Eine Ellenbogenfraktur ist eine Unterbrechung der Knochenkontinuität des Olekranons, des distalen Humerus oder der Radius-Ulna-Gelenkanteile infolge eines Traumas. Die Verletzung beeinträchtigt die Gelenkstabilität und erfordert eine frühzeitige Diagnose sowie eine geeignete Behandlung, um Funktionsverluste zu verhindern.
Zu den Symptomen einer Ellenbogenfraktur gehören plötzlich einsetzende Schmerzen nach einem Trauma, Schwellung, Bewegungseinschränkung und eine Fehlstellung des Gelenks. Während der körperlichen Untersuchung geben Druckschmerz sowie die neurovaskuläre Beurteilung Aufschluss über die Schwere des klinischen Befundes.
Die Diagnose einer Ellenbogenfraktur erfolgt in erster Linie mittels konventioneller Röntgenaufnahmen, wobei Frakturtyp, Ausmaß der Fragmentverschiebung und Beteiligung der Gelenkfläche beurteilt werden. Bei Bedarf ermöglicht eine Computertomographie die detaillierte Analyse komplexer Frakturen und unterstützt die Operationsplanung.
Eine Operation bei einer Ellenbogenfraktur wird durchgeführt, um die Integrität der Gelenkfläche zu erhalten und eine Stabilisierung mittels Platten-Schrauben-Systemen oder Draht-/Pin-Osteosynthese zu erreichen. Frühfunktionelle Bewegungsprotokolle nach der Operation verringern die Gelenksteifigkeit und fördern die funktionelle Heilung.
| Wissenswertes | Information |
| Definition | Eine Ellenbogenfraktur umfasst Frakturen der Bereiche des Humerus (Oberarmknochen), Radius und Ulna (Unterarmknochen), die das Ellenbogengelenk bilden. Sie entstehen insbesondere nach Stürzen, Schlägen oder Traumata. |
| Frakturarten | – Distale Humerusfraktur – Olekranonfraktur (hinterer Teil der Ulna) – Radiuskopffraktur – Frakturen in Kombination mit einer Ellenbogenluxation (komplexe Verletzungen) |
| Ursachen | – Sturz auf den Ellenbogen – Verkehrsunfälle – Sportverletzungen – Hochenergetische Traumata |
| Symptome | – Starke Schmerzen im Ellenbogenbereich – Schwellung und Blutergüsse – Bewegungseinschränkung – Fehlstellung – Erhöhte Druckempfindlichkeit bei Ellenbogenbewegungen – Taubheitsgefühl und Kribbeln bei Nervenkompression |
| Diagnoseverfahren | – Körperliche Untersuchung – Konventionelle Röntgenaufnahmen – Bei Bedarf CT (zur detaillierten Beurteilung der Knochenfragmente) – MRT (bei Verdacht auf Weichteilverletzungen) |
| Behandlung – Konservativ | – Ruhigstellung mit Gips oder Schiene bei leichten und nicht verschobenen Frakturen – Regelmäßige radiologische Kontrollen – Physiotherapie zur Wiederherstellung der Beweglichkeit |
| Behandlung – Operativ | – Bei verschobenen, mehrfragmentären oder gelenkbeteiligenden Frakturen – Offene Reposition und interne Fixation (Schrauben-, Platten- oder Drahtosteosynthese) – In manchen Fällen Gelenkprothesen (insbesondere bei älteren Patienten und mehrfragmentären distalen Humerusfrakturen) |
| Postoperativer Verlauf | – Passive Übungen können je nach ärztlicher Empfehlung bereits in den ersten Tagen begonnen werden – Frühzeitige Mobilisation durch Physiotherapie ist wichtig – Kontrollierte Rehabilitation zur Vorbeugung einer Ellenbogensteife |
| Komplikationen | – Gelenksteifigkeit – Nervenverletzung (insbesondere des Nervus ulnaris) – Verzögerte Knochenheilung oder Pseudarthrose – Infektion – Implantatirritation |
| Heilungsdauer | – Je nach Frakturlokalisation und Behandlung durchschnittlich 6–12 Wochen – Die funktionelle Erholung kann länger dauern |
| Prognose | Mit einer frühzeitigen und geeigneten Behandlung wird bei den meisten Patienten eine funktionelle Genesung erreicht. Komplexe Frakturen können eine längere Rehabilitation und sorgfältige Nachsorge erfordern. |
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Was ist eine Ellenbogenfraktur?
Eine Ellenbogenfraktur umfasst Brüche des Oberarmknochens (Humerus), der Unterarmknochen (Radius und Ulna) oder der gelenknahen Abschnitte dieser Knochen. Meist entsteht sie durch einen Sturz auf den Arm. Typische Beschwerden sind Schmerzen, Schwellung, Bewegungseinschränkung und Fehlstellungen. Je nach Frakturtyp und Ausmaß der Verschiebung erfolgt die Behandlung mit Gips, Schiene oder operativ. Eine frühzeitige Rehabilitation ist für die Erhaltung der Gelenkbeweglichkeit von großer Bedeutung.
Warum ist das Ellenbogengelenk so wichtig?
Der Ellenbogen gehört zu den komplexesten und zugleich faszinierendsten Gelenken unseres Körpers. Von außen betrachtet wirkt er wie ein einfaches Scharnier, das sich nur beugen und strecken lässt. Tatsächlich arbeiten im Inneren jedoch drei verschiedene Knochen in perfektem Zusammenspiel. Der Humerus trifft auf Radius und Ulna und ermöglicht dadurch zwei wesentliche Bewegungen. Zum einen das Beugen und Strecken des Arms (Flexion und Extension), zum anderen die Drehbewegung des Unterarms, mit der wir die Handfläche nach oben oder unten drehen können.
Eine weitere Besonderheit dieses Gelenks ist seine hohe Stabilität. Die Knochen greifen so exakt ineinander, dass sie sich unter normalen Bedingungen kaum verschieben können. Kräftige Seitenbänder und Muskelgruppen sorgen zusätzlich für Stabilität. Genau diese kompakte Bauweise macht die Behandlung einer Fraktur jedoch anspruchsvoll. Bereits eine minimale Stufe oder Verschiebung der Gelenkfläche kann nach der Heilung die flüssige Beweglichkeit des Ellenbogens dauerhaft beeinträchtigen. Der Ellenbogen gehört zu den Gelenken, die selbst kleinste Fehler nur sehr schlecht tolerieren. Deshalb erfordern Frakturen in diesem Bereich nicht nur eine knöcherne Heilung, sondern auch den bestmöglichen Erhalt der Funktion.
Wie entstehen Ellenbogenfrakturen und bei wem treten sie häufiger auf?
Betrachtet man die Patienten in unserer Sprechstunde, zeigt sich, dass Ellenbogenfrakturen meist in zwei unterschiedlichen Altersgruppen und durch zwei verschiedene Verletzungsmechanismen auftreten. Diese Verteilung liefert zugleich Hinweise auf die Schwere der Verletzung. Die erste Gruppe besteht überwiegend aus jüngeren Patienten, bei denen hochenergetische Traumata die Ursache sind. Verkehrsunfälle, Stürze aus großer Höhe oder Sportarten mit intensivem Körperkontakt gehören zu den häufigsten Auslösern. Solche Verletzungen führen oft zu mehrfragmentären Frakturen und gehen nicht selten mit erheblichen Weichteilschäden einher.
Die zweite Gruppe umfasst ältere Patienten, deren Knochenqualität beispielsweise durch Osteoporose vermindert ist. In dieser Altersgruppe können bereits einfache Haushaltsunfälle, Stolpern über einen Teppich oder ein Sturz beim Gehen schwere Frakturen verursachen. Der häufigste Verletzungsmechanismus ist der sogenannte „Sturz auf die ausgestreckte Hand“. Reflexartig stützt sich die betroffene Person mit der Hand ab, wodurch das gesamte Körpergewicht vom Handgelenk auf den Ellenbogen übertragen wird. Diese plötzliche Belastung kann die Belastbarkeit der Knochen überschreiten und zu Frakturen oder Luxationen führen.
Folgende Faktoren erhöhen das Risiko einer Ellenbogenfraktur:
- Hohes Alter
- Osteoporose
- Kontaktsportarten
- Gleichgewichtsstörungen
- Berufe mit hohem Verletzungsrisiko
- Mangelernährung
- Muskelschwäche
Welche Symptome treten bei einer Ellenbogenfraktur auf?
Bei einer Ellenbogenfraktur signalisiert der Körper sehr deutlich, dass eine ernsthafte Verletzung vorliegt. Es handelt sich nicht um eine schleichende Erkrankung. Zum Zeitpunkt des Traumas verspüren Betroffene häufig ein Knacken oder Knallgefühl im Ellenbogen. Unmittelbar danach setzen starke Schmerzen ein. Diese verstärken sich erheblich bei jeder Bewegung oder Berührung des betroffenen Bereichs. Noch wichtiger als die Schmerzen sind jedoch bestimmte Warnzeichen.
Vor allem der Zustand von Nerven und Blutgefäßen bestimmt die Schwere der Verletzung. Die Frakturfragmente können Nerven komprimieren oder verletzen. In diesem Fall treten Taubheitsgefühle oder Kribbeln in den Fingern auf. Kommen Gefühlsverlust, Bewegungsunfähigkeit der Finger oder eine blasse und kalte Hand hinzu, kann dies auf eine akute Durchblutungsstörung hinweisen und erfordert eine sofortige Behandlung. Zusätzlich führen Blutungen im Frakturbereich rasch zu Schwellungen und Blutergüssen.
Häufige Symptome einer Ellenbogenfraktur sind:
- Starke Schmerzen
- Schnell zunehmende Schwellung
- Blutergüsse
- Bewegungseinschränkung
- Fehlstellung
- Taubheitsgefühl in den Fingern
- Kältegefühl der Hand
- Blockierungsgefühl im Ellenbogen
- Knister- oder Knackgeräusche
Wie wird eine Ellenbogenfraktur diagnostiziert?
Wenn ein Patient die Notaufnahme oder unsere Sprechstunde aufsucht, erfolgt zunächst eine gründliche körperliche Untersuchung. Dabei beurteilen wir nicht nur den Knochen, sondern auch den Puls am Handgelenk sowie die Beweglichkeit und Sensibilität der Finger. Gefäß- und Nervenverletzungen haben für uns höchste Priorität. Anschließend kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz, um die knöchernen Strukturen genauer zu beurteilen.
Die erste Untersuchung besteht grundsätzlich aus konventionellen Röntgenaufnahmen in zwei Ebenen. Sie liefern wertvolle Informationen über das Vorliegen, die Lokalisation und die grobe Konfiguration der Fraktur. In den meisten Fällen reicht dies bereits zur Diagnosestellung aus. Manche Frakturen sind jedoch so fein, dass sie auf dem Röntgenbild nicht direkt sichtbar sind. Dann achten wir auf indirekte Hinweise wie das sogenannte Fettpolsterzeichen. Blutungen innerhalb des Gelenks verdrängen das Fettgewebe und erzeugen eine charakteristische Verschattung, die auf eine versteckte Fraktur hinweist.
Erstreckt sich die Fraktur bis in das Gelenk oder liegt eine mehrfragmentäre Verletzung vor, reicht das Röntgenbild oft nicht aus. In diesen Fällen wird eine Computertomographie durchgeführt. Sie liefert eine dreidimensionale Darstellung des Ellenbogens und beantwortet wichtige Fragen: Wie viele Fragmente liegen vor? Wohin sind sie verschoben? Wie stark ist die Gelenkfläche eingesunken? Diese Informationen sind insbesondere für die Operationsplanung unverzichtbar. Besteht zusätzlich der Verdacht auf Bandverletzungen oder Nervenkompressionen, wird eine Magnetresonanztomographie bevorzugt.
Folgende Verfahren werden zur Diagnosestellung eingesetzt:
- Körperliche Untersuchung
- Röntgenaufnahmen
- Computertomographie
- Magnetresonanztomographie
- Gefäßultraschall
Welche Arten und Klassifikationen von Ellenbogenfrakturen gibt es?
Nicht jede Ellenbogenfraktur ist gleich, und jede erfordert ein individuelles Behandlungskonzept. Entscheidend sind die Lokalisation der Fraktur, die Beteiligung der Gelenkfläche sowie das Ausmaß der Fragmentverschiebung. Orthopäden klassifizieren diese Frakturen in erster Linie nach ihrer anatomischen Lokalisation. Distale Humerusfrakturen betreffen beispielsweise das untere Ende des Oberarmknochens und gehören zu den schwierigsten Verletzungen, da sie häufig die Gelenkfläche einschließen. Diese Frakturen können T- oder Y-förmig verlaufen und stellen hohe Anforderungen an die operative Versorgung.
Eine weitere häufige Form ist die Olekranonfraktur. Das Olekranon ist die knöcherne Spitze des Ellenbogens, die man beim Aufstützen auf einen Tisch spürt. An diesem Knochen setzt der Trizepsmuskel an. Kommt es hier zu einer Fraktur, zieht der kräftige Muskel das Knochenfragment nach oben. Deshalb weichen die Fragmente häufig auseinander und der Patient kann den Arm nicht mehr gegen die Schwerkraft strecken.
Von einer Radiuskopffraktur spricht man bei einem Bruch des scheibenförmigen Radiuskopfes, das für die Drehbewegung des Unterarms verantwortlich ist. Diese Verletzung entsteht meist nach einem Sturz auf die Hand und kann die Rotationsbewegung des Ellenbogens blockieren. Koronoidfrakturen betreffen einen kleinen Knochenfortsatz, der als wichtiger Anschlag gegen das Ausrenken des Ellenbogens dient. Sein Bruch ist häufig mit einer erheblichen Gelenkinstabilität verbunden.
Zu den wichtigsten Frakturtypen im Ellenbogenbereich gehören:
- Distale Humerusfrakturen
- Olekranonfrakturen
- Radiuskopffrakturen
- Koronoidfrakturen
- Suprakondyläre Frakturen
- Kondylenfrakturen
- Epikondylenfrakturen
Was ist die „Terrible Triad“-Verletzung?
In der medizinischen Literatur gibt es eine besondere Verletzung, deren Name ebenso beeindruckend ist wie ihre Schwere: die „Terrible Triad“. Dabei handelt es sich um die ungünstigste Kombination von Verletzungen am Ellenbogen. Gleichzeitig treten eine Ellenbogenluxation, eine Radiuskopffraktur und eine Koronoidfraktur auf. Warum gilt diese Verletzung als so problematisch? Weil nahezu alle stabilisierenden Strukturen des Ellenbogens – sowohl Knochen als auch Bänder – gleichzeitig versagen.
In dieser Situation ist das Ellenbogengelenk vollständig instabil und neigt bereits bei kleinsten Bewegungen dazu, erneut auszurenken. Für einen Orthopäden gehört dies zu den anspruchsvollsten Verletzungsmustern überhaupt. Die Behandlung erfolgt grundsätzlich operativ und erfordert eine sorgfältige Planung. Während der Operation müssen nicht nur die Knochen rekonstruiert, sondern auch die gerissenen Bänder – insbesondere das laterale Seitenband – wiederhergestellt werden. Ist der Radiuskopf zu stark zerstört, kann ein Ersatz durch eine Prothese erforderlich sein. Die Heilungsphase ist länger als bei anderen Frakturen und verlangt eine geduldige Rehabilitation.
Wie wird die Behandlung einer Ellenbogenfraktur festgelegt?
Bei jeder Ellenbogenfraktur stellen wir uns zunächst eine entscheidende Frage: „Ist dieses Ellenbogengelenk stabil und ist die Gelenkfläche glatt?“ Sind die Frakturfragmente nicht verschoben und befindet sich der Knochen weiterhin in seiner anatomischen Position, sprechen wir von einer stabilen Fraktur. In diesem Fall bestehen gute Chancen auf eine erfolgreiche konservative Behandlung ohne Operation.
Sind die Fragmente jedoch verschoben oder verdreht oder weist die Gelenkfläche Stufenbildungen auf, verändert sich das Behandlungskonzept. Bereits kleinste Unebenheiten der Gelenkfläche können langfristig zu Arthrose und schmerzhaften Funktionseinschränkungen führen. Besteht aufgrund der Fraktur eine Instabilität mit Luxationstendenz, ist eine operative Versorgung unvermeidlich. Unser Ziel besteht nicht nur darin, den Knochen heilen zu lassen, sondern vor allem eine möglichst frühe Mobilisation zu ermöglichen. Der Ellenbogen reagiert äußerst empfindlich auf Ruhigstellung und entwickelt rasch Bewegungseinschränkungen. Deshalb wählen wir möglichst eine Behandlung, die eine frühe Bewegung innerhalb weniger Tage erlaubt.
Folgende Faktoren beeinflussen die Operationsentscheidung:
- Ausmaß der Fragmentverschiebung
- Schädigung der Gelenkfläche
- Vorliegen einer Bandverletzung
- Alter des Patienten
- Aktivitätsniveau des Patienten
- Nervenverletzungen
- Vorliegen einer offenen Fraktur
Kann eine Ellenbogenfraktur ohne Operation behandelt werden?
Ja, nicht jede Ellenbogenfraktur erfordert eine Operation. Liegt eine stabile, nicht verschobene Fraktur vor, ist eine konservative Behandlung möglich. Die moderne Medizin verfolgt hierbei jedoch ein anderes Konzept als früher. Früher wurde der Ellenbogen über längere Zeit eingegipst. Heute weiß man, dass eine langfristige Ruhigstellung zu den größten Risikofaktoren für eine dauerhafte Gelenksteife gehört.
Deshalb gilt heute selbst bei konservativer Behandlung das Prinzip der kurzfristigen Immobilisation. In der Regel wird der Arm für etwa eine Woche, höchstens jedoch zwei bis drei Wochen, mit einer Schiene, einem Halbgips oder einer einfachen Armschlinge ruhiggestellt. Ziel ist es, Schmerzen und Schwellungen in der Akutphase zu kontrollieren. Sobald die Schmerzen ausreichend zurückgegangen sind, beginnt eine kontrollierte Mobilisation. Während dieses Zeitraums erfolgen regelmäßige Röntgenkontrollen, um eine mögliche sekundäre Verschiebung frühzeitig zu erkennen. Tritt eine solche Verschiebung auf, kann eine operative Behandlung erforderlich werden.
Bei der konservativen Behandlung kommen unter anderem folgende Maßnahmen zum Einsatz:
- Oberarmschiene
- Armschlinge
- Elastischer Verband
- Scharnier-Ellenbogenorthese
- Kühlung mit Eis
- Abschwellende Medikamente
- Schmerzmittel
Wie erfolgt die Operation einer Ellenbogenfraktur und welche Verfahren gibt es?
Ist eine Operation erforderlich, gilt weltweit die offene Reposition und interne Fixation (ORIF) als Goldstandard. Dabei wird die Fraktur operativ freigelegt, die Knochenfragmente werden mit millimetergenauer Präzision anatomisch ausgerichtet und anschließend mit Titanplatten und Schrauben stabil fixiert. Diese Stabilisierung muss so belastbar sein, dass der Patient den Arm bereits kurz nach der Operation wieder bewegen kann.
Insbesondere bei distalen Humerusfrakturen wird häufig eine Doppelplattenosteosynthese eingesetzt, um eine besonders stabile Konstruktion zu erreichen. Bei Olekranonfrakturen kommt je nach Frakturtyp auch die Zuggurtungsosteosynthese mit Drähten und Kirschner-Drähten zum Einsatz. Dieses Verfahren nutzt die Zugkraft des Trizeps, um die Frakturfragmente gegeneinander zu pressen.
In manchen Fällen – insbesondere bei älteren Patienten mit schlechter Knochenqualität – ist der Knochen so stark zerstört, dass eine Rekonstruktion mit Schrauben unmöglich ist oder die Durchblutung des Knochens dauerhaft beeinträchtigt wäre. Dann wird das zerstörte Gelenk durch eine Totalendoprothese des Ellenbogens ersetzt. Solche Prothesen stellen insbesondere bei älteren Patienten eine sehr gute Möglichkeit dar, Schmerzen zu beseitigen und die Funktion wiederherzustellen.
Während der Operation können folgende Implantate verwendet werden:
- Titanplatten
- Verriegelungsschrauben
- Stahldrähte
- Metallstifte
- Nahtanker
- Gelenkprothesen
- Knochentransplantate
Wie verläuft die Heilung nach einer Ellenbogenfraktur-Operation?
Eine erfolgreiche Operation bedeutet nicht das Ende der Behandlung – vielmehr ist erst die Hälfte des Weges geschafft. Der zweite und oft noch wichtigere Abschnitt ist die Rehabilitation. Der größte Gegner nach einer Ellenbogenoperation ist die Gelenksteife. Deshalb spielt die Physiotherapie eine entscheidende Rolle. Die Rehabilitation gliedert sich in der Regel in drei Phasen.
Die erste Phase beginnt unmittelbar nach der Operation und dient dem Schutz des Gelenks sowie der Kontrolle von Schmerzen und Schwellung. Obwohl die Wunde noch frisch ist, bedeutet dies keineswegs vollständige Ruhigstellung. Bereits am ersten Tag werden Bewegungsübungen für Finger, Handgelenk und Schulter begonnen. Je nach ärztlicher Freigabe werden vorsichtige Beuge- und Streckbewegungen des Ellenbogens mit Unterstützung der anderen Hand durchgeführt. Das Hochlagern des Arms und Kühlung helfen, Schwellungen zu reduzieren.
Die zweite Phase beginnt meist ab der dritten Woche und konzentriert sich auf die Wiederherstellung der Beweglichkeit. Nach abgeschlossener Wundheilung werden die Bewegungen schrittweise gesteigert. Nun beginnt der Patient, den Ellenbogen aktiv mit eigener Muskelkraft zu bewegen. Ziel ist es, eine vollständige Streckung und Beugung wiederzuerlangen. Schwere Belastungen sind weiterhin nicht erlaubt. Die dritte Phase beginnt in der Regel ab der achten Woche, sobald die Fraktur im Röntgenbild verheilt erscheint. Dann folgen Kräftigungsübungen mit Widerstandsbändern und leichten Gewichten.
Die wichtigsten Ziele der Rehabilitation sind:
- Schwellung reduzieren
- Schmerzen kontrollieren
- Beweglichkeit erhalten
- Muskelschwund verhindern
- Funktion wiederherstellen
- Rückkehr in den Alltag ermöglichen
Welche Komplikationen können nach einer Ellenbogenfraktur auftreten?
Jeder operative Eingriff birgt Risiken, doch der Ellenbogen weist einige besondere Eigenheiten auf. Die häufigste Komplikation ist die Gelenksteife. Der Ellenbogen reagiert auf Verletzungen mit einer starken Narbenbildung, wodurch die Gelenkkapsel verdickt und die Beweglichkeit eingeschränkt werden kann. Werden die empfohlenen Übungen nicht konsequent durchgeführt oder ist die Rehabilitation unzureichend, kann das Gelenk dauerhaft in einer bestimmten Stellung versteifen. In solchen Fällen kann eine erneute Operation zur Lösung der Verwachsungen (Arthrolyse) erforderlich werden.
Eine weitere besondere Komplikation ist die heterotope Ossifikation. Dabei bildet der Körper während der Heilung Knochengewebe an Stellen, an denen eigentlich keines entstehen sollte, beispielsweise innerhalb der Muskulatur. Diese zusätzlichen Knochen verhindern mechanisch die normale Gelenkbewegung. Um dieses Risiko zu verringern, werden nach der Operation spezielle Medikamente eingesetzt. Darüber hinaus können Nervenverletzungen zu vorübergehenden oder dauerhaften Sensibilitätsstörungen und Muskelschwächen führen. Bei Rauchern ist außerdem das Risiko einer verzögerten Knochenheilung oder einer Pseudarthrose deutlich erhöht.
Mögliche Komplikationen sind:
- Gelenksteife
- Infektion
- Pseudarthrose
- Fehlheilung
- Nervenverletzung
- Gefäßverletzung
- Heterotope Ossifikation
- Implantatversagen
Welche Empfehlungen gelten für Patienten mit einer Ellenbogenfraktur?
Für Patienten mit einer Ellenbogenfraktur sind Geduld und Therapietreue der Schlüssel zum Erfolg. Die Heilung ist ein biologischer Prozess, der Zeit benötigt. Einer der wichtigsten Ratschläge ist der konsequente Verzicht auf das Rauchen. Nikotin verengt die kleinsten Blutgefäße und vermindert die Versorgung des Frakturbereichs mit Sauerstoff und Nährstoffen, wodurch die Knochenheilung erheblich beeinträchtigt wird.
Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Eine eiweißreiche Kost sowie eine ausreichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D unterstützen den Knochenaufbau. Der entscheidende Faktor bleibt jedoch das konsequente Übungsprogramm. Die von Ihrem Physiotherapeuten verordneten Übungen sollten regelmäßig durchgeführt werden – auch wenn sie zeitweise schmerzhaft sind. Schmerzen können durch die Einnahme von Schmerzmitteln etwa eine halbe Stunde vor den Übungen besser kontrolliert werden. Denken Sie daran: Der Behandlungserfolg hängt nicht nur von der Erfahrung des Operateurs, sondern auch von Ihrer aktiven Mitarbeit ab.
Wichtige Empfehlungen für Patienten:
- Mit dem Rauchen aufhören
- Regelmäßig trainieren
- Eiweißreich ernähren
- Kalzium einnehmen
- Vitamin-D-Spiegel aufrechterhalten
- Kontrolltermine wahrnehmen
- Schweres Heben vermeiden
Häufig gestellte Fragen
Welche Symptome treten bei einer Ellenbogenfraktur auf?
Was sind die häufigsten Ursachen einer Ellenbogenfraktur?
Welche Untersuchungen werden zur Diagnose einer Ellenbogenfraktur durchgeführt?
Wann ist bei einer Ellenbogenfraktur eine Operation erforderlich?
Wie wird eine Ellenbogenfraktur operiert?
Wie lange dauert die Heilung nach einer Ellenbogenfraktur-Operation?
Warum ist Physiotherapie nach einer Ellenbogenfraktur so wichtig?
Wann kann der Arm nach einer Ellenbogenfraktur wieder normal benutzt werden?
Welche Komplikationen können auftreten, wenn eine Ellenbogenfraktur nicht behandelt wird?
Welche Beschwerden nach einer Ellenbogenfraktur müssen dringend ärztlich abgeklärt werden?

Prof. Dr. Murat Demirel, 1974 yılında Ankara’da doğmuş, 1998 yılında Ankara Üniversitesi Tıp Fakültesi’nden mezun olmuştur. Aynı yıl Ankara Numune Eğitim ve Araştırma Hastanesi 1. Ortopedi ve Travmatoloji Kliniği’nde uzmanlık eğitimine başlamış ve 2004 yılında Ortopedi ve Travmatoloji Uzmanı unvanını almıştır. Uzmanlık sonrası dönemde kas-iskelet sistemi hastalıklarının cerrahi ve konservatif tedavilerine odaklanmış, yenilikçi ortopedik yaklaşımları klinik pratiğine entegre etmiştir.
Omuz, diz, kalça ve ayak bileği eklemlerine yönelik ileri düzey cerrahi uygulamalarda uzmanlaşan Prof. Dr. Demirel; omuz artroskopisi, diz protezi, robotik cerrahi, kök hücre tedavisi ve PRP uygulamaları konularında deneyim sahibidir. Güncel ortopedi pratiğinde fonksiyonel sonuçları artıran minimal invaziv ve biyolojik tedavi yöntemlerini önceliklendirmektedir.
Halen Ankara’daki özel kliniğinde ortopedi ve travmatoloji alanında hasta kabul eden Prof. Dr. Murat Demirel, ileri görüntüleme teknolojileri ve multidisipliner yaklaşımla kişiye özel tedavi planları oluşturmaktadır. Cerrahi ve rejeneratif ortopediyi birleştiren vizyoner yaklaşımıyla, hareket sistemi hastalıklarının tedavisinde yaşam kalitesini merkeze alan modern çözümler sunmaktadır.

