Eine Fibulafraktur entsteht, wenn die Kontinuität des langen, dünnen Knochens an der Außenseite des Unterschenkels durch ein Trauma unterbrochen wird; sie äußert sich durch Schmerzen, Druckempfindlichkeit und Schwierigkeiten beim Gehen. Bei der Diagnose spielen die klinische Untersuchung und radiologische Bildgebung eine grundlegende Rolle.
Zu den Symptomen einer Fibulafraktur gehören lokal begrenzte starke Schmerzen, Schwierigkeiten bei der Belastung und eine Schwellung entlang der Frakturlinie. Diese Beschwerden können je nach Schwere des Traumas unterschiedlich ausgeprägt sein und erfordern eine frühzeitige orthopädische Beurteilung.
Die Ursachen einer Fibulafraktur stehen meist mit Stürzen, Verstauchungen, Sportverletzungen und hochenergetischen Traumata in Zusammenhang. Diese Faktoren führen zu einer plötzlichen Belastung des Wadenbeins, wodurch seine strukturelle Integrität beeinträchtigt wird und die Gelenkstabilität betroffen sein kann.
Die Behandlung einer Fibulafraktur wird mit konservativen Methoden, Immobilisation und in ausgewählten Fällen mit einer operativen Stabilisierung geplant. Während des Heilungsprozesses ist die Rehabilitation wichtig, um die Muskelkraft zu erhalten und die funktionelle Wiederherstellung zu gewährleisten.
| Was Sie wissen sollten | Informationen |
| Definition | Eine Fibulafraktur ist der traumatisch bedingte Bruch der Fibula, des langen, dünnen Knochens im Unterschenkel. Sie tritt häufig gemeinsam mit einer Tibiafraktur auf, kann jedoch auch isoliert vorkommen. |
| Anatomische Besonderheit | Die Fibula ist ein Knochen mit begrenzter Tragfunktion. Sie trägt jedoch zur Stabilität des Sprung- und Kniegelenks bei. |
| Ursachen | Traumatische Ursachen wie Stürze, Sportverletzungen, Verstauchungen, Verkehrsunfälle, direkte Schläge und Sprünge aus großer Höhe. |
| Symptome | Schmerzen an der Außenseite des Unterschenkels, Schwellung, Blutergüsse, Unfähigkeit zur Belastung, Druckempfindlichkeit, gelegentliche Fehlstellung und eingeschränkte Beweglichkeit des Sprunggelenks. |
| Frakturtypen | Proximale Fibulafraktur: In der Nähe des Kniegelenks. Schaftfraktur: Im mittleren Abschnitt. Distale Fibulafraktur: In der Nähe des Sprunggelenks, die am häufigsten vorkommende Form. |
| Begleitverletzungen | Tibiafraktur, Sprunggelenksluxation, Verletzung des Deltabands, Syndesmosenruptur und Schädigung des Nervus peroneus. |
| Diagnoseverfahren | Klinische Untersuchung, direkte Röntgenaufnahme und bei Bedarf CT und MRT. Die Stabilität des Sprunggelenks und begleitende Bandverletzungen müssen unbedingt beurteilt werden. |
| Behandlung – Konservativ | Stabile, nicht verschobene Fibulafrakturen werden in der Regel mit einer Schiene, einem Gipsverband oder einem Walker-Stiefel behandelt. Die Schmerzbehandlung und die Dauer der Entlastung werden geplant. |
| Behandlung – Operativ | Bei verschobenen, instabilen, bis in das Sprunggelenk reichenden oder gemeinsam mit einer Tibiafraktur auftretenden komplexen Frakturen ist eine Operation erforderlich. Eine Fixierung mit Platte und Schrauben oder eine intramedulläre Stabilisierung kann durchgeführt werden. |
| Operationsablauf | Der Eingriff erfolgt unter Regional- oder Vollnarkose. Mithilfe einer offenen Reposition und internen Fixierung (ORIF) werden die Frakturenden in der richtigen Position stabilisiert. |
| Heilungsverlauf | Bei konservativer Behandlung wird eine Heilung innerhalb von 6–8 Wochen und nach einer Operation durchschnittlich innerhalb von 8–12 Wochen erwartet. Die Rehabilitation wird individuell geplant. |
| Physiotherapie | Der Physiotherapie wird große Bedeutung beigemessen, um Gelenksteifigkeit zu verhindern und die Muskelkraft wiederherzustellen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Bewegungsumfang des Sprunggelenks. |
| Komplikationen | Verzögerte Heilung, ausbleibende Heilung, Fehlheilung, Infektion, Implantatprobleme, Nervenschäden, insbesondere bei proximalen Frakturen, und Instabilität des Sprunggelenks. |
| Nachsorge | Die Knochenheilung wird durch radiologische Kontrollen überwacht. Regelmäßige Nachuntersuchungen sind erforderlich, um die Funktion zu beurteilen und mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen. |
| Prognose | Bei isolierten Fibulafrakturen verläuft die Heilung in der Regel schnell und eine vollständige funktionelle Wiederherstellung ist möglich. Bei komplexen Frakturen hängt die Prognose von den zugrunde liegenden Schäden ab. |
Yazı İçeriği
Wo befindet sich das Wadenbein (Fibula) im Körper und welche Funktion hat es?
Bei der Betrachtung unserer Anatomie erkennen wir, dass sich zwischen Knie und Sprunggelenk zwei Knochen befinden. Der dickere davon ist das auf der Innenseite gelegene Schienbein, die Tibia, das einen großen Teil unseres Körpergewichts trägt. Der an der Außenseite gelegene, dünnere und zierlichere Knochen ist die Fibula, also das Wadenbein. Oben setzt die Fibula unmittelbar unterhalb des Kniegelenks an und bildet nach unten hin den harten Knochenvorsprung an der Außenseite des Sprunggelenks. Dieser Vorsprung wird medizinisch als „lateraler Malleolus“ bezeichnet.
Viele Patienten glauben aufgrund der dünnen Struktur dieses Knochens, dass er für den Körper nicht besonders wichtig sei. Manchmal erlebe ich sogar, dass er wie ein „Ersatzteil“ betrachtet wird. Aus biomechanischer Sicht ist diese Annahme jedoch eindeutig falsch. Zwar ist die Belastung der Fibula deutlich geringer als die des Schienbeins. Beim Gehen trägt dieser Knochen das Körpergewicht nicht unmittelbar. Die Hauptaufgabe der Fibula besteht jedoch weniger im Tragen von Lasten als vielmehr in der Gewährleistung von Gleichgewicht und Stabilität.
Das Sprunggelenk kann mit einer von einem Schreiner gefertigten Zapfenverbindung verglichen werden. Das Schienbein (Tibia) bildet das Dach und die Innenwand, während das Wadenbein (Fibula) die Außenwand bildet. Diese beiden Knochen werden durch starke Bänder zusammengehalten und bilden die Gelenkgabel, in der sich der Sprungbeinknochen (Talus) bewegt. Wenn die Fibula bricht oder sich verschiebt, bedeutet dies, dass die Außenwand dieser Gelenkgabel zerstört ist. Wenn diese Wand fehlt, wird der Talus instabil und beginnt, sich seitlich zu verschieben. Daher kann die Fibula als Schlussstein des Sprunggelenks bezeichnet werden. Ohne die von ihr bereitgestellte Unterstützung sind ein normales Gangbild und schmerzfreies Auftreten nicht möglich.
Was ist eine Fraktur des Wadenbeins (Fibula)?
Eine Fibulafraktur ist der Bruch des dünnen Knochens im Unterschenkel, der neben der Tibia liegt. Sie entsteht meist infolge einer Sprunggelenksverstauchung, eines Sturzes oder eines direkten Schlages. Eine isolierte Fibulafraktur ist in der Regel stabil; tritt sie jedoch gemeinsam mit einer Verletzung des Sprunggelenks oder der Tibia auf, kann sie schwerwiegender sein. Je nach Zustand erfolgt die Behandlung durch Ruhe, Schiene, Gipsverband oder einen chirurgischen Eingriff.
Welche Ursachen führen am häufigsten zu einer Fraktur des Wadenbeins?
Entgegen der allgemeinen Annahme entstehen diese Frakturen nicht immer durch sehr starke Einwirkungen. Verkehrsunfälle oder Stürze aus großer Höhe können selbstverständlich schwere mehrfragmentäre Frakturen verursachen. Das häufigste Szenario in der ambulanten Praxis ist jedoch eine einfache Verstauchung des Sprunggelenks. Besonders wenn der Fuß fest auf dem Boden steht und sich der Körper dreht, wirkt eine starke Torsionskraft auf diesen Knochen.
Zu den häufigsten Ursachen gehören:
- Verstauchungen mit geringer Energieeinwirkung
- Sportverletzungen
- Fehlbewegungen beim Treppensteigen oder Treppenabsteigen
- Stürze aus großer Höhe
- Verkehrsunfälle
Bei der Altersverteilung dieser Verletzungen zeigt sich ein interessantes Muster. Sie treten besonders häufig in zwei Hauptgruppen auf. Zur ersten Gruppe gehören junge Männer, die Fußball spielen oder aktiv Sport treiben. In dieser Gruppe entsteht das Trauma meist durch eine harte und plötzliche Bewegung. Die zweite Gruppe besteht aus älteren Frauen, die aufgrund der mit dem Alter abnehmenden Knochenqualität (Osteoporose) bereits nach einem einfachen Stolpern oder Sturz im häuslichen Umfeld eine Fraktur erleiden.
Der Mechanismus besteht meist in einer Außenrotation des Fußes (Supination-Außenrotation). Während dieser Bewegung werden die Bänder des Sprunggelenks gespannt. Sind die Bänder stärker als der Knochen, reißen sie nicht, sondern reißen ein Knochenfragment an ihrer Ansatzstelle ab oder brechen den Knochen durch die Torsionskraft an seiner schwächsten Stelle. Daher sollten Fibulafrakturen nicht nur als knöcherne Verletzung, sondern als komplexe Verletzung betrachtet werden, die auch das Bandgewebe betrifft.
Welche Symptome treten bei einer Fraktur des Wadenbeins auf?
Bei einer Fraktur betrachten Patienten die „Unfähigkeit aufzutreten“ häufig als eindeutiges Kriterium. Den Satz „Herr Doktor, ich kann noch auftreten, also kann nichts gebrochen sein, es ist nur verstaucht“ hören wir sehr oft. Bei Fibulafrakturen ist diese Annahme jedoch ein großer Irrtum. Da die Fibula nicht der wichtigste lasttragende Knochen ist, kann eine Person trotz Fraktur weiterhin gehen, auch wenn dies schmerzhaft ist. Diese Gehfähigkeit kann dazu führen, dass Patienten verspätet einen Arzt aufsuchen und sich die Diagnose verzögert.
Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Schmerzen
- Schwellung
- Blutergüsse
- Druckempfindlichkeit
- Fehlstellung
- Bewegungseinschränkung
Die Schmerzen werden meist an der Außenseite des Sprunggelenks, über dem deutlich tastbaren Knochenvorsprung oder etwas darüber wahrgenommen. Die Druckempfindlichkeit ist sehr ausgeprägt. Die Schwellung beginnt unmittelbar nach der Verletzung und kann sich manchmal über den gesamten Fuß ausbreiten. Blutergüsse entstehen, wenn Blut aus dem gebrochenen Knochen in das Unterhautgewebe austritt, und können bis zur Ferse reichen.
Wenn zusätzlich zur Fraktur eine Verschiebung oder Luxation des Sprunggelenks besteht, kann eine sichtbare Fehlstellung des Sprunggelenks auffallen. Bei stabilen Frakturen ist von außen dagegen möglicherweise nur eine Schwellung zu erkennen. Daher sollte bei Schmerzen und Schwellungen nach einem Trauma unbedingt ein Facharzt aufgesucht werden, auch wenn das Gehen noch möglich ist. Das Ausmaß der inneren Verletzung kann deutlich schwerwiegender sein, als es äußerlich erscheint.
Wie wird eine Fraktur des Wadenbeins beim Arzt diagnostiziert?
Beim Betreten der Praxis führen wir zunächst eine ausführliche körperliche Untersuchung durch. Ihre Beschreibung des Unfallmechanismus gibt uns wichtige Hinweise auf die Art der Fraktur. Bei der Untersuchung mit den Händen versuchen wir festzustellen, wo genau sich die Schmerzen befinden, ob direkt über dem Knochen oder über den Bändern. Besonders kontrollieren wir auch den Bereich unterhalb des Knies, da sich bei Sprunggelenksverstauchungen die Energie nach oben fortsetzen und dadurch das obere Ende der Fibula in der Nähe des Knies brechen kann, was als Maisonneuve-Fraktur bezeichnet wird.
Die körperliche Untersuchung liefert Hinweise, für eine eindeutige Diagnose ist jedoch eine radiologische Bildgebung erforderlich. Zu den standardmäßig angeforderten Untersuchungen gehören:
- Röntgenaufnahme von vorne nach hinten
- Seitliche Röntgenaufnahme
- Mortise-Aufnahme
Besonders die „Mortise-Aufnahme“ ist für uns sehr wertvoll. Bei dieser Aufnahme wird das Sprunggelenk um etwa 15 Grad nach innen gedreht. Dadurch können wir den Gelenkspalt zwischen Fibula und Schienbein sowie die Position des Talus in der Gelenkgabel deutlich beurteilen.
Manchmal zeigen Standardröntgenaufnahmen jedoch nicht alle Schäden. Die Frakturlinie kann sehr fein sein oder die Knochen können korrekt ausgerichtet erscheinen, obwohl Bänder gerissen sind. In diesem Fall kommen „Stressaufnahmen“ zum Einsatz. Bei einer Stressaufnahme wird das Sprunggelenk durch bestimmte ärztliche Manöver belastet, während die Röntgenaufnahme angefertigt wird. Sind die Bänder gerissen, öffnet sich der Gelenkspalt unter dieser Belastung ungewöhnlich weit und die Instabilität wird sichtbar.
Bei komplexeren Frakturen fordern wir eine Computertomographie (CT) an, um das Ausmaß der Schädigung der Gelenkfläche zu beurteilen oder die Operation zu planen. Die CT ermöglicht eine dreidimensionale Darstellung des Knochens in Schichten. Damit lassen sich das Ausmaß der Verschiebung der Frakturfragmente, mögliche Rotationen und insbesondere der Zustand des Bandes zwischen den beiden Knochen, der Syndesmose, am genauesten beurteilen.
Welche Arten von Wadenbeinfrakturen gibt es?
Der wichtigste Faktor für die Behandlungsplanung ist die Lage der Fraktur. Wir Ärzte verwenden zur Klassifikation häufig das „Danis-Weber-System“. Dieses System konzentriert sich darauf, wo die Fraktur im Verhältnis zur Höhe des Sprunggelenks liegt. Die Position der Fraktur gibt Hinweise darauf, welche Bänder möglicherweise gerissen sind.
Die Klassifikation lautet:
- Weber Typ A
- Weber Typ B
- Weber Typ C
Weber Typ A: Die Fraktur liegt unterhalb der Höhe des Sprunggelenks beziehungsweise der Syndesmose. Sie tritt meist als Abrissfraktur auf. Bei Frakturen in diesem Bereich sind die Hauptbänder, welche die beiden Knochen zusammenhalten, in der Regel intakt. Daher gelten diese Frakturen meist als „stabil“ und heilen ohne Operation aus.
Weber Typ B: Die Fraktur beginnt auf Höhe des Gelenks und verläuft spiralförmig nach oben. Dies ist der am häufigsten vorkommende Typ. Bei diesen Frakturen ist die Situation etwas komplexer. Ein Teil der Bänder kann intakt sein, während ein anderer Teil gerissen ist. Die Behandlungsentscheidung richtet sich vollständig nach der Gelenkstabilität. Ist der Knochen nicht verschoben, kann eine konservative Behandlung erfolgen, bei einer Verschiebung ist jedoch eine Operation erforderlich.
Weber Typ C: Die Fraktur liegt oberhalb der Höhe des Sprunggelenks. Sie kann sich im mittleren Abschnitt der Fibula oder in der Nähe des Knies befinden. Dieser Frakturtyp zeigt, dass die Verletzungsenergie vom Sprunggelenk nach oben weitergeleitet wurde und dabei Strukturen zerrissen hat. Dies bedeutet nahezu immer, dass das starke Band zwischen Schienbein und Fibula, die Syndesmose, vollständig gerissen ist. Diese Frakturen sind „instabil“ und erfordern in der Regel eine operative Behandlung.
Erfordert jede Fraktur des Wadenbeins eine Operation?
Diese Frage gehört zu den Themen, die unseren Patienten am meisten Sorgen bereiten. Die Antwort lautet eindeutig nein. Nicht jede Fraktur muss operiert werden. Entscheidend ist jedoch eine wichtige Unterscheidung: Für uns ist weniger die Fraktur selbst als vielmehr die „Stabilität“ des Sprunggelenks ausschlaggebend.
Bei der Behandlungsentscheidung berücksichtigen wir folgende Kriterien:
- Ausmaß der Verschiebung der Frakturenden
- Erhaltung des Gelenkspalts
- Unversehrtheit der Bänder
Wenn die Frakturenden weniger als 2 Millimeter voneinander entfernt sind und die „Gabelstruktur“ des Sprunggelenks erhalten ist, sprechen wir von einer stabilen Fraktur. In diesem Fall kann der Knochen in seiner Position heilen, ohne funktionelle Probleme zu verursachen. Besonders Weber-A-Frakturen und nicht verschobene Weber-B-Frakturen gehören zu dieser Gruppe.
Sind die Frakturenden jedoch voneinander getrennt, ist die Fibula verkürzt oder um ihre eigene Achse gedreht, wird das Gleichgewicht des Sprunggelenks beeinträchtigt. Noch wichtiger ist, dass ein Gipsverband allein nicht ausreicht, wenn das starke Band an der Innenseite, das sogenannte Deltaband, gerissen ist. Die Bänder können den Knochen dann nicht in seiner Position halten und er heilt in einer Fehlstellung. Eine solche Fehlheilung kann später zu Arthrose führen.
Zusammenfassend gilt: Ist die Gelenkstabilität erhalten, erfolgt eine konservative Behandlung. Ist sie gestört und der Knochen verschoben, wird eine operative Behandlung bevorzugt.
Wie wird eine Wadenbeinfraktur ohne Operation behandelt?
Bei stabilen Frakturen, die keine Operation erfordern, besteht unser Ziel darin, den Knochen zu schützen und den natürlichen Heilungsprozess des Körpers zu unterstützen. Früher musste der Patient dafür 6 Wochen lang vollständig unbeweglich in einem schweren, bis zum Knie reichenden Gipsverband bleiben. In der modernen Orthopädie wissen wir jedoch, dass eine langfristige Immobilisation zu Muskelabbau, Gelenksteifigkeit und einem erhöhten Thromboserisiko führen kann.
Daher verfolgen wir heute den Ansatz der „funktionellen Behandlung“. Anstelle klassischer Gipsverbände werden Methoden eingesetzt, welche die Lebensqualität der Patienten verbessern:
- Funktionelle Stiefel
- Sprunggelenkorthesen
- Individuell angepasste Orthesen
Diese speziellen Stiefel, die als „Walker“ oder „Cam Boot“ bezeichnet werden, schützen die Fraktur und geben dem Patienten zugleich eine gewisse Bewegungsfreiheit. Mit Zustimmung des Arztes kann der Patient den Stiefel in Ruhephasen ausziehen, die Haut belüften und problemlos duschen. Noch wichtiger ist, dass wir bei stabilen Frakturen das Prinzip der „Belastung nach Verträglichkeit“ anwenden.
Dieses Prinzip bedeutet, dass der Patient mithilfe von Krücken und mit dem speziellen Stiefel beginnt aufzutreten, ohne die Schmerzgrenze zu überschreiten. Die Belastung wird schrittweise gesteigert. Diese kontrollierte Belastung stimuliert die für die Knochenheilung verantwortlichen Zellen und beschleunigt die Heilung. In der Regel ist die Knochenheilung nach 6 Wochen weitgehend abgeschlossen und der Übergang zu normalem Schuhwerk beginnt.
Welche Verfahren werden bei der operativen Behandlung von Wadenbeinfrakturen eingesetzt?
Wenn die Fraktur instabil ist, lässt sich ein chirurgischer Eingriff nicht vermeiden. Unser Ziel besteht darin, die gestörte Anatomie millimetergenau wiederherzustellen und den Knochen bis zur Heilung in dieser Position zu halten. Zum Zusammenführen und Stabilisieren der Frakturfragmente führen wir einen Eingriff durch, der als „Osteosynthese“ bezeichnet wird.
Zu den wichtigsten verwendeten Materialien gehören:
- Platten
- Schrauben
- Nägel
Das am häufigsten eingesetzte Verfahren ist die „offene Reposition und interne Fixierung (ORIF)“. Dabei wird der Frakturbereich eröffnet, der Knochen ausgerichtet und eine Platte mit Schrauben befestigt. Heute verwenden wir „anatomisch geformte winkelstabile Platten“. Diese Platten sind so hergestellt, dass sie exakt den natürlichen Konturen der Fibula entsprechen. Die Schrauben verriegeln sich in der Platte und bilden eine sehr stabile Konstruktion. Dieses System stabilisiert den Knochen so zuverlässig, dass wir mit der Mobilisation unserer Patienten unmittelbar nach der Operation beginnen können.
Eine weitere Methode ist die „intramedulläre Nagelung“. Dabei handelt es sich um ein biologischeres und geschlossenes Verfahren. Besonders bei Patienten mit Diabetes, älteren Menschen oder Personen mit sehr empfindlicher Haut kann ein großer Hautschnitt zu Wundheilungsproblemen führen. Um dieses Risiko zu vermeiden, wird durch eine kleine Öffnung am Ende des Sprunggelenks ein langer Metallnagel in den Markraum des Knochens eingeführt. Dieser Nagel richtet die Fraktur von innen aus und stabilisiert sie. Da der Hautschnitt sehr klein ist, besteht ein geringeres Infektionsrisiko und das Weichteilgewebe wird geschont.
Verändert sich die Behandlung einer Wadenbeinfraktur bei einer Bandverletzung?
Der kritischste Punkt bei Fibulafrakturen ist die Verletzung der „Syndesmose“. Die Syndesmose ist eine sehr starke Bandgruppe, die das Schienbein mit der Fibula verbindet und verhindert, dass sich die Sprunggelenksgabel öffnet. Sie reißt häufig bei Weber-C-Frakturen und einigen Weber-B-Frakturen.
Wird dieses Band nicht repariert, bleibt das Sprunggelenk auch nach der Knochenheilung instabil und der Talus bewegt sich innerhalb der Gelenkgabel. Dies kann zum Scheitern der Behandlung führen. Deshalb muss dieses Band während der Operation unbedingt kontrolliert werden. Ist es gerissen, müssen die beiden Knochen wieder aneinander angenähert werden.
Dafür gibt es zwei Hauptmethoden:
- Syndesmosenschraube
- Button-System
Bei der traditionellen Methode wird eine lange Schraube zwischen die beiden Knochen eingebracht. Diese Schraube hält die Knochen zusammen. Da sie jedoch starr und nicht elastisch ist, erlaubt sie beim Gehen keine natürliche Beweglichkeit und kann gelegentlich brechen. Zudem muss diese Schraube in der Regel nach 3–4 Monaten in einem zweiten kleinen Eingriff entfernt werden.
Die moderne und zunehmend beliebte Methode ist das „Suture-Button-System“. Dabei werden anstelle einer Schraube sehr starke Fäden mit kleinen Metallknöpfen an den Enden verwendet. Der zwischen den beiden Knochen platzierte Faden hält sie zusammen und ermöglicht zugleich eine natürliche Mikrobewegung. Der größte Vorteil besteht darin, dass kein Risiko eines Bruchs durch Metallermüdung besteht und das System meist nicht entfernt werden muss. Dadurch bleibt dem Patienten eine zweite Operation erspart und die Rehabilitation kann früher beginnen.
Wie verläuft die Heilung nach einer Fraktur des Wadenbeins?
Der Verlauf nach einer erfolgreichen Operation ist mindestens ebenso wichtig wie die Operation selbst. Die Heilung ist von Person zu Person unterschiedlich, folgt jedoch im Allgemeinen bestimmten Phasen. In den ersten Tagen besteht unsere größte Herausforderung im „Ödem“, also der Schwellung. Es ist äußerst wichtig, das Bein über Herzhöhe zu lagern und regelmäßig zu kühlen.
Früher durften Patienten nach einer Operation über längere Zeit nicht auftreten. Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen zeigen jedoch, dass Protokolle zur „frühzeitigen Belastung“ deutlich bessere Ergebnisse liefern. Wenn die Knochenfixierung stabil erfolgt ist, erlauben wir dem Patienten, das Bein nach Verträglichkeit zu belasten.
Zu den Vorteilen der frühzeitigen Belastung gehören:
- Muskelkraft
- Gelenkbeweglichkeit
- Knochenheilung
- Psychische Motivation
In den ersten 2 Wochen verhalten sich die Patienten in der Regel vorsichtiger, bis die Wundheilung abgeschlossen ist. Nach der 2. Woche werden die Fäden entfernt und die aktive Rehabilitation intensiviert. Nach etwa 6 Wochen ist auf dem Röntgenbild meist bereits Heilungsgewebe erkennbar und der Patient beginnt schrittweise wieder normal zu gehen. Die vollständige Rückkehr zum Sport oder zu schweren Aktivitäten kann je nach Schwere der Fraktur zwischen 3 und 6 Monaten dauern.
Physiotherapie ist in diesem Prozess unverzichtbar. Es reicht nicht aus, dass nur der Knochen heilt; auch die umliegenden Muskeln müssen gekräftigt und die frühere Beweglichkeit des Gelenks wiederhergestellt werden. Andernfalls kann der Patient trotz stabil verheilter Fraktur weiterhin hinken.
Welche Probleme entstehen, wenn eine Wadenbeinfraktur nicht behandelt wird?
Manche Patienten lehnen die Behandlung aus verschiedenen Gründen ab oder nehmen die Fraktur nicht ernst. Die Vorstellung „Das wird mit der Zeit von selbst besser“ kann bei Fibulafrakturen sehr gefährliche Folgen haben. Wird eine instabile Fraktur nicht behandelt oder heilt sie in einer falschen Position, können schwerwiegende Konsequenzen entstehen.
Das Sprunggelenk funktioniert mit einer millimetergenauen Übereinstimmung. Untersuchungen zeigen, dass bereits eine Fehlheilung der Fibula um nur 1 Millimeter die Belastung der Gelenkfläche um 40 % erhöhen kann. Diese ungleichmäßige Lastverteilung nutzt den Gelenkknorpel wie Schleifpapier ab.
Mögliche Folgen sind:
- Arthrose
- Chronische Schmerzen
- Gangstörung
- Gelenksteifigkeit
Die nach einem Trauma entstehende Arthrose, die medizinisch als „posttraumatische Arthritis“ bezeichnet wird, ist nur schwer rückgängig zu machen. Selbst bei einem jungen Patienten kann das Sprunggelenk schmerzhaft und unbeweglich wie bei einem älteren Menschen werden. In fortgeschrittenen Stadien kann dieser Zustand so schwerwiegend werden, dass eine Versteifungsoperation des Sprunggelenks oder eine Prothesenoperation erforderlich ist.
Bei einer Fehlheilung, die als „Malunion“ bezeichnet wird, kann sich die Fibula außerdem verkürzen oder verdrehen. Dadurch verschiebt sich das Sprunggelenk nach außen. Der Patient verspürt bei jedem Schritt Unsicherheit und wird anfälliger für Verstauchungen. Daher ist die richtige Behandlung im ersten Stadium die wichtigste Investition, um die nächsten 20–30 Jahre des Patienten zu schützen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Ursachen führen am häufigsten zu einer Fraktur der Fibula (des Wadenbeins)?
Welche Symptome treten bei einer Fraktur der Fibula (des Wadenbeins) auf und wie wird sie erkannt?
Welche bildgebenden Verfahren werden zur Diagnose einer Fraktur der Fibula (des Wadenbeins) eingesetzt?
Kann eine Fraktur der Fibula (des Wadenbeins) ohne Operation behandelt werden?
Wann ist bei einer Fraktur der Fibula (des Wadenbeins) eine Operation erforderlich?
Wie lange dauert die Heilung einer Fraktur der Fibula (des Wadenbeins)?
Ist nach einer Fraktur der Fibula (des Wadenbeins) Physiotherapie erforderlich?
Welche Komplikationen können entstehen, wenn eine Fraktur der Fibula (des Wadenbeins) nicht behandelt wird?
Wann kann man nach einer Fraktur der Fibula (des Wadenbeins) in den Alltag zurückkehren?
Welche Symptome erfordern bei einer Fraktur der Fibula (des Wadenbeins) eine sofortige Vorstellung in einer medizinischen Einrichtung?

Prof. Dr. Murat Demirel, 1974 yılında Ankara’da doğmuş, 1998 yılında Ankara Üniversitesi Tıp Fakültesi’nden mezun olmuştur. Aynı yıl Ankara Numune Eğitim ve Araştırma Hastanesi 1. Ortopedi ve Travmatoloji Kliniği’nde uzmanlık eğitimine başlamış ve 2004 yılında Ortopedi ve Travmatoloji Uzmanı unvanını almıştır. Uzmanlık sonrası dönemde kas-iskelet sistemi hastalıklarının cerrahi ve konservatif tedavilerine odaklanmış, yenilikçi ortopedik yaklaşımları klinik pratiğine entegre etmiştir.
Omuz, diz, kalça ve ayak bileği eklemlerine yönelik ileri düzey cerrahi uygulamalarda uzmanlaşan Prof. Dr. Demirel; omuz artroskopisi, diz protezi, robotik cerrahi, kök hücre tedavisi ve PRP uygulamaları konularında deneyim sahibidir. Güncel ortopedi pratiğinde fonksiyonel sonuçları artıran minimal invaziv ve biyolojik tedavi yöntemlerini önceliklendirmektedir.
Halen Ankara’daki özel kliniğinde ortopedi ve travmatoloji alanında hasta kabul eden Prof. Dr. Murat Demirel, ileri görüntüleme teknolojileri ve multidisipliner yaklaşımla kişiye özel tedavi planları oluşturmaktadır. Cerrahi ve rejeneratif ortopediyi birleştiren vizyoner yaklaşımıyla, hareket sistemi hastalıklarının tedavisinde yaşam kalitesini merkeze alan modern çözümler sunmaktadır.

