Der Golferellenbogen, medizinisch als mediale Epicondylitis bezeichnet, ist ein schmerzhafter Zustand, der durch eine Überlastung der Muskeln und Sehnen an der Innenseite des Ellenbogens entsteht. Er entwickelt sich meist infolge wiederholter Hand- und Handgelenksbewegungen und kann funktionelle Einschränkungen verursachen, die den Alltag beeinträchtigen.

Zu den Symptomen der medialen Epicondylitis gehören Druckempfindlichkeit an der Innenseite des Ellenbogens, zum Handgelenk ausstrahlende Schmerzen und eine verminderte Griffkraft. Besonders häufig tritt sie bei Personen auf, die Golf, Tennis oder ähnliche Sportarten ausüben, sowie bei Menschen, deren Beruf ständig wiederholte Handgelenksbewegungen erfordert.

Die Diagnose eines Golferellenbogens wird anhand einer ausführlichen körperlichen Untersuchung und der Krankengeschichte gestellt. Bildgebende Verfahren sind meist nicht erforderlich, können jedoch bei chronischen Fällen eingesetzt werden, um andere Erkrankungen auszuschließen. Eine frühzeitige und korrekte Diagnose ist für eine wirksame Behandlung und die Vermeidung von Komplikationen von großer Bedeutung.

Zu den Behandlungsmethoden gehören Ruhe, Kälteanwendungen, nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente und physiotherapeutische Behandlungsprotokolle. Bei therapieresistenten Fällen können Injektionstherapien oder operative Verfahren in Betracht gezogen werden. Zur Vorbeugung werden geeignete Übungsprogramme und ergonomische Anpassungen empfohlen.

Was Sie wissen sollten Information
Name der Erkrankung Golferellenbogen (mediale Epicondylitis)
Definition Eine orthopädische Erkrankung, bei der es durch Überbeanspruchung zu einer Reizung und schmerzhaften Schädigung der Muskeln und Sehnen an der Innenseite des Ellenbogens kommt.
Ursachen Wiederholte Hand- und Handgelenksbewegungen, falsche Sporttechniken, Gewichtheben und intensive Handarbeit in bestimmten Berufsgruppen wie Tischlern oder Installateuren
Betroffene Personengruppen Häufig bei Golfern, Tennisspielern, Bauarbeitern und Personen, die ständig wiederholte Hand- und Handgelenksbewegungen ausführen.
Symptome Schmerzen und Druckempfindlichkeit an der Innenseite des Ellenbogens, zum Handgelenk ausstrahlende Schmerzen, verminderte Griffkraft und zunehmende Schmerzen bei wiederholten Bewegungen
Diagnosemethoden Körperliche Untersuchung, Krankengeschichte des Patienten und selten bildgebende Verfahren wie Röntgen oder MRT
Behandlungsmethoden Ruhe, Kälteanwendungen, schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente, Physiotherapie, Dehn- und Kräftigungsübungen, unterstützende Bandage oder Schiene und selten ein operativer Eingriff
Physiotherapie Dehn- und Kräftigungsübungen, Ultraschalltherapie, TENS-Anwendungen und manuelle Therapie
Heilungsdauer Abhängig vom Schweregrad der Erkrankung und der angewandten Behandlung kann eine vollständige Heilung in der Regel innerhalb einiger Wochen bis mehrerer Monate erreicht werden.
Komplikationen Bei unzureichender Behandlung können chronische Schmerzen und Bewegungseinschränkungen entstehen.
Vorbeugende Maßnahmen Sport mit korrekter Technik ausüben, die Muskulatur kräftigen, auf ausreichende Ruhe achten und übermäßige wiederholte Bewegungen vermeiden

Yazı İçeriği

Was ist ein Golferellenbogen (mediale Epicondylitis)?

Der Golferellenbogen, medizinisch als mediale Epicondylitis bezeichnet, ist ein schmerzhafter Zustand, der durch eine Überbeanspruchung der Sehnen an der Innenseite des Ellenbogens entsteht. Er entwickelt sich meist infolge wiederholter Hand- und Handgelenksbewegungen. Neben dem Golfspielen können auch Rückschlagsportarten, Tischlerarbeiten oder eine intensive Computernutzung diese Beschwerden verursachen. Unbehandelt kann die Erkrankung zu chronischen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen.

Warum ist der Golferellenbogen keine „Sehnenentzündung“?

Dies ist eines der am häufigsten missverstandenen Themen. Die Endung „-itis“ im medizinischen Begriff „mediale Epicondylitis“ bezeichnet in der Medizin normalerweise eine Entzündung. Deshalb wurde über viele Jahre angenommen, dass es sich bei dieser Erkrankung um eine Sehnenentzündung handelt. Moderne wissenschaftliche Untersuchungen und Gewebeproben von Patienten mit chronischen Beschwerden zeigen jedoch ein ganz anderes Bild. In diesen Gewebeproben wurden nahezu keine Entzündungszellen gefunden, wie man sie bei einer Infektion oder entzündlich-rheumatischen Erkrankung erwarten würde.

Stattdessen zeigte sich unter dem Mikroskop ein fehlgeschlagener Heilungsversuch. Eine gesunde Sehne besteht wie ein Seil aus kräftigen Kollagenfasern, die regelmäßig und parallel verlaufen. Beim Golferellenbogen ist diese geordnete Struktur jedoch verloren gegangen. Die Sehne hat sich in ein Gewebe verwandelt, das aus ungeordneten, unreifen Kollagenfasern, unregelmäßig vermehrten Blutgefäßen und abnormalen Zellen besteht und gewissermaßen einem „minderwertigen Narbengewebe“ ähnelt. Dieser Zustand wird in der medizinischen Fachsprache als Tendinose bezeichnet. Der Golferellenbogen ist daher weniger eine aktive Entzündung als vielmehr ein degenerativer Prozess, bei dem sich die Struktur der Sehne verschlechtert. Diese Unterscheidung ist sehr wichtig, da sie den Behandlungsansatz unmittelbar beeinflusst. Wäre die Ursache eine Entzündung, könnten rein entzündungshemmende Behandlungen ausreichend sein. Da jedoch eine verminderte Gewebequalität vorliegt, muss das Hauptziel der Behandlung darin bestehen, diesen gestörten Heilungsprozess umzukehren und die Sehne wieder in eine gesunde Struktur zu überführen.

Welche Stadien hat der Golferellenbogen?

Dieser Verschleißprozess entwickelt sich nicht über Nacht, sondern schreitet in der Regel über bestimmte Stadien fort. Das Wissen über diese Stadien hilft sowohl dabei, den Schweregrad der Erkrankung zu verstehen, als auch den richtigen Zeitpunkt für die Behandlung festzulegen.

Der Krankheitsverlauf kann in vier grundlegende Stadien eingeteilt werden.

  • Stadium 1: Frühstadium und vorübergehende Reaktion
  • Stadium 2: Etablierte Gewebeschädigung (Tendinose)
  • Stadium 3: Strukturelle Schäden und Risse
  • Stadium 4: Fortgeschrittenes Stadium und dauerhafte Veränderungen

Ein großer Teil der Patienten sucht erst dann einen Spezialisten auf, wenn die Beschwerden bereits den Alltag beeinträchtigen, also meist im Stadium 2 oder 3. In diesen Stadien reicht einfache Schonung nicht mehr aus und es werden stärker strukturierte Behandlungen benötigt, die gezielt auf die Gewebeheilung ausgerichtet sind.

Wer hat ein erhöhtes Risiko für einen Golferellenbogen?

Entgegen seiner Bezeichnung betrifft der Golferellenbogen nicht nur Golfer, sondern alle Personen, die die Innenseite des Ellenbogens wiederholt belasten. Die Risikogruppen lassen sich in sportliche Aktivitäten und berufliche Tätigkeiten unterteilen.

Zu den Sportarten mit besonderem Risiko gehören:

  • Golf
  • Wurfsportarten wie Baseball, Speerwurf und Handball
  • Tennis, insbesondere Vorhandschläge mit Topspin
  • Klettern
  • Gewichtheben
  • Bogenschießen
  • Bowling

Auch bestimmte Berufe, die wiederholte Hand- und Armbewegungen erfordern, stellen einen wichtigen Risikofaktor für einen Golferellenbogen dar.

  • Tischlerarbeiten
  • Installationsarbeiten
  • Malerarbeiten
  • Autoreparaturen
  • Metzgerarbeiten
  • Fließbandarbeit
  • Dauerhafte Computer- und Mausnutzung

Wie aus diesen Listen hervorgeht, hängt das Problem weniger von einer bestimmten Aktivität ab als davon, wie und wie häufig diese ausgeführt wird. Eine falsche Technik, unzureichendes Aufwärmen, übermäßiges Training oder ungünstige ergonomische Bedingungen am Arbeitsplatz erhöhen das Risiko erheblich.

Erhöhen systemische Erkrankungen das Risiko für einen Golferellenbogen?

Ja, sie können das Risiko deutlich erhöhen. Unser Körper bildet eine Einheit und unser allgemeiner Gesundheitszustand beeinflusst direkt die Belastbarkeit und Heilungsfähigkeit unserer Gewebe. Früher wurden Beschwerden wie der Golferellenbogen ausschließlich als mechanisches Überlastungsproblem betrachtet. Heute wissen wir jedoch, dass bestimmte systemische Faktoren die Sehne gegenüber mechanischen Belastungen anfälliger machen können.

Rauchen führt beispielsweise im gesamten Körper zu einer Verengung der Blutgefäße und vermindert dadurch die Durchblutung des Gewebes. Eine verringerte Durchblutung bedeutet, dass Gewebe wie Sehnen, die ohnehin nur langsam heilen, mit weniger Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Dadurch wird die Fähigkeit der Sehne zur Selbstheilung erheblich beeinträchtigt. Auch Adipositas kann einen dauerhaft leicht entzündlichen Zustand im Körper hervorrufen und die Sehnengesundheit negativ beeinflussen. Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes können die Sehnenstruktur ebenfalls schwächen. Deshalb kann es bei hartnäckigen und wiederkehrenden Fällen eines Golferellenbogens für den Behandlungserfolg sehr wichtig sein, nicht nur den Ellenbogen, sondern auch den allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten zu beurteilen und solche zugrunde liegenden Risikofaktoren zu behandeln.

Was sind die Unterschiede zwischen Golferellenbogen und Tennisellenbogen?

Diese beiden Erkrankungen werden häufig miteinander verwechselt, da es sich bei beiden um ähnliche Sehnenprobleme am Ellenbogen handelt. Dennoch gibt es klare und grundlegende Unterschiede. Diese zu kennen, ist für eine korrekte Diagnose von entscheidender Bedeutung.

Die wichtigsten Unterschiede zwischen den beiden Erkrankungen sind:

  • Schmerzlokalisation: Beim Golferellenbogen befinden sich Schmerzen und Druckempfindlichkeit am knöchernen Vorsprung an der Innenseite des Ellenbogens. Beim Tennisellenbogen treten die Schmerzen hingegen an der Außenseite des Ellenbogens auf.
  • Betroffene Muskeln: Der Golferellenbogen betrifft die Sehnen der Muskeln, die das Handgelenk beugen und die Handfläche nach unten drehen, also die Flexor-Pronator-Muskelgruppe. Der Tennisellenbogen betrifft dagegen die Sehnen der Muskeln, die das Handgelenk nach oben strecken, also die Extensoren.
  • Schmerzauslösende Bewegungen: Beim Golferellenbogen nehmen die Schmerzen zu, wenn bei nach unten gerichteter Handfläche etwas angehoben, ein Ball geworfen oder ein Gegenstand durch Beugung des Handgelenks gegriffen wird. Beim Tennisellenbogen verstärken sich die Schmerzen dagegen beispielsweise beim Eingießen aus einem Glas, beim Drehen einer Türklinke oder bei einer Streckbelastung des Handgelenks.
  • Häufigkeit: Der Tennisellenbogen tritt etwa sieben- bis zehnmal häufiger auf als der Golferellenbogen.

Kurz gesagt ist die einfachste Möglichkeit zur Unterscheidung beider Erkrankungen die Frage, ob sich die Schmerzen an der Innen- oder Außenseite des Ellenbogens befinden.

Welche Symptome verursacht ein Golferellenbogen?

Der Golferellenbogen entwickelt sich meist allmählich und die Symptome nehmen im Laufe der Zeit zu. Ein anfänglich nur bei Belastung auftretendes leichtes Ziehen kann sich später zu dauerhaften Schmerzen entwickeln.

Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Punktuelle Druckempfindlichkeit und Schmerzen an der Innenseite des Ellenbogens
  • Ausstrahlung der Schmerzen auf die Innenseite des Unterarms
  • Schmerzen beim Händeschütteln oder Greifen eines Gegenstands
  • Schmerzen beim Beugen des Handgelenks oder Drehen der Handfläche nach unten
  • Verminderte Griffkraft
  • Morgendliches Steifigkeitsgefühl im Ellenbogen
  • Taubheitsgefühl oder Kribbeln im Ring- und kleinen Finger, wenn der Ulnarisnerv betroffen ist

Wenn eines oder mehrere dieser Symptome auftreten, ist es wichtig, einen Spezialisten aufzusuchen, damit die zugrunde liegende Ursache festgestellt und eine geeignete Behandlung begonnen werden kann.

Wie wird die ärztliche Untersuchung zur Diagnose eines Golferellenbogens durchgeführt?

Die Diagnose eines Golferellenbogens wird größtenteils anhand der vom Patienten geschilderten Beschwerden und einer sorgfältigen körperlichen Untersuchung gestellt. Bildgebende Verfahren sind in der Anfangsphase meist nicht erforderlich. Während der Untersuchung wird zunächst festgestellt, wo genau die Schmerzen auftreten und durch welche Bewegungen sie verstärkt werden.

Der wichtigste Schritt der Untersuchung ist die Palpation, also das Abtasten des Bereichs mit den Fingern. Der typischste Befund eines Golferellenbogens ist eine klar umschriebene Druckempfindlichkeit unmittelbar unterhalb des knöchernen Vorsprungs an der Innenseite des Ellenbogens, dem medialen Epikondylus, etwa eine Fingerkuppe tiefer und etwas weiter vorne. An dieser Stelle setzt die betroffene Sehne am Knochen an.

Zusätzlich werden bestimmte Provokationstests durchgeführt, um die Diagnose zu bestätigen. Beispielsweise kann der Patient aufgefordert werden, das Handgelenk zu beugen, während der Arzt dieser Bewegung Widerstand entgegensetzt. Wenn dabei Schmerzen an der Innenseite des Ellenbogens auftreten, spricht dies deutlich für einen Golferellenbogen. Bei einem weiteren Test hält der Arzt den Ellenbogen gestreckt und bewegt das Handgelenk passiv nach hinten. Dadurch wird die betroffene Sehne gedehnt und es können Schmerzen ausgelöst werden.

Während der Untersuchung wird außerdem geprüft, ob zusätzliche Probleme vorliegen. Insbesondere der Ulnarisnerv, der unmittelbar hinter dem Ellenbogen verläuft, wird kontrolliert. Druckempfindlichkeit über dem Nerv oder ein elektrisierendes Gefühl, das nach leichtem Beklopfen des Nervs bis in die Finger ausstrahlt, der sogenannte Tinel-Befund, kann darauf hinweisen, dass auch der Nerv betroffen ist.

Wann sind bildgebende Verfahren bei der Diagnose eines Golferellenbogens erforderlich?

Wie bereits erwähnt, sind bei einem typischen Golferellenbogen Röntgenaufnahmen, MRT oder andere bildgebende Verfahren zur Diagnosestellung meist nicht erforderlich. In bestimmten besonderen Situationen können sie jedoch notwendig sein.

Zu den wichtigsten Gründen für eine bildgebende Untersuchung gehören:

  • Wenn die Diagnose nicht eindeutig ist
  • Wenn die Beschwerden untypisch sind
  • Wenn nach drei bis sechs Monaten konservativer Behandlung keine Besserung eingetreten ist
  • Wenn der Verdacht auf einen vollständigen Sehnenriss besteht
  • Wenn zusätzliche Probleme wie Arthrose, Knorpelschäden oder eine Nervenkompression am Ellenbogen vermutet werden
  • Wenn eine operative Behandlung geplant ist

In diesen Situationen liefern Röntgen, Ultraschall oder MRT wertvolle Informationen, um die Diagnose zu sichern und die Behandlung korrekt zu planen.

Welche Informationen liefern Röntgen, Ultraschall und MRT beim Golferellenbogen?

Jedes bildgebende Verfahren hat eigene Vorteile und liefert unterschiedliche Informationen. Röntgenaufnahmen beurteilen in erster Linie die knöchernen Strukturen. Sie stellen die Sehnen nicht direkt dar, sind jedoch hilfreich, um andere knöcherne Ursachen für Schmerzen auszuschließen, beispielsweise Arthrose am Ellenbogen, freie Knochenfragmente im Gelenk oder alte Frakturen. Bei langjährig bestehenden chronischen Fällen können kleine Kalkablagerungen an der Ansatzstelle der Sehne sichtbar werden.

Ultraschall ist eine äußerst wirksame, praktische und unschädliche Methode zur Untersuchung der Sehnen. Wenn er von einem erfahrenen Spezialisten durchgeführt wird, liefert er sehr detaillierte Informationen über die Sehnenstruktur. Mithilfe des Ultraschalls kann deutlich erkannt werden, ob die Sehne verdickt ist, ob sich verschleißbedingte dunkle Bereiche im Inneren befinden, ob kleine Risse vorliegen und ob sich in der Sehne abnorme Blutgefäße gebildet haben, die als Neovaskularisation bezeichnet werden. Da der Ultraschall auch dynamisch während der Bewegung des Ellenbogens durchgeführt werden kann, ermöglicht er zudem die Beurteilung der Stabilität der Bänder und der Beweglichkeit des Nervs.

Die Magnetresonanztomografie ist dagegen das „Goldstandard“-Verfahren zur detaillierten Darstellung sämtlicher Weichteil- und Knochenstrukturen im Ellenbogen. Sie wird insbesondere bei komplexen Fällen oder vor einer geplanten Operation eingesetzt. Mit der MRT können das Ausmaß der Sehnendegeneration, die Größe eines möglichen Risses, der Zustand des Gelenkknorpels, die Unversehrtheit der Bänder und Ödeme im Bereich des Nervs sehr genau dargestellt werden.

Ist eine Behandlung des Golferellenbogens ohne Operation möglich?

Ja, auf jeden Fall. Die Grundlage der Behandlung eines Golferellenbogens bilden sogar konservative, also nichtoperative Methoden. Mit einem korrekt geplanten und geduldig durchgeführten konservativen Behandlungsprogramm kann bei mehr als 90 % der Patienten eine vollständige oder nahezu vollständige Heilung erreicht werden. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass die Behandlung nicht aus einem passiven Abwarten besteht, bei dem lediglich die Schmerzen verschwinden sollen. Vielmehr handelt es sich um ein strukturiertes Programm, an dem der Patient aktiv teilnehmen muss und das darauf abzielt, die Selbstheilung und erneute Kräftigung der Sehne zu fördern. Maßnahmen wie Ruhe, Eis oder Medikamente dienen vor allem dazu, die akute Schmerzphase zu überwinden und den Beginn eines Rehabilitationsprogramms zu ermöglichen. Die eigentliche Behandlung besteht in Übungen, durch die die Sehne kontrolliert belastet und zur Heilung angeregt wird.

Was sind die ersten Schritte bei der Behandlung eines Golferellenbogens?

Wenn die Beschwerden neu auftreten oder sich verschlimmern, besteht das erste Behandlungsziel darin, die Schmerzen zu kontrollieren und weitere Schäden an der Sehne zu verhindern. In dieser Phase sollten einige grundlegende Maßnahmen ergriffen werden.

Zu diesen ersten Schritten gehören in der Regel:

  • Vermeidung schmerzauslösender Aktivitäten, also relative Schonung
  • Mehrmals täglich 15 bis 20 Minuten Kälteanwendung auf den schmerzhaften Bereich
  • Bei Bedarf Einnahme einfacher Schmerzmittel
  • Verwendung einer Ellenbogenbandage oder einer Gegenkraftbandage

Insbesondere die Anpassung der Aktivitäten ist der entscheidendste Bestandteil dieser Phase. Bewegungen, die die Sehne ständig belasten, vorübergehend zu unterbrechen, gibt ihr die Möglichkeit, mit dem Heilungsprozess zu beginnen. Eine Ellenbogenbandage kann dazu beitragen, die Zugkraft der Muskeln von der Sehne auf eine größere Fläche zu verteilen und dadurch die Belastung an der Ansatzstelle der Sehne zu reduzieren. Es darf jedoch nicht vergessen werden, dass diese Maßnahmen allein keine dauerhafte Lösung darstellen, sondern lediglich der Vorbereitung auf das eigentliche Rehabilitationsprogramm dienen.

Warum ist Physiotherapie beim Golferellenbogen so wichtig?

Die Physiotherapie ist der Grundpfeiler der konservativen Behandlung eines Golferellenbogens und der Schlüssel für einen langfristigen Behandlungserfolg. Wie bereits erwähnt, besteht das Problem nicht nur aus Schmerzen, sondern auch aus einer Schädigung der Sehnenstruktur. Ziel der Physiotherapie ist es, diese veränderte Struktur neu zu ordnen und der Sehne ihre Elastizität und Kraft zurückzugeben. Dies gelingt durch eine Methode, die gewissermaßen die „Sprache der Sehne“ spricht: eine korrekte und stufenweise Belastung.

Das Programm besteht meist aus zwei Hauptbestandteilen. Der erste Teil umfasst Dehnübungen, mit denen die verkürzten und angespannten Unterarmmuskeln gedehnt werden. Dadurch wird die passive Zugbelastung auf die Sehne reduziert. Der zweite und noch wichtigere Teil besteht aus Kräftigungsübungen. Diese konzentrieren sich insbesondere auf exzentrische Muskelkontraktionen. Bei einer exzentrischen Kontraktion arbeitet der Muskel unter Belastung, während er sich verlängert, beispielsweise wenn ein Gewicht in der Hand langsam und kontrolliert abgesenkt wird. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass solche Übungen die Kollagenproduktion in der Sehne anregen und die Fasern wieder geordnet ausrichten. Exzentrische Übungen senden der Sehne somit gewissermaßen ein Signal, „wie sie heilen soll“. Das Kräftigungsprogramm beginnt mit sehr geringer Belastung und wird langsam gesteigert, ohne Schmerzen zuzulassen. Ein gutes Rehabilitationsprogramm konzentriert sich außerdem nicht nur auf den Ellenbogen, sondern kräftigt auch die Muskulatur von Schulter, Rücken und Schulterblatt. Dadurch kann der gesamte Arm als funktionelle Einheit korrekt arbeiten und einem erneuten Auftreten der Beschwerden wird vorgebeugt.

Wirken Schmerzmittel bei der Behandlung eines Golferellenbogens?

Schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente, insbesondere nichtsteroidale Antirheumatika, können bei der Behandlung eines Golferellenbogens eine Rolle spielen, diese ist jedoch meist begrenzt. Besonders in der akuten Phase mit starken Beschwerden können sie die Schmerzen verringern und dem Patienten helfen, seinen Alltag fortzusetzen und mit der Physiotherapie zu beginnen. Diese Medikamente sorgen für eine vorübergehende Erleichterung, indem sie die Schmerzen überdecken.

Eine längerfristige Einnahme wird jedoch normalerweise nicht empfohlen. Dafür gibt es zwei grundlegende Gründe. Erstens handelt es sich beim chronischen Golferellenbogen, wie bereits erläutert, nicht um eine aktive Entzündung, sondern um eine Gewebedegeneration, also eine Tendinose. Entzündungshemmende Medikamente behandeln daher nicht die eigentliche Ursache, sondern unterdrücken lediglich die Symptome. Zweitens deuten einige Studien darauf hin, dass eine langfristige Einnahme dieser Medikamente die Sehnenheilung negativ beeinflussen könnte. Deshalb sollten sie meist nur kurzfristig, als Teil der Gesamtbehandlung und unbedingt unter ärztlicher Kontrolle eingesetzt werden. Was die Sehne tatsächlich benötigt, ist weniger ein Medikament als vielmehr eine korrekte mechanische Belastung und ausreichende Erholung.

Wann sollten Injektionstherapien bei einem Golferellenbogen in Betracht gezogen werden?

Bei Patienten, deren Beschwerden trotz Physiotherapie und anderer konservativer Maßnahmen nicht abklingen und deren Schmerzen die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen, können Injektionstherapien als Behandlungsoption erwogen werden. Injektionen gelten in der Regel als Therapie der zweiten Wahl. Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Injektionsarten, die auf unterschiedlichen Behandlungsansätzen beruhen. Das Verständnis dieses Unterschieds ist für die richtige Entscheidung sehr wichtig. Eine Möglichkeit ist die Kortisoninjektion, die auf eine schnelle Unterdrückung der Symptome abzielt. Die andere Möglichkeit sind biologische Injektionen wie PRP, welche die körpereigenen Heilungsmechanismen anregen sollen. Die Entscheidung zwischen diesen Optionen sollte gemeinsam mit dem Arzt unter Berücksichtigung der Erwartungen, des Lebensstils und des angestrebten Heilungsverlaufs des Patienten getroffen werden.

Ist eine Kortisoninjektion eine gute Lösung beim Golferellenbogen?

Kortisoninjektionen können aufgrund ihrer starken entzündungshemmenden Wirkung die Schmerzen und die Reaktion im behandelten Bereich schnell unterdrücken. Bei Patienten mit starken und hartnäckigen Beschwerden kann daher bereits wenige Tage nach der Injektion eine deutliche Erleichterung eintreten. Diese schnelle Wirkung kann sehr wertvoll sein, da sie den „Schmerzkreislauf“ unterbricht und dem Patienten ermöglicht, ein zuvor unterbrochenes Physiotherapieprogramm wieder aufzunehmen.

Kortisoninjektionen haben jedoch auch eine Kehrseite. Die erzielte Linderung ist meist nur vorübergehend. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Kortison kurzfristig, also in den ersten ein bis zwei Monaten, wirksam sein kann, langfristig über sechs Monate bis ein Jahr jedoch keinen Vorteil gegenüber einem Placebo oder sogar gegenüber keiner Behandlung bietet. In manchen Fällen können die langfristigen Ergebnisse sogar schlechter sein. Der Grund dafür liegt darin, dass Kortison das zugrunde liegende degenerative Sehnenproblem nicht behebt und durch die Hemmung der Kollagenproduktion die Sehnenstruktur sogar weiter schwächen kann. Wiederholte Kortisoninjektionen bergen außerdem ernsthafte Risiken wie Sehnenrisse, Hautverdünnung und Hautverfärbungen. Deshalb sollte Kortison nicht als dauerhafte Lösung betrachtet werden, sondern nur bei sorgfältig ausgewählten Patienten als „Überbrückungstherapie“, um eine Physiotherapie zu ermöglichen, und in der Regel nur einmal angewendet werden.

Sind biologische Behandlungen wie PRP beim Golferellenbogen vielversprechend?

Die PRP-Behandlung mit thrombozytenreichem Plasma basiert auf einer Philosophie, die der Kortisonbehandlung genau entgegengesetzt ist. Ziel ist nicht die Unterdrückung der Symptome, sondern die Reparatur des geschädigten Gewebes mithilfe des körpereigenen Heilungspotenzials. Bei dieser Methode wird dem Patienten eine kleine Menge Blut entnommen. Durch ein spezielles Aufbereitungsverfahren, die Zentrifugation, werden die für die Heilung verantwortlichen Blutplättchen und Wachstumsfaktoren konzentriert. Das gewonnene thrombozytenreiche Plasma wird anschließend unter Ultraschallkontrolle direkt in die geschädigte Sehne injiziert. Die zugrunde liegende Idee besteht darin, eine sehr viel höhere Konzentration an „Reparaturkräften“ in das verletzte Gebiet zu bringen, als dies über die normale Blutversorgung möglich wäre. Die Wachstumsfaktoren sollen die Sehnenzellen stimulieren, die Bildung neuen und qualitativ besseren Kollagens fördern und den gestörten Heilungsprozess wieder in die richtige Richtung lenken.

Die Wirkung von PRP tritt nicht so schnell ein wie die Wirkung von Kortison. Da die Heilung Zeit benötigt, kann es mehrere Wochen oder sogar Monate dauern, bis eine deutliche Besserung spürbar wird. Da die Verbesserung jedoch auf einer gesteigerten Gewebequalität beruht, besitzt sie das Potenzial, langfristiger anzuhalten. Obwohl die wissenschaftlichen Studien zu PRP noch keine vollständig einheitlichen Ergebnisse liefern, zeigen zahlreiche Untersuchungen langfristig bessere Resultate als bei Kortison. Der Erfolg der PRP-Behandlung hängt jedoch stark von der korrekten Patientenauswahl, der Anwendungstechnik und einem geeigneten Rehabilitationsprogramm nach der Injektion ab.

Wann ist eine Operation bei einem Golferellenbogen erforderlich?

Eine Operation ist bei der Behandlung eines Golferellenbogens immer die letzte Option. Nur ein sehr kleiner Anteil der Patienten benötigt eine operative Therapie. Die Entscheidung für eine Operation wird erst getroffen, wenn trotz aller gut geplanten und geduldig über mindestens sechs Monate, manchmal sogar ein Jahr, durchgeführten konservativen Behandlungen wie Aktivitätsanpassung, Physiotherapie und Injektionen weiterhin Schmerzen bestehen, die den Alltag oder die berufliche Tätigkeit erheblich beeinträchtigen. Die Operation ist somit hartnäckigen und chronischen Fällen vorbehalten, bei denen „alle anderen Maßnahmen versagt haben“. Vor der Operation wird in der Regel eine MRT durchgeführt, um die Diagnose zu sichern und mögliche Begleiterkrankungen wie einen Bandriss oder eine Nervenkompression zu erkennen.

Wie wird eine Operation beim Golferellenbogen durchgeführt und wie sind die Ergebnisse?

Obwohl verschiedene Operationstechniken wie offene oder arthroskopische Verfahren eingesetzt werden können, verfolgen sie alle dasselbe Ziel: Das verschlissene, minderwertige und schmerzhafte Sehnengewebe, das die Erkrankung verursacht, wird entfernt. Dieser Vorgang wird als Debridement bezeichnet. Während der Operation erreicht der Chirurg die betroffene Sehne über einen kleinen Schnitt an der Innenseite des Ellenbogens. Gesundes Sehnengewebe erscheint glänzend weiß und faserig, während krankhaftes Tendinosegewebe grau, locker und unregelmäßig aussieht. Der Chirurg entfernt dieses abnorme Gewebe sorgfältig, bis gesundes und durchblutetes Sehnengewebe erreicht wird. In manchen Fällen wird der verbleibende gesunde Anteil der Sehne mithilfe spezieller Implantate, sogenannter Fadenanker, erneut fest am Knochen befestigt.

Bei korrekter Patientenauswahl sind die Ergebnisse einer Operation beim Golferellenbogen sehr zufriedenstellend. Die Erfolgsraten liegen bei über 90 %. Die große Mehrheit der Patienten berichtet nach der Operation über eine deutliche Verringerung der Schmerzen und eine Zunahme der Griffkraft. Nach einer postoperativen Physiotherapie können die Patienten meist innerhalb weniger Monate in den Alltag und zum Sport zurückkehren. Wie jeder operative Eingriff birgt auch diese Operation bestimmte Risiken, sie treten jedoch nur selten auf.

Zu den möglichen Komplikationen gehören:

  • Infektion
  • Nervenverletzung
  • Postoperative Steifigkeit
  • Anhaltende Schmerzen

Häufig gestellte Fragen

Der Golferellenbogen ist eine Überlastungsverletzung der Sehnen, an denen die Unterarmmuskeln an der Innenseite des Ellenbogens ansetzen. Wiederholte Greifbewegungen, schweres Heben und Rückschlagsportarten gehören zu den häufigsten Ursachen.
Schmerzen und Druckempfindlichkeit an der Innenseite des Ellenbogens, eine verminderte Griffkraft, Schmerzen beim Beugen des Handgelenks und in den Unterarm ausstrahlende Beschwerden gehören zu den häufigsten Symptomen eines Golferellenbogens.
Die Diagnose wird meist durch eine orthopädische Untersuchung gestellt. Falls erforderlich, können Ultraschall oder Magnetresonanztomografie eingesetzt werden, um Sehnenschäden und andere Erkrankungen des Ellenbogens detailliert zu beurteilen.
Ja. Ruhe, Anpassung der Aktivitäten, Kälteanwendungen, Medikamente, die Verwendung einer Ellenbogenbandage und Physiotherapie können bei vielen Patienten zur Verringerung der Beschwerden beitragen. Die Behandlung sollte individuell geplant werden.
Physiotherapie unterstützt die Heilung der Sehne, steigert die Muskelkraft und trägt zum Erhalt der Ellenbogenbeweglichkeit bei. Dehn- und Kräftigungsübungen können außerdem das Risiko wiederkehrender Verletzungen verringern.
Bei geeigneten Patienten, die von konservativen Behandlungen nicht ausreichend profitieren, können PRP oder andere Injektionstherapien erwogen werden. Die Wahl der Behandlung richtet sich nach den Beschwerden des Patienten und dem Ausmaß der Sehnenschädigung.
Bei lang anhaltenden Schmerzen, deutlichem Funktionsverlust und fehlender Besserung trotz konservativer Behandlungen kann eine operative Therapie in Betracht gezogen werden. Während der Operation kann das geschädigte Sehnengewebe repariert werden.
Ein unbehandelter Golferellenbogen kann zu chronischen Schmerzen, verminderter Griffkraft, Schwierigkeiten bei alltäglichen Tätigkeiten und einer fortschreitenden Schädigung der Sehne führen. Eine frühzeitige Behandlung kann den Heilungsverlauf positiv beeinflussen.
Der Zeitpunkt der Rückkehr in den Alltag und zum Sport hängt von der Besserung der Beschwerden, der Wiederherstellung der Muskelkraft und der angewandten Behandlung ab. Die Entscheidung sollte nach Beurteilung durch einen Orthopäden getroffen werden.
Bei einer sichtbaren Fehlstellung des Ellenbogens nach einem schweren Trauma, Unfähigkeit den Arm zu bewegen, plötzlichem Kraftverlust, Taubheitsgefühl, bläulicher Verfärbung der Hand oder rasch zunehmender Schwellung sollte unverzüglich eine medizinische Einrichtung aufgesucht werden.

Quellenverzeichnis

https://my.clevelandclinic.org/health/diseases/21711-golfers-elbow-medial-epicondylitis

https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/golfers-elbow/symptoms-causes/syc-20372868

Aktualisierungsdatum: 24. Juli 2026

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