Eine Schulterlabrumruptur ist eine Verletzung des Knorpelrings im Schultergelenk. Das Labrum ist eine Struktur, die das Gelenk stabilisiert. Bei einem Riss kann es zu Schulterschmerzen, einem Instabilitätsgefühl und Bewegungseinschränkungen kommen. Sie tritt häufiger bei Sportlern und bei wiederholten Belastungen auf.
Zu den Symptomen einer Schulterlabrumruptur gehören tief sitzende Schulterschmerzen, das Gefühl, dass die Schulter auskugeln könnte, wiederkehrende Luxationen und Klickgeräusche während der Bewegung. Besonders bei Wurfbewegungen, Hebebewegungen und plötzlichen Richtungswechseln verstärken sich die Beschwerden und beeinträchtigen den Alltag.
Die Diagnose wird anhand der klinischen Untersuchungsbefunde und einer Magnetresonanztomografie (MRT) gestellt. Die MR-Arthrografie stellt Labrumrisse deutlicher dar. Eine korrekte Diagnose ist von großer Bedeutung, um einen geeigneten Behandlungsplan zu erstellen und unnötige Eingriffe zu vermeiden.
Die Behandlungsmöglichkeiten richten sich nach Art und Größe des Risses sowie nach dem Aktivitätsniveau des Patienten. In leichten Fällen werden konservative Methoden bevorzugt, während bei fortgeschrittenen Fällen eine arthroskopische Operation durchgeführt wird. Der Rehabilitationsprozess spielt eine entscheidende Rolle bei der Wiederherstellung der Schulterfunktion und der Vorbeugung erneuter Verletzungen.
| Was Sie wissen sollten | Information |
| Definition | Eine Schulterlabrumruptur ist ein Riss des fibroknorpeligen Labrums, das sich zwischen dem Humeruskopf und der Glenoidpfanne (Gelenkpfanne des Schulterblatts) befindet und für die Stabilität des Schultergelenks sorgt. Sie beeinträchtigt die Stabilität und verursacht Schmerzen. |
| Funktion des Labrums | – Vertieft die Schultergelenkpfanne und sorgt dafür, dass der Humeruskopf stabil in der Pfanne bleibt – Dient als Ansatzstelle für Bänder und die Gelenkkapsel – Unterstützt das Gleichgewicht während der Schulterbewegungen |
| Arten von Labrumrissen | – SLAP-Läsion: Ablösung des oberen Labrums an der Ansatzstelle der Bizepssehne (am häufigsten bei Sportlern) – Bankart-Läsion: Riss des unteren vorderen Labrums (tritt nach einer Schulterluxation auf) – Posteriorer Labrumriss: Entsteht an der Rückseite der Schulter (selten) |
| Ursachen | – Wiederholte Schulterluxationen – Sturz oder direktes Trauma – Übermäßige Belastungsbewegungen (Werfen, Gewichtheben) – Altersbedingte Degeneration |
| Symptome | – Tief sitzende Schulterschmerzen (insbesondere bewegungsabhängig) – Gefühl von „Blockieren“, „Klicken“ oder „Reiben“ – Kraftverlust – Bewegungseinschränkung – Wiederkehrendes Gefühl einer Schulterluxation |
| Diagnosemethoden | – Körperliche Untersuchungstests (O’Brien-, Speed- und Apprehension-Test) – MR-Arthrografie: Empfindlichste Methode zum Nachweis von Labrumrissen – Arthroskopie: Wird sowohl zur Diagnose als auch zur Behandlung eingesetzt |
| Behandlung – Konservativ | – Ruhe – Entzündungshemmende Medikamente – Kräftigung der Schultermuskulatur durch Physiotherapie – Wird bei leichten oder partiellen Rissen angewendet |
| Behandlung – Operativ | – Arthroskopische Labrumrekonstruktion: Reparatur des Risses mit speziellen Fadenankern – Labrum-Debridement: Entfernung des geschädigten Gewebes (in bestimmten Fällen) – Bankart-Rekonstruktion: Wird bei luxationsbedingten Rissen durchgeführt |
| Postoperativer Verlauf | – Verwendung einer Schulterorthese in den ersten 2–4 Wochen – Schrittweise Wiederherstellung der Beweglichkeit durch ein Physiotherapieprogramm – Kräftigungsübungen ab dem 3. Monat – Rückkehr zum Sport in der Regel nach 4–6 Monaten |
| Komplikationen | – Unzureichende Heilung oder erneuter Riss – Schultersteife – Operationsbedingte Infektion oder Nervenverletzung (selten) |
| Prognose | Mit einer geeigneten Behandlung und Rehabilitation wird bei den meisten Patienten eine vollständige Genesung erreicht. Bei Sportlern ist die Rückkehr zur ursprünglichen Leistungsfähigkeit nach einer arthroskopischen Rekonstruktion hoch. Eine frühzeitige Diagnose erhöht die Erfolgschancen. |
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Was ist das Schulterlabrum und welche Funktion hat es?
Um das Schultergelenk besser zu verstehen, stellen wir uns ein einfaches Bild vor: Dieses Gelenk besteht aus einer Kugel (dem Kopf des Oberarmknochens) und einer flachen Pfanne (dem Glenoid des Schulterblatts). Diese Pfanne ist im Vergleich zur Kugel recht flach und klein. Genau hier kommt das Labrum ins Spiel – ein ringförmiger, elastischer, aber stabiler Knorpel, der die Gelenkpfanne vollständig umgibt und wie eine Dichtung wirkt. Seine Aufgabe erscheint zwar einfach, ist für die Gesundheit der Schulter jedoch von unschätzbarem Wert.
Warum ist diese kleine Struktur für die Schulter so wichtig? Das Labrum erfüllt mehrere grundlegende Funktionen:
- Es vertieft die Gelenkpfanne: Das Labrum vergrößert die Tiefe und die Gelenkfläche der flachen Glenoidpfanne um nahezu 50 %. Man kann sich das vorstellen, als würde man einen Ring an den Rand eines flachen Tellers setzen und ihn dadurch in eine Schüssel verwandeln. Dadurch bleibt der wesentlich größere Oberarmkopf sicher in der Gelenkpfanne. Es wirkt gewissermaßen wie ein Unterlegkeil und erschwert das Auskugeln der Schulter.
- Es erzeugt einen Saugeffekt: Das Labrum haftet fest an den Gelenkflächen, wirkt wie eine Dichtung und erzeugt einen Unterdruck im Gelenk, also einen Vakuumeffekt. Diese Saugkraft zieht den Oberarmkopf in die Gelenkpfanne und erhöht die passive Stabilität des Gelenks. Wenn das Labrum reißt, wird diese Dichtung zerstört, der Vakuumeffekt geht verloren und das lästige Gefühl von „Spiel“ oder „Verrutschen“ in der Schulter entsteht.
- Es unterstützt die Bänder: Die wichtigsten Bänder (Ligamente), die das Schultergelenk zusammenhalten und stabilisieren, setzen direkt am Labrum an. Vor allem der Bandkomplex, der das Auskugeln der Schulter nach vorne verhindert, sowie die lange Sehne des Bizepsmuskels beziehen ihre Stabilität vom Labrum. Deshalb führen Labrumrisse häufig auch zu einer Funktionsstörung dieser Bänder und verursachen ein ausgeprägteres Stabilitätsproblem.
- Es vermittelt die Tiefensensibilität: Das Labrum und die mit ihm verbundenen Strukturen sind reich an Millionen von Nervenendigungen, die dem Gehirn ständig Informationen über die aktuelle Position und Bewegung des Gelenks übermitteln. Diese sogenannte Propriozeption ermöglicht es dem Gehirn, die Muskeln rund um die Schulter (wie die Rotatorenmanschette) in Echtzeit zu koordinieren. Bei einem Labrumriss wird dieses Kommunikationsnetz gestört. Das Timing der Muskulatur gerät aus dem Gleichgewicht und sie kann das Gelenk nicht mehr ausreichend schützen. Dadurch wird die Schulter noch anfälliger und neue Verletzungen werden begünstigt.
Was ist eine Schulterlabrumruptur?
Eine Schulterlabrumruptur ist eine Schädigung des fibroknorpeligen Gewebes (Labrum), das die Gelenkpfanne des Schultergelenks umgibt. Diese Struktur trägt dazu bei, dass der Oberarmkopf stabil in der Schulterpfanne bleibt. Ein Riss kann durch ein Trauma, wiederholte starke Belastungen oder plötzliche Zugkräfte entstehen. Er kann sich durch Schmerzen, ein Instabilitätsgefühl in der Schulter und Bewegungseinschränkungen bemerkbar machen. Die Behandlung kann aus Ruhe, Physiotherapie oder einer Operation bestehen.
Warum unterscheidet sich das Heilungspotenzial von Labrumrissen?
Ob ein Labrumriss von selbst verheilt oder wie erfolgreich eine Operation sein wird, hängt vollständig davon ab, an welcher Stelle sich der Riss befindet. Dafür gibt es einen einzigen grundlegenden Grund: die Blutversorgung. So wie eine Pflanze Wasser zum Wachsen benötigt, brauchen auch unsere Gewebe Blut, also den darin enthaltenen Sauerstoff und die Nährstoffe, um heilen zu können. Die Blutversorgung des Labrums ist jedoch nicht in allen Bereichen gleich.
Das Labrum erhält seine Blutgefäße hauptsächlich über seinen äußeren Rand, also dort, wo es an der Gelenkkapsel ansetzt. Sein innerer Rand, der zum Gelenk hin zeigt, ist dagegen nahezu vollständig gefäßlos. Dadurch entsteht ein regelrechtes „Heilungsparadoxon“.
- Oberes Labrum (Bereich der SLAP-Läsionen): Der obere Teil des Labrums, insbesondere die Ansatzstelle der langen Bizepssehne, ist der gefäßärmste Bereich. Das Gewebe dort ist dicht, fest und nur schlecht durchblutet. Außerdem befinden sich dort die wenigsten reparaturfördernden Zellen. Dieser biologische Nachteil erklärt, warum SLAP-Läsionen nur sehr geringe Chancen auf eine spontane Heilung haben und weshalb die Ergebnisse operativer Rekonstruktionen in diesem Bereich weniger vorhersehbar sind.
- Unteres Labrum (Bereich der Bankart-Läsionen): Im Gegensatz dazu ist der untere Teil des Labrums, insbesondere der vordere untere Bereich, der bei Schulterluxationen verletzt wird, sehr gut durchblutet. Dieser Bereich ist ein lebendiges und dynamisches Gewebe. Sein hoher Gehalt an Reparaturzellen erhöht das Heilungspotenzial traumatischer Risse erheblich. Deshalb weisen operative Rekonstruktionen von Bankart-Läsionen biologisch bedingt sehr hohe Erfolgsraten auf.
Dieses grundlegende biologische Prinzip erklärt, warum ein Orthopäde nicht jede Labrumverletzung gleich behandelt, sondern je nach Lokalisation des Risses und der individuellen Situation des Patienten unterschiedliche Behandlungsstrategien empfiehlt.
Welche Ursachen führen zu Schulterlabrumrissen?
Labrumrisse können durch verschiedene Mechanismen entstehen, die das Schultergelenk belasten. Die Art der Entstehung bestimmt meist auch den Typ und die Lokalisation des Risses. Zu den häufigsten Ursachen gehören:
Plötzliche Traumata: Dies ist eine der häufigsten Ursachen. Meist entstehen sie infolge einer plötzlichen und starken Krafteinwirkung auf die Schulter.
- Sturz auf die ausgestreckte Hand
- Direkter Schlag auf die Schulter
- Plötzliche kräftige Zugbewegung
- Gewaltsames Überstrecken des Arms über den Kopf
- Verkehrsunfälle
Schulterluxation: Sie ist die häufigste Ursache traumatischer Labrumrisse. Wenn der Oberarmkopf nach vorne aus der Gelenkpfanne springt, entsteht fast immer ein Riss im vorderen unteren Labrum, der als „Bankart-Läsion“ bezeichnet wird. Dies ist gleichzeitig die wichtigste Ursache für wiederkehrende Schulterluxationen.
Wiederholte Überlastungen: Diese Risse entwickeln sich im Laufe der Zeit durch die Ansammlung vieler kleiner, sich wiederholender Traumata. Anstelle eines einzelnen großen Ereignisses summieren sich Tausende kleiner Belastungen.
- Überkopfsportarten (Volleyball, Tennis, Schwimmen, Handball)
- Wurfsportarten (Baseball, Speerwurf)
- Berufe mit schwerem Heben oder wiederholten Überkopfbewegungen
Altersbedingter Verschleiß (Degeneration): Mit zunehmendem Alter verliert auch das Labrum – ähnlich wie unsere Haut – an Elastizität und Festigkeit. Es können Ausfransungen, Ausdünnungen und kleine Risse entstehen. Diese Risse treten meist bei Menschen über 40 Jahren auf und werden häufig zufällig bei einer MRT-Untersuchung der Schulter entdeckt, die aus einem anderen Grund durchgeführt wurde.
Welche Arten von Labrumrissen treten am häufigsten auf?
Labrumrisse werden danach eingeteilt, an welcher Stelle der Schulter sie auftreten und welche Art von Schädigung sie verursachen. Jede Rissart spiegelt einen anderen Verletzungsmechanismus wider und führt zu unterschiedlichen klinischen Problemen. Zu den häufigsten Labrumrissen gehören:
- SLAP-Läsion: Risse im oberen Bereich des Labrums an der Ansatzstelle der langen Bizepssehne. Sie entstehen meist durch wiederholte Überkopfbewegungen oder plötzliche Zugverletzungen.
- Bankart-Läsion: Ablösung des vorderen unteren Labrums von der Glenoidpfanne infolge einer vorderen Schulterluxation. Sie ist die typische Verletzung nach einer traumatischen Schulterluxation.
- Knöcherne (Bony) Bankart-Läsion: Zusätzlich zur Bankart-Läsion bricht ein Knochenfragment vom Rand der Glenoidpfanne ab. Dadurch wird die Schulterstabilität noch stärker beeinträchtigt.
- Posteriorer Labrumriss: Tritt seltener auf und entsteht meist infolge einer hinteren Schulterluxation oder wiederholter Belastungen nach hinten.
- Degenerativer Labrumriss: Altersbedingte Ausfransung und Abnutzung des Labrums. Verursacht häufig keine Beschwerden.
Welche Symptome verursacht ein Labrumriss?
Die Symptome eines Labrumrisses beginnen häufig schleichend und können leicht mit anderen Schultererkrankungen, beispielsweise einer Rotatorenmanschettenruptur, verwechselt werden. Einige typische Beschwerden liefern jedoch wichtige Hinweise auf eine Verletzung des Labrums. Zu den am häufigsten genannten Symptomen gehören:
- Tief sitzende, dumpfe Schmerzen im Inneren der Schulter
- Schmerzen, die insbesondere bei Überkopfbewegungen zunehmen
- Gefühl des Blockierens oder Einklemmens während der Bewegung
- „Knacken“, „Knirschen“ oder „Klicken“ aus der Schulter
- Gefühl, dass die Schulter „herausspringen“ oder „wegrutschen“ könnte
- Instabilitätsgefühl in bestimmten Armpositionen
- Plötzlicher Kraftverlust oder Ermüdungsgefühl im Arm
- Geschwindigkeits- und Präzisionsverlust bei Wurfsportlern („Dead-Arm“-Gefühl)
- Schmerzen, die nachts aus dem Schlaf wecken
Welche Methoden werden zur Diagnose eines Labrumrisses eingesetzt?
Die richtige Diagnose gleicht dem Zusammensetzen eines Puzzles. Dafür müssen eine ausführliche Anamnese, eine sorgfältige körperliche Untersuchung und moderne bildgebende Verfahren miteinander kombiniert werden.
Zunächst werden die Beschwerden des Patienten ausführlich besprochen. Es wird erfragt, wie die Schmerzen begonnen haben, bei welchen Bewegungen sie zunehmen und ob ein Trauma oder eine Schulterluxation vorausgegangen ist. Anschließend werden Beweglichkeit, Muskelkraft und Stabilität des Schultergelenks beurteilt. Mithilfe spezieller Untersuchungstests, die auf einen Labrumriss hinweisen, lassen sich wichtige Hinweise auf das Vorliegen und die Lokalisation der Verletzung gewinnen.
Für die endgültige Diagnose sind bildgebende Verfahren jedoch unverzichtbar. Folgende Methoden kommen zum Einsatz:
- Röntgen: Obwohl das Labrum selbst nicht dargestellt wird, dient die Untersuchung zur Beurteilung der Knochenstrukturen sowie zum Nachweis knöcherner Bankart-Läsionen oder einer Arthrose.
- Magnetresonanztomografie (MRT): Die beste Methode zur Darstellung von Weichteilen wie dem Labrum.
- MR-Arthrografie (MRA): Hierbei wird vor der MRT ein spezielles Kontrastmittel in das Gelenk injiziert. Dieses dringt in den Riss ein und macht ihn deutlich besser sichtbar.
- 3-Tesla-MRT (3T): Moderne 3-Tesla-MRT-Geräte mit hoher Magnetfeldstärke erreichen heute eine diagnostische Genauigkeit, die nahezu der MR-Arthrografie entspricht, ohne dass eine Gelenkpunktion erforderlich ist. Dies stellt sowohl hinsichtlich des Patientenkomforts als auch der Kosteneffizienz einen wichtigen Vorteil dar und hat sich in vielen Fällen zur bevorzugten modernen Bildgebung entwickelt.
Kann ein Labrumriss ohne Operation behandelt werden?
Ja. Ein erheblicher Teil der Labrumrisse, insbesondere degenerative und kleine Risse, kann erfolgreich konservativ behandelt werden. Das grundlegende Ziel der konservativen Therapie besteht nicht darin, den Riss selbst zu heilen, sondern das „dynamische“ Stabilisierungssystem der Schulter – also die Muskulatur – zu stärken, um den Funktionsverlust des geschädigten „statischen“ Stabilisierungssystems (Labrum) auszugleichen. Es handelt sich somit eher um eine funktionelle als um eine biologische Lösung.
Der Erfolg der konservativen Behandlung hängt von der richtigen Patientenauswahl ab. Während diese Methode bei jungen, aktiven Sportlern mit traumatischer Schulterluxation meist nicht ausreichend ist, kann sie bei Patienten mittleren oder höheren Alters mit überwiegend schmerzbedingten Beschwerden und geringer Instabilität sehr erfolgreich sein.
Die wichtigsten Bestandteile eines strukturierten konservativen Behandlungsprogramms sind:
- Anpassung der Aktivitäten: Vorübergehendes Vermeiden schmerzauslösender Bewegungen und Tätigkeiten.
- Kälteanwendungen: Vor allem nach körperlicher Belastung zur Kontrolle von Schmerzen und Schwellungen.
- Medikamentöse Therapie: Entzündungshemmende Medikamente zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen.
- Physiotherapie: Der wichtigste Bestandteil der Behandlung. Ziel ist die Kräftigung der Schultermuskulatur, um die Belastung des Gelenks zu reduzieren und die Bewegungssteuerung der Schulter wiederherzustellen. Besonders trainiert werden:
- Die Muskeln der Rotatorenmanschette
- Die Muskulatur rund um das Schulterblatt (Skapula)
- Intraartikuläre Injektionen: Bei starken Schmerzen und Entzündungen können Kortisoninjektionen vorübergehend Erleichterung verschaffen und die Teilnahme an der Physiotherapie erleichtern.
- Wenn die Beschwerden trotz eines regelmäßigen Physiotherapieprogramms über drei bis sechs Monate bestehen bleiben, wird eine operative Behandlung als Option in Betracht gezogen.
Wann ist bei Labrumrissen eine Operation erforderlich?
Eine operative Behandlung kommt infrage, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend wirksam sind oder bestimmte besondere Situationen vorliegen. Die Entscheidung für eine Operation wird individuell anhand des Lebensstils, der Erwartungen des Patienten und der Eigenschaften des Risses getroffen. Zu den wichtigsten Operationsindikationen gehören:
- Versagen der konservativen Behandlung: Anhaltende Schmerzen, Blockierungsgefühl oder Funktionsverlust trotz eines umfassenden drei- bis sechsmonatigen Physiotherapieprogramms.
- Wiederkehrende Schulterluxationen: Besonders bei jungen und aktiven Menschen kann bereits nach der ersten Schulterluxation eine Operation empfohlen werden, um das Risiko weiterer Luxationen zu senken. Bei einer Bankart-Läsion ist das Risiko einer erneuten Luxation sehr hoch.
- Mechanische Beschwerden: Vorliegen eines großen und verschobenen Rissfragments, das eine Blockierung oder Einklemmung des Gelenks verursacht.
- Hohes Aktivitätsniveau: Bei Profi- oder Leistungssportlern ist die operative Behandlung häufig die erste Wahl, um das ursprüngliche Leistungsniveau wiederzuerlangen.
- Erheblicher Knochenverlust: Knöcherne Bankart-Läsionen mit begleitendem Knochenverlust der Glenoidpfanne beeinträchtigen die Schulterstabilität erheblich und erfordern nahezu immer einen operativen Eingriff.
Welche Techniken werden bei einer Labrumoperation angewendet?
Heute werden Labrumoperationen nahezu vollständig arthroskopisch, also minimalinvasiv, durchgeführt, ohne dass große Hautschnitte erforderlich sind. Dabei werden über wenige kleine Zugänge eine Kamera und spezielle Instrumente in das Schultergelenk eingeführt, um das Gelenk darzustellen und die Reparatur vorzunehmen. Die gewählte Technik richtet sich nach Art und Lokalisation des Risses.
- Debridement: Entfernung kleiner, stabiler und degenerativ ausgefranster Labrumanteile. Dieses Verfahren wird meist bei stabilen Typ-I-SLAP-Läsionen eingesetzt, die keine Instabilität verursachen.
- Rekonstruktion: Das gerissene Labrum wird mithilfe spezieller Implantate, sogenannter Fadenanker (Suture Anchors), wieder am Knochen befestigt. Die Anker werden im Knochen verankert und das Labrum mit den daran befestigten Fäden an seine ursprüngliche Position zurückgenäht. Dies ist die Standardbehandlung der Bankart-Läsion.
- Bizeps-Tenodese oder Tenotomie: Besonders bei SLAP-Läsionen bei Patienten über 40 Jahren wird dieses Verfahren zunehmend bevorzugt. Da sich gezeigt hat, dass die Schmerzen häufig eher von der geschädigten Bizepssehne als vom Labrum selbst ausgehen, wird die Sehne vom Labrum gelöst. Bei der Tenodese wird sie an einer anderen Stelle des Oberarmknochens befestigt, bei der Tenotomie lediglich durchtrennt. Anstatt ein biologisch schlecht heilendes Gewebe zu reparieren, wird hierbei die eigentliche Schmerzquelle beseitigt, wodurch eine sehr hohe Patientenzufriedenheit erreicht wird.
Wie verläuft die Genesung nach einer Labrumoperation?
Der Erfolg einer Labrumrekonstruktion hängt ebenso sehr von einem konsequent durchgeführten Rehabilitationsprogramm wie von der Qualität der Operation selbst ab. Dieser Prozess erfordert Geduld und Ausdauer. Die Genesung erfolgt in mehreren Phasen.
- Phase 1: Maximaler Schutz (erste 4–6 Wochen): Dies ist die kritischste Phase nach der Operation. Ziel ist es, die Rekonstruktion vollständig zu schützen.
Tragen einer Schulterorthese (in der Regel dauerhaft)
Strikte Einschränkung bestimmter Bewegungen (z. B. Außenrotation nach einer Bankart-Rekonstruktion)
Nur sanfte passive Bewegungen unter Anleitung eines Physiotherapeuten
- Phase 2: Wiederherstellung der Beweglichkeit (6.–12. Woche): Die Schulterorthese wird schrittweise abgelegt und aktive Bewegungen werden begonnen.
Übungen zur Verbesserung des Bewegungsumfangs des Schultergelenks
Leichte isometrische Kräftigungsübungen für die Schulter- und Schulterblattmuskulatur
- Phase 3: Erweiterter Kraftaufbau (3.–5. Monat): Ziel ist die vollständige Wiederherstellung von Kraft und Funktion der Schulter.
Intensivere Kräftigungsübungen
Training zur Verbesserung der Kontrolle und Stabilität der Schulter
- Phase 4: Rückkehr zu Sport und Aktivität (ab 4–6 Monaten): In dieser letzten Phase soll der Patient sicher zu seinem ursprünglichen Aktivitätsniveau zurückkehren.
Beginn sportspezifischer Bewegungen und Trainings
Schrittweise und kontrollierte Rückkehr zur vollständigen Aktivität
Die vollständige Rückkehr zu Kontaktsportarten oder Überkopf-Wurfsportarten erfolgt in der Regel frühestens sechs Monate nach der Operation, manchmal auch später. Ein zu früher Wiedereinstieg kann zum Versagen der Rekonstruktion führen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine Schulterlabrumruptur und wodurch entsteht sie am häufigsten?
Was sind die häufigsten Symptome einer Schulterlabrumruptur?
Wie wird eine Schulterlabrumruptur diagnostiziert und welche bildgebenden Verfahren werden eingesetzt?
Kann eine Schulterlabrumruptur ohne Operation behandelt werden?
Wann ist bei einer Schulterlabrumruptur eine Operation erforderlich?
Wie wird eine Schulterlabrumoperation durchgeführt?
Warum ist Physiotherapie bei einer Schulterlabrumruptur wichtig?
Welche Komplikationen können entstehen, wenn eine Schulterlabrumruptur nicht behandelt wird?
Wann kann man nach einer Schulterlabrumruptur wieder Sport treiben?
Welche Symptome bei einer Schulterlabrumruptur erfordern eine sofortige medizinische Untersuchung?
Quellenverzeichnis
https://www.hopkinsmedicine.org/health/conditions-and-diseases/shoulder-labrum-tear
https://my.clevelandclinic.org/health/diseases/21717-slap-tear

Prof. Dr. Murat Demirel, 1974 yılında Ankara’da doğmuş, 1998 yılında Ankara Üniversitesi Tıp Fakültesi’nden mezun olmuştur. Aynı yıl Ankara Numune Eğitim ve Araştırma Hastanesi 1. Ortopedi ve Travmatoloji Kliniği’nde uzmanlık eğitimine başlamış ve 2004 yılında Ortopedi ve Travmatoloji Uzmanı unvanını almıştır. Uzmanlık sonrası dönemde kas-iskelet sistemi hastalıklarının cerrahi ve konservatif tedavilerine odaklanmış, yenilikçi ortopedik yaklaşımları klinik pratiğine entegre etmiştir.
Omuz, diz, kalça ve ayak bileği eklemlerine yönelik ileri düzey cerrahi uygulamalarda uzmanlaşan Prof. Dr. Demirel; omuz artroskopisi, diz protezi, robotik cerrahi, kök hücre tedavisi ve PRP uygulamaları konularında deneyim sahibidir. Güncel ortopedi pratiğinde fonksiyonel sonuçları artıran minimal invaziv ve biyolojik tedavi yöntemlerini önceliklendirmektedir.
Halen Ankara’daki özel kliniğinde ortopedi ve travmatoloji alanında hasta kabul eden Prof. Dr. Murat Demirel, ileri görüntüleme teknolojileri ve multidisipliner yaklaşımla kişiye özel tedavi planları oluşturmaktadır. Cerrahi ve rejeneratif ortopediyi birleştiren vizyoner yaklaşımıyla, hareket sistemi hastalıklarının tedavisinde yaşam kalitesini merkeze alan modern çözümler sunmaktadır.

