällige Narbenbildung |
| Heilungsdauer | – Bei konservativer Behandlung durchschnittlich 6–8 Wochen- Nach einer Operation erfolgt die Knochenheilung in einem ähnlichen Zeitraum, die vollständige funktionelle Wiederherstellung kann jedoch mehrere Monate dauern |
| Prognose | Bei angemessener Behandlung ist die Erfolgsquote hoch. Bei verschobenen Frakturen kann durch eine Operation eine schnellere funktionelle Wiederherstellung und ein geringeres Risiko einer Fehlstellung erreicht werden. |
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Was ist ein Schlüsselbeinbruch?
Ein Schlüsselbeinbruch ist der Bruch der Clavicula, die sich zwischen Schulter und Brustkorb befindet. Er entsteht meist infolge eines Sturzes, einer Sportverletzung oder eines direkten Schlages. Schmerzen in der Schulter, Schwellungen, Fehlstellungen und Bewegungseinschränkungen des Arms können auftreten. Leichte Frakturen heilen in der Regel mit einer Armschlinge und Schonung, während bei verschobenen Frakturen eine operative Behandlung erforderlich sein kann. Bei richtiger Therapie heilt der Knochen in den meisten Fällen vollständig.
Warum kommt ein Schlüsselbeinbruch so häufig vor?
Die große Häufigkeit von Schlüsselbeinbrüchen beruht auf der besonderen anatomischen Struktur dieses Knochens. Das Schlüsselbein ist nicht gerade wie ein Stock, sondern weist von oben betrachtet eine S-förmige Krümmung auf. Diese Form erhöht zwar seine Elastizität, macht bestimmte Bereiche jedoch anfälliger. Die schwächste Stelle befindet sich genau in der Mitte des Knochens. Betrachtet man die Statistiken, zeigt sich, dass der überwiegende Teil der Frakturen genau in diesem mittleren Abschnitt auftritt.
Die beiden Enden des Knochens, also die Bereiche, die mit dem Brustkorb und dem Schulterblatt verbunden sind, werden durch sehr starke Bänder stabilisiert. Der mittlere Abschnitt verfügt jedoch nicht über diese kräftige Bandunterstützung und ist biomechanisch anfälliger. Zudem liegt das Schlüsselbein unmittelbar unter der Haut. Es wird weder von einer dicken Muskelschicht noch von einem Fettpolster geschützt. Dadurch ist der Knochen gegenüber äußeren Gewalteinwirkungen besonders verletzlich. Ein kräftiger Schlag auf die Schulter überträgt die Kraft direkt auf das Schlüsselbein, das dann an seiner schwächsten Stelle – ähnlich wie ein Ast – bricht.
Welche Symptome treten bei einem Schlüsselbeinbruch auf?
Kommt es nach einem Trauma zu einem Schlüsselbeinbruch, reagiert der Körper sehr eindeutig darauf. Patienten berichten häufig, dass sie im Moment des Sturzes oder Aufpralls ein Geräusch aus dem Knochen gehört oder gespürt haben. Die klinischen Symptome sind jedoch meist typisch und erleichtern die Diagnose erheblich. Zu den häufigsten Beschwerden unserer Patienten gehören:
- Starke Schmerzen
- Bewegungseinschränkung
- Lokaler Druckschmerz
- Schwellung
- Blutergüsse
- Fehlstellung
- Krepitation
- Hautzeltbildung
- Herabhängen der Schulter
Besonders das Absinken der Schulter und die sichtbare Fehlstellung sind sehr typische Zeichen. Wenn sich die Frakturenden voneinander entfernen, kann das Knochenende unter der Haut spitz nach oben ragen und die Haut nach oben drücken, wodurch ein zeltartiges Erscheinungsbild entsteht. Dies ist sowohl schmerzhaft als auch optisch belastend für den Patienten.
Durch welche Mechanismen entsteht ein Schlüsselbeinbruch?
Für das Entstehen einer Fraktur ist in der Regel ein hochenergetisches Trauma erforderlich. Einfache Stöße im Alltag führen normalerweise nicht zu einem Bruch dieses Knochens. Betrachtet man die Entstehungsmechanismen, ist entscheidend, wie die Kraft auf den Knochen übertragen wird. Das häufigste Szenario ist ein direkter Sturz auf die Schulter, während der Arm am Körper anliegt. Dabei gelangt die vom Boden ausgehende Gegenkraft über die Schulter in das Schlüsselbein, verläuft entlang des Knochens und führt an seiner schwächsten Stelle durch Biegung zum Bruch.
Auch indirekt einwirkende Kräfte können eine Fraktur verursachen. Beispielsweise kann bei einem Sturz auf die ausgestreckte Hand die Kraft vom Handgelenk über den Arm bis zur Schulter übertragen werden und dort zum Bruch des Schlüsselbeins führen. In seltenen Fällen können sogar sehr starke Muskelkontraktionen, etwa bei epileptischen Anfällen, einen Bruch verursachen. Zu den häufigsten Unfallarten, die einem Schlüsselbeinbruch zugrunde liegen, gehören:
- Fahrradunfälle
- Motorradunfälle
- Fußballverletzungen
- Kampfsportverletzungen
- Skiunfälle
- Verkehrsunfälle
- Stürze aus großer Höhe
- Reitunfälle
Warum entstehen nach einem Bruch eine Verkürzung und eine Deformität der Schulter?
Wenn das Schlüsselbein bricht, ist es nahezu unmöglich, dass die Fragmente an ihrer ursprünglichen Position bleiben. Der Grund dafür liegt in den starken Muskeln der Schulterregion und der Schwerkraft, die auf die Knochenfragmente einwirken. Das Verständnis dieser biomechanischen Kräfte ist entscheidend, um zu erkennen, warum manche Frakturen nicht von selbst korrekt verheilen können. Unmittelbar nach der Fraktur beginnt in der Schulterregion gewissermaßen ein „Tauziehen“.
Der innere Teil des gebrochenen Knochens, also der Abschnitt in Richtung Hals, wird von der kräftigen seitlichen Halsmuskulatur nach oben gezogen. Gleichzeitig wird der äußere, schulternahe Teil des Knochens sowohl durch das Eigengewicht des Arms als auch durch die Zugkraft der Brust- und Rückenmuskulatur nach unten und innen verlagert. Durch diese entgegengesetzt wirkenden Kräfte trennen sich die beiden Frakturenden und überlagern sich häufig.
Infolgedessen wird die Schulter schmaler und der Knochen verkürzt sich. Diese Verkürzung und Verschiebung lassen sich nicht einfach mit einer Armschlinge korrigieren. Kein äußerer Verband ist stark genug, um dauerhaft der Zugkraft einiger der kräftigsten Muskeln des Körpers, wie der Brust- und Rückenmuskulatur, entgegenzuwirken. Deshalb besteht bei verschobenen Frakturen ein hohes Risiko für eine bleibende Fehlstellung.
Welche bildgebenden Verfahren werden zur Diagnose eines Schlüsselbeinbruchs eingesetzt?
Obwohl die körperliche Untersuchung bereits deutliche Hinweise auf das Vorliegen einer Fraktur liefert, ist für die Behandlungsplanung eine detaillierte radiologische Untersuchung erforderlich. Standardröntgenaufnahmen werden zunächst angefertigt, können jedoch bei Schlüsselbeinfrakturen irreführend sein. In der üblichen anteroposterioren Projektion kann sich das Schlüsselbein mit dem Brustkorb und dem Schulterblatt überlagern. Dadurch können das tatsächliche Ausmaß der Fraktur, der Grad der Fragmentierung und vor allem die Verkürzung des Knochens unterschätzt werden.
Aus diesem Grund verwenden wir in der Orthopädie eine spezielle Projektion, die als „Zanca-Aufnahme“ oder „Cephalad-Tilt-Aufnahme“ bezeichnet wird. Dabei wird der Röntgenstrahl nicht von vorne, sondern in einem Winkel von etwa 45 Grad von oben nach unten gerichtet. Durch diesen speziellen Winkel wird das Schlüsselbein aus dem Schatten der übrigen Knochen hervorgehoben und die Lage der Frakturenden im Raum deutlich sichtbar.
Außerdem sollten die Röntgenaufnahmen möglichst im Stehen angefertigt werden. Im Liegen fällt die Schulter nach hinten und die Fraktur kann stabiler erscheinen, als sie tatsächlich ist. Erst im Stehen wirkt die Schwerkraft auf den Arm, wodurch die tatsächliche Fehlstellung und Verkürzung sichtbar werden. Dieses Bild ist entscheidend für die Behandlungsplanung. Bei mehrfragmentären Frakturen oder komplexen Verletzungen mit Gelenkbeteiligung können zusätzlich folgende bildgebende Verfahren eingesetzt werden:
- Computertomographie
- Farbdoppler-Ultraschall
- Angiographie
- Thoraxröntgen
Welche Risikosituationen bestehen bei einem Schlüsselbeinbruch?
Ein Schlüsselbeinbruch ist nicht nur ein Problem des Knochens. Direkt unter dem Schlüsselbein verlaufen die Hauptgefäße, welche den Arm versorgen, sowie die Nervenbahnen, die für dessen Beweglichkeit verantwortlich sind. Außerdem befindet sich die Lungenspitze unmittelbar unter diesem Knochen. Die scharfen Frakturenden können diese Strukturen in seltenen Fällen verletzen.
Deshalb beschränkt sich unsere Untersuchung nicht allein auf die Schulter. Wir kontrollieren sorgfältig den Puls am Handgelenk, die Beweglichkeit der Finger und das Tastempfinden. Besteht Atemnot, veranlassen wir unbedingt eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs, um auszuschließen, dass ein Frakturfragment das Lungenfell verletzt und einen Pneumothorax verursacht hat. Der Verdacht auf eine Gefäß- oder Nervenverletzung verändert den gesamten Behandlungsverlauf und erfordert eine sofortige medizinische Intervention.
Für wen eignet sich die konservative Behandlung eines Schlüsselbeinbruchs?
Nicht jede Fraktur muss operiert werden. Besonders bei Kindern und Jugendlichen, in der Regel unter 18 Jahren, ist die Fähigkeit der Knochen zur Selbstheilung und Korrektur außergewöhnlich hoch. Selbst wenn die Frakturenden überlappen oder gewinkelt sind, kann der Körper diese Fehlstellung im Laufe der Zeit ausgleichen. Deshalb ist bei Kindern die konservative Behandlung nahezu immer die erste Wahl.
Bei Erwachsenen wird eine konservative Behandlung angewendet, wenn die Frakturenden nicht voneinander getrennt sind, keine Verkürzung vorliegt und die Knochenkontinuität weitgehend erhalten ist. Ziel ist es dabei nicht, den Knochen aktiv zusammenzuhalten, sondern die Schulter ruhigzustellen, die Schmerzen zu kontrollieren und die natürliche Knochenheilung abzuwarten. Ist der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten für eine Operation ungeeignet oder besteht nur ein sehr geringes Aktivitätsniveau, beispielsweise bei bettlägerigen oder sehr alten Patienten, kann auch bei einer leicht schiefen Heilung auf eine Operation verzichtet werden, da dadurch meist keine wesentliche funktionelle Einschränkung entsteht. Zu den konservativen Hilfsmitteln gehören:
- Armschlinge
- Velpeau-Verband
- Achtverband
Welche Herausforderungen bringt die konservative Behandlung mit sich?
Früher ging man davon aus, dass der sogenannte Achtverband durch das Zurückziehen der Schultern die Fraktur korrigiert. Aktuelle Studien zeigen jedoch, dass dieser Verband die Frakturenden nicht wesentlich besser ausrichtet und zugleich erhebliche Komfortprobleme wie Druck in den Achselhöhlen oder Nervenkompressionen verursachen kann. Deshalb werden heute meist einfache Armschlingen bevorzugt.
Das größte Risiko der konservativen Behandlung bei Erwachsenen besteht jedoch in einer ausbleibenden Knochenheilung (Nonunion) oder einer Fehlheilung (Malunion). Sind die Frakturenden stark voneinander entfernt, können Weichteile zwischen sie geraten, sodass sich die Knochenenden nicht mehr berühren. In diesem Fall heilt der Knochen nicht zusammen. Selbst wenn eine Heilung erfolgt, kann sie verkürzt oder in Fehlstellung erfolgen. Dies kann zu einer dauerhaften Schulterabsenkung, Kraftverlust und einer sichtbaren Knochenvorwölbung führen.
Wann ist eine Operation bei einem Schlüsselbeinbruch erforderlich?
Bei erwachsenen Patienten, insbesondere bei Menschen mit einem aktiven Lebensstil, hat sich das Behandlungskonzept in den letzten Jahren deutlich verändert. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass bei mehrfragmentären und verschobenen Frakturen eine Operation deutlich bessere Ergebnisse liefert. Sind die Frakturenden im Röntgenbild voneinander getrennt, besteht eine Verkürzung von mehr als 2 cm oder liegt eine sogenannte Schmetterlingsfragment-Fraktur vor, ist eine Operation die beste Wahl.
Der Grund dafür ist einfach: Während bei einer konservativen Behandlung das Risiko einer ausbleibenden Heilung bei solchen Frakturen etwa 15–20 % beträgt, sinkt es durch eine Operation auf etwa 1–2 %. Zudem kehren operierte Patienten wesentlich schneller an ihren Arbeitsplatz und in ihr soziales Leben zurück. Da die Schulteranatomie wiederhergestellt wird, treten langfristig weder Schulterermüdung noch Kraftverlust auf.
Unsere Behandlungsphilosophie besteht hierbei in einem „Risikowechsel“. Anstatt den Patienten mit einer konservativen Behandlung einem hohen Risiko für eine ausbleibende Heilung und monatelange Schmerzen auszusetzen, bevorzugen wir die sehr geringen Operationsrisiken und gegebenenfalls einen späteren einfachen Eingriff zur Entfernung der Schrauben. Für Menschen mit körperlich aktiver Arbeit, Sportler und Personen, die ihren Arm intensiv nutzen, gilt die operative Stabilisierung als Goldstandard. Zusammengefasst ist eine Operation in folgenden Situationen erforderlich:
- Ausgeprägte Verkürzung
- Offene Frakturen
- Gefäßverletzung
- Nervenverletzung
- Gefährdung der Haut
- Mehrfachfrakturen
- Ausbleibende Knochenheilung
Welche Verfahren werden bei der Operation eines Schlüsselbeinbruchs angewendet?
Wenn wir uns für eine Operation entscheiden, besteht unser Hauptziel darin, den Knochen auf seine ursprüngliche Länge zurückzubringen und in dieser Position zu stabilisieren. Dafür werden heute vor allem zwei Verfahren eingesetzt: die Platten-Schrauben-Fixierung und die intramedulläre Nagelung. Beide Methoden haben ihre eigenen Vorteile, und die Wahl richtet sich nach der Erfahrung des Chirurgen sowie der Art der Fraktur.
Platten- und Schraubenosteosynthese: Dies ist das am häufigsten angewandte und zuverlässigste Verfahren. Über einen Schnitt entlang der Frakturlinie wird der Knochen freigelegt. Die Fragmente werden wie ein Puzzle zusammengesetzt und anschließend mit einer anatomisch geformten Titanplatte stabilisiert, die mit Schrauben befestigt wird. Dieses Verfahren eignet sich besonders gut für mehrfragmentäre Frakturen. Sein größter Vorteil besteht in der sehr stabilen Fixierung, die bereits am Tag nach der Operation Bewegungen erlaubt.
Intramedulläre Nagelung: Bei diesem Verfahren ist kein großer Hautschnitt erforderlich. In den Markraum des Knochens wird, meist vom Schulterende oder vom inneren Ende des Schlüsselbeins aus, ein Titanstab (elastischer Nagel) eingebracht. Dieser richtet die Frakturfragmente im Inneren des Knochens wie auf einer Schnur aufgereihte Perlen aus. Das Verfahren ist kosmetisch günstiger, eignet sich jedoch nicht für alle Frakturtypen. Insbesondere bei stark mehrfragmentären Frakturen kann es schwierig sein, die ursprüngliche Knochenlänge zu erhalten.
Bei beiden Verfahren ist es nicht ungewöhnlich, dass das eingesetzte Metall nach abgeschlossener Heilung wieder entfernt werden muss. Da das Schlüsselbein sehr oberflächlich unter der Haut liegt, können Platten bei schlanken Patienten beispielsweise beim Tragen eines Sicherheitsgurts oder eines Rucksacks Beschwerden verursachen. In diesem Fall werden die Implantate nach vollständiger Knochenheilung, meist nach etwa einem Jahr, in einem einfachen Eingriff entfernt.
Wie verläuft die Heilung nach einem Schlüsselbeinbruch?
Auch wenn die Operation erfolgreich verläuft, hängt ein großer Teil des Behandlungserfolgs vom anschließenden Heilungsprozess ab. Die Rehabilitation gleicht einem Marathon und darf nicht überstürzt werden. Unser Rehabilitationsprogramm orientiert sich in der Regel an der biologischen Geschwindigkeit der Knochenheilung. Ziel ist es, eine Einsteifung des Schultergelenks während der Knochenheilung zu verhindern.
- Erste Phase (1.–4. Woche): In diesem Zeitraum wird eine Armschlinge getragen. Der Arm darf jedoch nicht vollständig ruhiggestellt werden. Das Schultergelenk reagiert sehr empfindlich auf Immobilisation und kann rasch versteifen. Deshalb beginnen wir bereits am Tag nach der Operation mit Pendelübungen. Der Patient beugt sich nach vorne, lässt den Arm frei nach unten hängen und bewegt ihn in kleinen Kreisen. Bewegungen des Ellenbogens und des Handgelenks sind vollständig erlaubt. Das aktive Anheben des Arms über Schulterhöhe oder das Tragen von Gewichten ist in dieser Phase jedoch streng verboten.
- Zweite Phase (5.–8. Woche): Sobald auf den Röntgenkontrollen Heilungsgewebe sichtbar wird, wird die Armschlinge abgenommen. Nun beginnt der Patient, den Arm mit eigener Muskelkraft anzuheben. Mithilfe von Übungen wie dem „Wandklettern“ wird der Bewegungsumfang der Schulter erweitert. Ziel ist es, dass der Patient den Arm bis zum Ende der 8. Woche vollständig anheben kann.
- Dritte Phase (9.–12. Woche): Sobald der Knochen ausreichend stabil ist, beginnt das Krafttraining. Mit Widerstandsbändern und leichten Hanteln werden die Muskeln rund um die Schulter gestärkt. Es sollte nicht vergessen werden, dass während der längeren Ruhigstellung Muskelabbau auftritt und die Wiederherstellung der ursprünglichen Muskelkraft Zeit benötigt.
Wann ist die Rückkehr zum Sport und zur Arbeit möglich?
Dies ist die Frage, die unsere Patienten am häufigsten beschäftigt. Menschen mit einer Bürotätigkeit können in der Regel bereits 1–2 Wochen nach der Operation wieder arbeiten. Bei Personen, die körperlich arbeiten, hängt die Rückkehr jedoch von der vollständigen Knochenheilung ab und kann bis zu 3 Monate dauern.
Die Rückkehr zum Sport ist noch sensibler. Mit kontaktlosen Sportarten wie Laufen oder stationärem Radfahren kann in der Regel ab der 6. Woche begonnen werden. Für Kontaktsportarten wie Fußball, Basketball oder Ringen sowie für Aktivitäten mit Sturzgefahr muss der Knochen jedoch vollständig und stabil verheilt sein. Dies dauert meist zwischen 4 und 6 Monaten. Eine zu frühe Rückkehr erhöht das Risiko einer erneuten Fraktur erheblich, da der Knochen noch nicht vollständig belastbar ist. Solche Zweitfrakturen sind wesentlich schwieriger zu behandeln. Die Voraussetzungen für die Rückkehr zum Sport sind:
- Voller Bewegungsumfang des Gelenks
- Schmerzfreie Aktivität
- Radiologisch nachgewiesene Knochenheilung
- Gleiche Muskelkraft auf beiden Seiten
- Freigabe durch den behandelnden Arzt
Häufig gestellte Fragen
Welche Symptome treten bei einem Schlüsselbeinbruch auf?
Welche Ursachen führen am häufigsten zu einem Schlüsselbeinbruch?
Welche Untersuchungen werden zur Diagnose eines Schlüsselbeinbruchs durchgeführt?
Wann ist bei einem Schlüsselbeinbruch eine Operation erforderlich?
Wie wird ein Schlüsselbeinbruch operiert?
Wie lange dauert die Heilung nach einem Schlüsselbeinbruch?
Ist nach einem Schlüsselbeinbruch Physiotherapie erforderlich?
Welche Probleme können entstehen, wenn ein Schlüsselbeinbruch nicht behandelt wird?
Wann kann man nach einem Schlüsselbeinbruch wieder Sport treiben?
Welche Beschwerden nach einem Schlüsselbeinbruch sollten dringend ärztlich abgeklärt werden?

Prof. Dr. Murat Demirel, 1974 yılında Ankara’da doğmuş, 1998 yılında Ankara Üniversitesi Tıp Fakültesi’nden mezun olmuştur. Aynı yıl Ankara Numune Eğitim ve Araştırma Hastanesi 1. Ortopedi ve Travmatoloji Kliniği’nde uzmanlık eğitimine başlamış ve 2004 yılında Ortopedi ve Travmatoloji Uzmanı unvanını almıştır. Uzmanlık sonrası dönemde kas-iskelet sistemi hastalıklarının cerrahi ve konservatif tedavilerine odaklanmış, yenilikçi ortopedik yaklaşımları klinik pratiğine entegre etmiştir.
Omuz, diz, kalça ve ayak bileği eklemlerine yönelik ileri düzey cerrahi uygulamalarda uzmanlaşan Prof. Dr. Demirel; omuz artroskopisi, diz protezi, robotik cerrahi, kök hücre tedavisi ve PRP uygulamaları konularında deneyim sahibidir. Güncel ortopedi pratiğinde fonksiyonel sonuçları artıran minimal invaziv ve biyolojik tedavi yöntemlerini önceliklendirmektedir.
Halen Ankara’daki özel kliniğinde ortopedi ve travmatoloji alanında hasta kabul eden Prof. Dr. Murat Demirel, ileri görüntüleme teknolojileri ve multidisipliner yaklaşımla kişiye özel tedavi planları oluşturmaktadır. Cerrahi ve rejeneratif ortopediyi birleştiren vizyoner yaklaşımıyla, hareket sistemi hastalıklarının tedavisinde yaşam kalitesini merkeze alan modern çözümler sunmaktadır.

