Oberschenkelknochenbruch ist eine schwerwiegende orthopädische Verletzung, die meist nach Hochenergietraumata auftritt. Der Verlust der Integrität des Femurs führt zu starken Schmerzen, Funktionsverlust und einem umfassenden Behandlungsbedarf. Eine frühzeitige Diagnose ist für die Stabilisierung der Fraktur von entscheidender Bedeutung.

Zu den Symptomen eines Femurbruchs gehören nach dem Trauma rasch auftretende starke Schmerzen, eine sichtbare Fehlstellung des Beins und die Unfähigkeit, das Bein zu belasten. Die klinische Beurteilung wird durch eine körperliche Untersuchung, eine neurovaskuläre Kontrolle und detaillierte bildgebende Verfahren ergänzt.

Die Diagnostik eines Femurbruchs beginnt in erster Linie mit einer konventionellen Röntgenaufnahme, um Lage, Typ und Ausmaß der Frakturverschiebung zu bestimmen. Bei Bedarf wird eine Computertomographie eingesetzt, um die dreidimensionale Struktur komplexer Frakturen zu beurteilen.

Die Behandlung eines Femurbruchs basiert überwiegend auf operativen Stabilisierungsmethoden. Dabei erfolgt die Fixierung meist mit einem intramedullären Nagel oder Platten-Schrauben-Systemen. Die Rehabilitation unterstützt die funktionelle Genesung und bestimmt maßgeblich das Langzeitergebnis.

Wissenswertes Information
Definition Ein Oberschenkelknochenbruch (Femurfraktur) ist ein traumatisch bedingter Bruch des Femurs, des längsten und stärksten Knochens des Körpers. Er entsteht meist durch Hochenergietraumata und erfordert eine sofortige medizinische Versorgung.
Frakturlokalisationen – Schenkelhalsfraktur (Hüftfraktur)- Trochantäre Fraktur- Diaphysenfraktur (Schaftfraktur)- Distale Femurfraktur (kniegelenksnah)
Ursachen – Verkehrsunfälle- Sturz aus großer Höhe- Sportverletzungen- Osteoporose (insbesondere Schenkelhalsfrakturen bei älteren Menschen nach Niedrigenergietraumata)
Symptome – Starke Schmerzen im Oberschenkel- Unfähigkeit, das Bein zu bewegen- Fehlstellung des Beins (Verkürzung, Außenrotation)- Schwellung und Blutergüsse- Unfähigkeit, das Bein zu belasten
Diagnoseverfahren – Körperliche Untersuchung- Konventionelles Röntgen- Bei Bedarf CT (bei Trümmerfrakturen oder gelenknahen Frakturen)- Überwachung der Vitalparameter hinsichtlich Blutverlust und Schock
Behandlung – Notfallversorgung – Stabilisierung (Schienung oder externer Fixateur)- Gegebenenfalls Flüssigkeits- und Bluttransfusion- Frühzeitige Operationsplanung
Behandlung – Operativ – Intramedullärer Nagel (Standardverfahren bei Femurschaftfrakturen)- Platten- und Schraubenosteosynthese (bei distalen oder proximalen Frakturen)- Hüftprothese (bei Schenkelhalsfrakturen, insbesondere bei älteren Patienten)
Nichtoperative Verfahren – Werden nur sehr selten angewendet- Bei Patienten mit Kontraindikationen für eine Operation können Traktion oder Schienung eingesetzt werden, führen jedoch zu einer längeren Immobilisation
Verlauf nach der Operation – Frühzeitige Mobilisation wird angestrebt- Wiederherstellung der Muskelkraft und Gelenkbeweglichkeit durch Physiotherapie- Radiologische Kontrollen während der Knochenheilung
Komplikationen – Pseudarthrose oder verzögerte Knochenheilung- Infektion- Tiefe Venenthrombose (TVT)- Lockerung der Prothese (bei Patienten mit Prothese)- Beinlängendifferenz
Heilungsdauer – Abhängig von Frakturlokalisation, Operationsverfahren und Alter des Patienten- Durchschnittlich 3–6 Monate- Die vollständige funktionelle Genesung kann länger als 6 Monate dauern
Prognose Mit einer geeigneten Operation und Rehabilitation können die meisten Patienten wieder gehen und ihre alltäglichen Aktivitäten aufnehmen. Bei älteren Menschen ist das Risiko einer erhöhten Sterblichkeit und eines Mobilitätsverlustes höher, weshalb eine frühzeitige Behandlung besonders wichtig ist.

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Was ist ein Oberschenkelknochenbruch (Femurfraktur)?

Ein Oberschenkelknochenbruch ist ein Bruch des Femurs, des längsten und stärksten Knochens des Körpers. Er entsteht meist durch Hochenergietraumata wie Verkehrsunfälle oder Stürze und äußert sich durch starke Schmerzen, Fehlstellungen des Beins, Schwellungen und Funktionsverlust. Diese Frakturen erfordern in den meisten Fällen eine operative Behandlung und die Heilung kann längere Zeit in Anspruch nehmen. Eine frühzeitige Mobilisation und Physiotherapie sind entscheidend für die Wiederherstellung der Funktion.

Bei wem treten Oberschenkelknochenbrüche am häufigsten auf und wodurch werden sie verursacht?

In unserer orthopädischen Praxis zeigt sich bei Oberschenkelknochenbrüchen ein sehr charakteristisches Bild. Diese Frakturen lassen sich hinsichtlich Alter und Entstehungsmechanismus in zwei völlig unterschiedliche Gruppen einteilen. Einerseits sind junge Menschen mit gesunder Knochenstruktur betroffen, andererseits ältere Patienten mit verminderter Knochenqualität. Bei jungen Menschen ist ein Bruch des Femurs tatsächlich schwer zu verursachen. Der Femur ist so stabil, dass dafür erhebliche Gewalteinwirkung notwendig ist. Hochgeschwindigkeits-Verkehrsunfälle, Motorradunfälle oder Stürze aus großer Höhe gehören daher zu den häufigsten Ursachen.

Bei älteren Patienten stellt sich die Situation dagegen völlig anders dar. Vor allem bei Frauen nach der Menopause werden die Knochen infolge einer Osteoporose so fragil, dass bereits ein Stolpern über einen Teppich oder ein einfacher Sturz zum Bruch dieses kräftigen Knochens führen kann. Dies bezeichnen wir als Fragilitätsfraktur. Ein solcher Bruch ist zugleich ein wichtiger Hinweis auf eine deutlich verminderte Knochenqualität.

Darüber hinaus gibt es weitere besondere Ursachen:

  • Frakturen infolge einer langfristigen Medikamenteneinnahme
  • Pathologische Frakturen durch Knochenmetastasen
  • Stressfrakturen bei Leistungssportlern
  • Ermüdungsfrakturen während der militärischen Ausbildung

Welche Veränderungen treten im Körper bei einem Oberschenkelknochenbruch auf?

Wenn der Oberschenkelknochen bricht, wird nicht nur der Knochen selbst geschädigt, sondern auch die umliegenden Weichteile erheblich beeinträchtigt. Der Oberschenkel ist von kräftigen Muskelgruppen wie Quadrizeps und Hamstrings umgeben. Sobald die Knochenkontinuität unterbrochen wird, ziehen sich diese Muskeln unkontrolliert zusammen. Dadurch können sich die Bruchenden überlagern, in eine Fehlstellung geraten oder das Bein verkürzen. Die deutlich sichtbare Fehlstellung des Beins entsteht genau durch diese Muskelkräfte.

Darüber hinaus ist der Femur sehr gut durchblutet und enthält ein äußerst aktives Knochenmark. Insbesondere bei Hochenergietraumata kommt es zu erheblichen Blutungen aus dem Knochen und den umliegenden Geweben. Diese Blutung kann mehr als einen Liter betragen. Selbst wenn äußerlich kein Blut sichtbar ist, kann der Blutverlust im Oberschenkel zu einem Blutdruckabfall und einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes führen. Daher handelt es sich bei dieser Verletzung nicht nur um ein Knochenproblem, sondern um ein Ereignis, das den gesamten Organismus betreffen kann.

Dabei treten typischerweise folgende Beschwerden auf:

  • Starke Schmerzen
  • Fehlstellung des Beins
  • Bewegungseinschränkung
  • Verkürzung des Beins
  • Ausgeprägte Schwellung
  • Blutergüsse

Welche bildgebenden Verfahren werden zur Diagnose eines Oberschenkelknochenbruchs eingesetzt?

Bei der Aufnahme eines Patienten in der Notaufnahme steht zunächst immer die Kontrolle der lebenswichtigen Funktionen im Vordergrund. Im Rahmen der orthopädischen Untersuchung beginnen wir anschließend mit einer detaillierten Bildgebung, um Lokalisation und Art der Fraktur zu bestimmen. Der erste und wichtigste Schritt ist die Röntgenaufnahme. Dabei reicht es jedoch nicht aus, nur den Bereich der Fraktur abzubilden. Da der Femur sehr lang ist, muss stets eine Aufnahme von der Hüfte bis zum Knie erfolgen. Bei Schaftfrakturen können zusätzlich unauffällige Frakturen im Hüftbereich vorliegen, die andernfalls übersehen würden.

Mit den heutigen technischen Möglichkeiten gehört die Computertomographie (CT) in vielen Fällen zur Standarddiagnostik. Während das Röntgenbild lediglich eine zweidimensionale Darstellung liefert, ermöglicht die CT eine dreidimensionale Analyse der Fraktur. Besonders bei komplexen gelenknahen Frakturen möchten wir exakt beurteilen, wie viele Fragmente vorhanden sind und wie sie zueinander liegen. Diese Informationen sind entscheidend für die Auswahl der geeigneten Implantate. Die Magnetresonanztomographie (MRT) wird vor allem bei Verdacht auf nicht sichtbare Frakturen oder bei älteren Patienten mit ungeklärten Hüftschmerzen eingesetzt.

Zu den bildgebenden Verfahren gehören:

  • Röntgenaufnahme in anterior-posteriorer Projektion
  • Seitliche Röntgenaufnahme
  • Ganzbeinaufnahme
  • Computertomographie
  • Magnetresonanztomographie

Wann ist bei Mehrfachverletzungen der richtige Zeitpunkt für eine Operation eines Oberschenkelknochenbruchs?

Bei Patienten nach schweren Verkehrsunfällen stellt der Oberschenkelknochenbruch häufig nur einen Teil der Gesamtverletzung dar. Zusätzlich können Lungenverletzungen, innere Blutungen oder Schädel-Hirn-Traumata vorliegen. In solchen Situationen muss der Chirurg eine entscheidende Frage beantworten: Soll die Fraktur sofort operiert werden oder ist es sinnvoller zu warten?

Früher wurde angenommen, dass jede Fraktur möglichst sofort operiert werden müsse. Die moderne Medizin kennt jedoch das Konzept des „First Hit“ und „Second Hit“. Der Unfall stellt bereits die erste massive Belastung für den Körper dar. Ist der Patient physiologisch instabil – beispielsweise mit niedrigem Blutdruck, erhöhter Azidose oder Atemproblemen –, würde eine große Operation eine zusätzliche Belastung darstellen und den Zustand weiter verschlechtern.

In solchen Fällen wenden wir das Konzept der Damage-Control-Orthopädie an. Ziel ist zunächst nicht die endgültige Rekonstruktion des Knochens, sondern die Stabilisierung des Patienten. Dazu wird die Fraktur mit einem externen Fixateur provisorisch stabilisiert. Dieses Verfahren ist schnell, verursacht nur wenig zusätzlichen Blutverlust und belastet den Patienten deutlich weniger.

Sobald sich der Patient auf der Intensivstation stabilisiert hat und sich die Laborwerte normalisiert haben, erfolgt in einer zweiten Operation die definitive Versorgung. Befindet sich der Patient hingegen bereits nach dem Unfall in einem stabilen Allgemeinzustand, liefert eine definitive operative Versorgung innerhalb der ersten 24 bis 36 Stunden die besten Ergebnisse.

Gründe für eine Verschiebung der Operation sind:

  • Niedriger Blutdruck
  • Erhöhte Blutazidose
  • Ateminsuffizienz
  • Gerinnungsstörungen
  • Schädel-Hirn-Trauma

Wie wird ein hüftnaher Oberschenkelknochenbruch behandelt?

Bei Frakturen des proximalen Femurs richtet sich die Behandlungsstrategie nach Alter, Knochenqualität und Frakturlokalisation. Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen trochantären Frakturen außerhalb der Gelenkkapsel und Schenkelhalsfrakturen innerhalb der Gelenkkapsel.

Trochantäre Frakturen treten überwiegend bei älteren Menschen mit Osteoporose auf. Da dieser Bereich gut durchblutet ist, besitzt er grundsätzlich ein gutes Heilungspotenzial. Das Problem liegt jedoch häufig in der Mehrfragmentbildung und der Instabilität der Fraktur. Goldstandard der Behandlung ist hier der cephalomedulläre Nagel. Dabei wird ein langer Metallnagel in den Markraum eingebracht und mit einer großen Schraube im Schenkelhals fixiert. Dieses Verfahren erlaubt häufig bereits am ersten Tag nach der Operation eine Vollbelastung.

Bei Schenkelhalsfrakturen ist die Situation komplexer. Die Blutversorgung des Hüftkopfes kann durch die Fraktur unterbrochen werden. Bei jungen Patienten wird deshalb versucht, den Hüftkopf durch Schraubenosteosynthese zu erhalten. Bei älteren Patienten ist das Risiko einer Hüftkopfnekrose deutlich höher, weshalb häufig eine Endoprothese eingesetzt wird. Dadurch kann der Patient unmittelbar nach der Operation wieder mobilisiert werden.

Behandlungsmöglichkeiten:

  • Cephalomedullärer Nagel
  • Platten- und Schraubenosteosynthese
  • Kanülierte Schrauben
  • Totalendoprothese der Hüfte
  • Hemiprothese der Hüfte

Wie erfolgt die Behandlung bei einem Schaftbruch des Oberschenkelknochens?

Bei einer Fraktur des Femurschaftes besteht weltweit Einigkeit über die Standardbehandlung: die intramedulläre Nagelosteosynthese. Dieses Verfahren entspricht der natürlichen Biomechanik des Knochens. Ein stabiler Titanstab wird in den Markraum eingebracht und fixiert die Fraktur von innen.

Von besonderer Bedeutung ist dabei das sogenannte Aufbohren des Markkanals. Dadurch kann ein stärkerer und stabilerer Nagel verwendet werden. Gleichzeitig wirken die entstehenden Knochenpartikel wie ein körpereigenes Knochentransplantat und fördern die Knochenheilung. Studien zeigen, dass aufgebohrte Nagelosteosynthesen eine besonders hohe Heilungsrate aufweisen.

Eine Plattenosteosynthese wird im Schaftbereich deutlich seltener eingesetzt, da die Belastungen sehr hoch sind und das Risiko eines Implantatversagens größer ist. Die intramedulläre Nagelosteosynthese ermöglicht dagegen eine frühzeitige Belastung und Mobilisation.

Vorteile der Nagelosteosynthese:

  • Hohe Knochenheilungsrate
  • Frühe Belastbarkeit
  • Geringeres Infektionsrisiko
  • Kleinerer Operationszugang
  • Unterstützung der biologischen Knochenheilung

Warum stellen kniegelenksnahe Oberschenkelknochenbrüche für Chirurgen eine besondere Herausforderung dar?

Distale Femurfrakturen gehören zu den anspruchsvollsten Verletzungen der Orthopädie. Zum einen wird der Knochen in diesem Bereich breiter und dünner und besitzt insbesondere bei älteren Patienten eine geringere Stabilität. Zum anderen reichen die Frakturen häufig bis in das Kniegelenk hinein. Bereits kleinste Stufenbildungen der Gelenkfläche können langfristig Arthrose und Schmerzen verursachen.

Ein modernes Verfahren stellt die minimalinvasive Plattenosteosynthese (MIPO) dar. Dabei werden spezielle Platten über kleine Hautschnitte unter die Haut vorgeschoben, ohne die Blutversorgung des Knochens unnötig zu beeinträchtigen. Ist die Knochenqualität jedoch sehr schlecht, kann eine Kombination aus Nagel und Platte notwendig sein. Diese Technik bietet eine besonders hohe Stabilität und erlaubt selbst älteren Patienten eine frühzeitige Belastung.

Besondere Herausforderungen sind:

  • Schlechte Knochenqualität
  • Gelenkbeteiligung
  • Kurzes Knochenfragment
  • Starke Muskelzugkräfte
  • Risiko von Gefäßverletzungen

Was ist eine atypische Oberschenkelknochenfraktur infolge einer Medikamenteneinnahme?

In der Medizin kann die Behandlung einer Erkrankung gelegentlich neue Probleme verursachen. Bisphosphonate, die zur Behandlung der Osteoporose eingesetzt werden, hemmen den Knochenabbau. Bei einer Anwendung über fünf Jahre oder länger kann jedoch der natürliche Knochenumbau übermäßig unterdrückt werden. Der Knochen wird dadurch zwar härter, aber gleichzeitig spröde. In diesem Zusammenhang können sogenannte atypische Femurfrakturen auftreten, teilweise sogar ohne relevantes Trauma.

Diese Frakturen kündigen sich häufig durch langanhaltende Schmerzen an der Vorderseite des Oberschenkels oder in der Leiste an. Diese Beschwerden stellen Warnzeichen eines Stressbruchs dar. Wird eine solche Diagnose gestellt, sollte das Medikament abgesetzt werden. Selbst wenn noch keine vollständige Fraktur vorliegt, kann eine prophylaktische Nagelosteosynthese notwendig werden, da diese Frakturen nur schlecht ausheilen.

Warnzeichen:

  • Schmerzen an der Vorderseite des Oberschenkels
  • Leistenschmerzen
  • Langjährige Medikamenteneinnahme
  • Verdickung der Kortikalis
  • Anhaltende Schmerzen

Was wird getan, wenn ein Oberschenkelknochenbruch trotz Operation nicht verheilt?

Eine Pseudarthrose gehört sowohl für den Patienten als auch für den Operateur zu den schwierigsten Situationen. Trotz optimaler Behandlung kann es vorkommen, dass die Knochenenden nicht zusammenheilen. Liegt die Ursache in einer unzureichenden Stabilität, erfolgt häufig ein Nagelwechsel. Dabei wird das Implantat entfernt, der Markraum erneut aufgebohrt und ein stärkerer Nagel eingesetzt, wodurch die Heilung erneut angeregt wird.

Liegt hingegen eine Infektion vor, ändert sich die Strategie grundlegend. Solange eine Infektion besteht, kann der Knochen nicht ausheilen. Zunächst werden alle infizierten Gewebe und Implantate entfernt und antibiotikahaltige Platzhalter eingesetzt. Erst nach vollständiger Ausheilung der Infektion erfolgt die erneute operative Rekonstruktion.

Ursachen einer Pseudarthrose:

  • Unzureichende Stabilisierung
  • Infektion
  • Ungenügende Durchblutung
  • Rauchen
  • Stoffwechselerkrankungen

Wie verläuft die Heilungsphase und häusliche Pflege nach einem Oberschenkelknochenbruch?

Die Operation stellt nur einen Teil der Behandlung dar; ebenso wichtig sind die postoperative Versorgung und Rehabilitation. Ein zentrales Thema bei der Entlassung ist die Vorbeugung einer Thrombose. Nach Femuroperationen besteht ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel in den Beinvenen. Gelangen diese in die Lunge, kann dies lebensbedrohlich sein. Daher müssen Patienten in der Regel etwa einen Monat lang blutverdünnende Medikamente oder Injektionen anwenden.

Der Zeitpunkt der Belastung richtet sich nach der Fraktur und der Stabilität der Osteosynthese. Wurde eine stabile Versorgung erreicht und ist die Knochenqualität gut, darf der Patient das Bein entsprechend seiner Schmerzgrenze belasten. Eine frühe Belastung kann die Knochenheilung sogar fördern. Bei komplexen gelenknahen Frakturen wird dagegen häufig für sechs bis acht Wochen nur eine Teilbelastung erlaubt.

Viele Patienten fragen außerdem nach der Entfernung der Implantate. In der Regel sind diese für einen dauerhaften Verbleib vorgesehen. Solange keine Schmerzen, kein Druckgefühl oder keine Infektion auftreten, wird eine Entfernung normalerweise nicht empfohlen, da jeder Eingriff neue Schraubenlöcher hinterlässt und das Risiko einer erneuten Fraktur erhöhen kann.

Wichtige Maßnahmen zu Hause:

  • Regelmäßige Einnahme der Medikamente
  • Wundpflege
  • Atemübungen
  • Physiotherapeutische Übungen
  • Ausgewogene Ernährung

Häufig gestellte Fragen

Zu den typischen Symptomen gehören starke Schmerzen im Oberschenkel oder an der Hüfte, die Unfähigkeit aufzustehen, deutliche Schwellungen, Blutergüsse, Fehlstellungen des Beins und Bewegungseinschränkungen. Diese Verletzung erfordert eine sofortige medizinische Behandlung.
Bei jungen Menschen entstehen Femurfrakturen meist durch Verkehrsunfälle oder Hochenergietraumata. Bei älteren Patienten können aufgrund einer Osteoporose bereits einfache Stürze zu einem Bruch führen.
Die Diagnose basiert auf einer körperlichen Untersuchung und Röntgenaufnahmen. Bei Bedarf werden zusätzlich eine Computertomographie oder eine Magnetresonanztomographie durchgeführt, um die Fraktur genauer zu beurteilen.
Die meisten Femurfrakturen müssen operativ versorgt werden. Verschobene Frakturen, offene Frakturen oder Verletzungen von Gefäßen und Nerven machen eine Operation in der Regel erforderlich.
Während der Operation werden die Knochenfragmente anatomisch ausgerichtet und mit intramedullären Nägeln, Platten oder Schrauben stabilisiert. Die Wahl der Methode richtet sich nach Frakturtyp, Lokalisation und Allgemeinzustand des Patienten.
Die Knochenheilung erfolgt meist innerhalb mehrerer Monate. Die Gesamtdauer der Genesung hängt vom Alter des Patienten, der Knochenqualität, der Frakturform und der Rehabilitation ab.
Die Physiotherapie trägt dazu bei, Muskelkraft aufzubauen, den Bewegungsumfang der Gelenke zu erhalten und die sichere Gehfähigkeit wiederherzustellen. Eine konsequente Rehabilitation unterstützt die Rückkehr in den Alltag erheblich.
Unbehandelte Femurfrakturen können zu Fehlheilungen, Pseudarthrosen, Beinlängendifferenzen, chronischen Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und dauerhaften Funktionsverlusten führen.
Der Zeitpunkt der Mobilisation richtet sich nach Frakturtyp, Operationsverfahren und Knochenheilung. Einige Patienten können frühzeitig mit Unterstützung gehen, während bei anderen eine schrittweise Belastungssteigerung erforderlich ist.
Bei zunehmenden starken Schmerzen, hohem Fieber, Wundsekretion, ausgeprägter Schwellung des Beins, Taubheitsgefühlen, Blaufärbung, Atemnot oder plötzlichem Funktionsverlust sollte unverzüglich eine medizinische Einrichtung aufgesucht werden.
Aktualisierungsdatum: 24. Juli 2026

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