Die Freiberg-Krankheit ist eine Knochennekrose, die infolge einer Durchblutungsstörung insbesondere am Kopf des zweiten Mittelfußknochens entsteht. Sie tritt gewöhnlich häufiger bei jungen Frauen auf.
Schmerzen, Schwellungen und Druckempfindlichkeit beim Gehen gehören zu den deutlichsten Symptomen der Erkrankung. Langes Stehen oder das Tragen enger Schuhe kann die Beschwerden verstärken.
Zur Diagnose werden eine klinische Beurteilung und Röntgenaufnahmen eingesetzt. In frühen Stadien zeigt eine Magnetresonanztomografie die Veränderungen der Knochenstruktur deutlicher.
Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. Während Ruhe, Einlagen und medikamentöse Behandlung die erste Behandlungsstufe darstellen, kann in fortgeschrittenen Stadien ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein.
| Was Sie wissen sollten | Information |
| Name der Erkrankung | Freiberg-Krankheit (Freiberg-Osteochondritis) |
| Definition | Eine seltene Knochenerkrankung, die durch avaskuläre Nekrose und Knocheneinbruch infolge einer gestörten Durchblutung eines Mittelfußköpfchens, gewöhnlich am zweiten oder dritten Zeh, gekennzeichnet ist. |
| Ursachen | Wiederholte Traumata, langes Stehen, das Tragen hochhackiger Schuhe, Durchblutungsstörungen, in manchen Fällen zugrunde liegende systemische Erkrankungen |
| Bei wem tritt sie auf? | Sie tritt gewöhnlich häufiger bei jungen Frauen und Mädchen im Jugendalter auf; sie kann auch bei aktiven Sportlern vorkommen. |
| Symptome | Schmerzen, Schwellung und Druckempfindlichkeit im Zehengelenk, zunehmende Beschwerden beim Gehen oder Stehen, eingeschränkte Gelenkbeweglichkeit, in fortgeschrittenen Fällen Deformität |
| Diagnosemethoden | Die Diagnose wird durch klinische Untersuchung, Röntgen und Magnetresonanztomografie (MRT) gestellt; in frühen Stadien können die Röntgenbefunde begrenzt sein. |
| Stadieneinteilung | Die Stadien der Erkrankung werden entsprechend dem Ausmaß des Knocheneinbruchs und der Gelenkschädigung klassifiziert (Frühstadium, mittleres Stadium, fortgeschrittenes Stadium) |
| Behandlungsmethoden | Ruhe, Verwendung geeigneter Schuhe, Unterstützung durch Einlagen oder Orthesen, schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente, Physiotherapie, in fortgeschrittenen Stadien chirurgischer Eingriff (Débridement, Knochentransfer, Gelenkoperation) |
| Physiotherapie | Muskelkräftigende Übungen, Übungen zur Verbesserung des Bewegungsumfangs des Gelenks, Maßnahmen zur Schmerzkontrolle |
| Heilungsverlauf | Durch frühzeitige Diagnose und geeignete Behandlung kann eine deutliche Besserung erreicht werden; in fortgeschrittenen Stadien kann sich die Heilungsdauer nach einer Operation verlängern |
| Komplikationen | Dauerhafte Gelenkdeformität, chronische Schmerzen, Bewegungseinschränkung und Gehschwierigkeiten können auftreten |
| Vorbeugungsmethoden | Vermeidung von Traumata, Auswahl geeigneter Schuhe, sorgfältige Beachtung der Fußgesundheit |
Yazı İçeriği
Was ist die Freiberg-Krankheit?
Die Freiberg-Krankheit ist eine Erkrankung, die infolge einer Durchblutungsstörung am Kopf eines Mittelfußknochens, insbesondere am zweiten Mittelfußknochen, entsteht und durch das Absterben des Knochengewebes gekennzeichnet ist. Sie tritt gewöhnlich bei Mädchen im Jugendalter auf und kann bei ausbleibender frühzeitiger Diagnose zu dauerhaften Gelenkschäden führen.
- Schmerzen: Schmerzen am Mittelfußköpfchen, die insbesondere beim Gehen oder beim Auftreten auf die Zehenspitzen zunehmen
- Schwellung: Deutliche Schwellung und Druckempfindlichkeit im Vorfußbereich
- Bewegungseinschränkung: Verminderte Beweglichkeit oder Steifigkeitsgefühl der Zehen
- Hinken: Hinken aufgrund von Schmerzen bei längeren Gehstrecken
- Radiologische Befunde: In fortgeschrittenen Stadien Einbruch des Knochenkopfes und Schädigung der Gelenkfläche
Im Frühstadium ist eine Behandlung durch Ruhe, die Auswahl geeigneter Schuhe und orthopädische Hilfsmittel möglich; in fortgeschrittenen Fällen kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein.
Wodurch wird die Freiberg-Krankheit verursacht?
Die Entstehung der Freiberg-Krankheit ist nicht auf eine einzelne Ursache zurückzuführen. Meist gleicht sie einem „perfekten Sturm“, der durch das Zusammenwirken mehrerer ungünstiger Faktoren entsteht. Die Gewichtung dieser Faktoren kann bei jedem Patienten unterschiedlich sein, der zugrunde liegende Mechanismus besteht jedoch darin, dass die Blutversorgung des Knochenkopfes auf irgendeine Weise gefährdet wird. Die wichtigsten Faktoren, die diesen Zustand auslösen können, fügen sich wie Teile eines Puzzles zusammen und bilden das Krankheitsbild.
Eine unzureichende Durchblutung ist das grundlegendste Problem. Wie jedes lebende Gewebe in unserem Körper benötigen auch unsere Knochen eine kontinuierliche Blutversorgung, um ernährt zu werden und am Leben zu bleiben. Der Kopf des zweiten Mittelfußknochens ist anatomisch gesehen hinsichtlich seiner Blutgefäße ein etwas empfindlicherer und schwächerer Bereich. Die Gefäße, die diesen Bereich mit Blut versorgen, können dünn und gegenüber äußeren Einflüssen anfällig sein. So wie ein dünner Gartenschlauch leicht geknickt werden und den Wasserfluss unterbrechen kann, kann auch der Blutfluss in diesem Bereich durch wiederholten Druck oder strukturelle Besonderheiten leicht beeinträchtigt werden. Wenn die Durchblutung abnimmt oder zum Stillstand kommt, erhalten die Knochenzellen keinen Sauerstoff und keine Nährstoffe mehr und beginnen langsam abzusterben. Genau auf diese Weise beginnt der zerstörerische Prozess, der der Erkrankung zugrunde liegt.
Wiederholte kleine Stöße, also Mikrotraumata, gehören zu den wichtigsten äußeren Faktoren, die diesen Prozess auslösen. Es handelt sich nicht um ein einzelnes Ereignis wie einen schweren Sturz oder eine Verstauchung. Vielmehr ist es die kumulative Wirkung Tausender kleiner und unauffälliger Belastungen, die sich im Laufe der Zeit ansammeln. Besonders bei jungen Sportlern, die Sportarten wie Ballett, Tanz und Gymnastik ausüben, bei denen häufiges Aufrichten auf die Zehenspitzen erforderlich ist, oder bei Sportarten wie Laufen, die den Vorfuß ständig stoßartig belasten, ist dieses Risiko deutlich erhöht. Bei jedem Schritt und jedem Sprung kann die Belastung des zweiten Mittelfußknochens kleine Stressfrakturen in diesem empfindlichen Bereich verursachen, die Blutgefäße schädigen und die Durchblutung beeinträchtigen.
Auch die eigene Struktur des Fußes, also seine Biomechanik, ist ein weiterer wichtiger Faktor, der die Entstehung der Erkrankung begünstigt. Bei manchen Menschen liegt ein sogenannter „Morton-Fuß“ vor, bei dem der zweite Zeh länger als der große Zeh ist. Diese anatomische Struktur führt dazu, dass beim Gehen und Laufen während der Abstoßphase deutlich mehr Körpergewicht als gewöhnlich auf den zweiten Mittelfußknochen übertragen wird. Diese chronische Überlastung setzt den Knochen dauerhaft unter Stress. Wenn zusätzlich ungeeignete Schuhgewohnheiten des modernen Lebens hinzukommen, vervielfacht sich das Risiko. Besonders spitz zulaufende und hochhackige Schuhe verlagern das Körpergewicht auf unnatürliche Weise direkt auf diese kleinen Mittelfußknochen, erhöhen den Druck in diesem Bereich übermäßig und begünstigen die Entstehung der Erkrankung geradezu.
Schließlich können auch systemische Erkrankungen wie Diabetes oder Lupus, die den gesamten Körper betreffen, das Risiko erhöhen, indem sie die Gesundheit der Blutgefäße beeinträchtigen oder den Knochenstoffwechsel negativ beeinflussen. In seltenen Fällen können auch zugrunde liegende rheumatische Erkrankungen oder Gerinnungsstörungen die Freiberg-Krankheit auslösen. Daher kann es insbesondere in untypischen Fällen notwendig sein, die Situation aus einer umfassenderen Perspektive zu betrachten, um zu verstehen, ob das Problem lediglich aus einer mechanischen Störung des Fußes besteht.
Bei wem tritt die Freiberg-Krankheit am häufigsten auf?
Die Freiberg-Krankheit besitzt ein bestimmtes „Risikoprofil“, bei dem einige Merkmale besonders hervorstechen. Diese Merkmale sind:
- Weibliches Geschlecht (3- bis 5-mal häufiger als bei Männern)
- Jugendalter (insbesondere zwischen 11 und 17 Jahren)
- Beteiligung des zweiten Mittelfußknochens (etwa 68 % aller Fälle)
- Beteiligung des dritten Mittelfußknochens (etwa 27 % aller Fälle)
- Einseitige Beteiligung (bei 90 % der Fälle)
- Beidseitige Beteiligung (bei etwa 10 % der Fälle)
Auch wenn uns diese Statistiken ein allgemeines Bild vermitteln, darf ein wichtiger Punkt nicht vergessen werden. Obwohl die Erkrankung am häufigsten bei jungen Mädchen im Jugendalter auftritt, ist sie nicht ausschließlich auf diese Gruppe beschränkt. Sie kann auch erstmals bei einer Frau im Alter von 60 oder 70 Jahren diagnostiziert werden, die ihr ganzes Leben lang keinen Sport betrieben hat. Daher sollte die Freiberg-Krankheit bei Beschwerden über Vorfußschmerzen unabhängig von Alter und Geschlecht als mögliche Ursache berücksichtigt werden.
Was sind die Symptome der Freiberg-Krankheit?
Die Patienten stellen sich gewöhnlich mit ähnlichen Beschwerden vor, und diese Symptome liefern wichtige Hinweise für die Diagnose der Erkrankung. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Schmerzen im Vorfußbereich unterhalb des betroffenen Zehs, die einen ziehenden Charakter haben können
- Deutlich zunehmende Schmerzen bei Aktivitäten wie Gehen und Laufen oder beim Aufrichten auf die Zehenspitzen
- Verstärkung der Schmerzen beim Barfußgehen oder beim Tragen dünnsohliger Schuhe
- Ständiges Gefühl, als befände sich ein Kieselstein oder eine Murmel im Schuh oder unter dem Fuß
- Sichtbare oder tastbare Schwellung im Bereich des betroffenen Gelenks
- Steifigkeit und eingeschränkte Beweglichkeit des Zehs, insbesondere beim Beugen nach oben
- Unbewusst entwickeltes Hinken zur Vermeidung von Schmerzen
- Hartnäckige Hornhautbildung unterhalb des schmerzhaften Bereichs aufgrund des erhöhten Drucks
Das charakteristischste dieser Symptome ist zweifellos das Gefühl, „als befände sich ein Stein unter dem Fuß“. Patienten beschreiben dies häufig mit den Worten: „Ich dachte, in meinem Schuh wäre etwas, ich zog ihn aus und sah nach, aber da war nichts.“ Dieses Gefühl entsteht dadurch, dass der eingesunkene und unregelmäßig gewordene Knochenkopf beim Gehen Druck auf die Weichteile und Nerven unter dem Fuß ausübt. Die Schmerzen beginnen meist schleichend und werden anfangs nur am Ende langer und anstrengender Tage wahrgenommen, bevor sie mit der Zeit dauerhafter und belastender werden.
Was wird bei der Untersuchung der Freiberg-Krankheit durchgeführt?
Der Weg zur richtigen Diagnose führt über das Anhören der Krankengeschichte des Patienten und eine anschließende sorgfältige und ausführliche körperliche Untersuchung. Die Untersuchung beschränkt sich nicht darauf, den schmerzhaften Bereich zu berühren; vielmehr handelt es sich um einen umfassenden Prozess, bei dem der Fuß als Ganzes beurteilt wird. Während dieser Untersuchung konzentriert man sich auf mehrere grundlegende Schritte.
Die Untersuchungsbefunde werden gewöhnlich wie folgt beurteilt.
Beobachtung (Inspektion):
- Lokalisierte Schwellung
- Leichte Rötung
- Hornhautbildung unter der Haut
- In fortgeschrittenen Fällen Deformitäten wie Hammerzehen
Abtasten (Palpation):
- Punktuelle Druckempfindlichkeit über dem betroffenen Mittelfußköpfchen
- Verdickungsgefühl der Gelenkkapsel
- Flüssigkeitsansammlung im Gelenk (Erguss)
Beurteilung der Beweglichkeit:
- Schmerzen und Einschränkung beim Beugen des Zehs nach oben (Dorsalflexion)
- Reibungs- oder Klickgeräusche aus dem Gelenk während der Bewegung (Krepitation)
- Gewöhnlich geringere Schmerzen beim Beugen des Zehs nach unten (Plantarflexion)
Spezielle Stabilitätstests:
- Manöver zur Feststellung einer ungewöhnlichen Gelenklockerung
- Überprüfung der Stabilität einer wichtigen Bandstruktur, die als Plantarplatte bezeichnet wird
Jeder dieser Untersuchungsschritte hilft dabei festzustellen, ob die Ursache der Schmerzen tatsächlich die Freiberg-Krankheit ist, und sie von anderen Ursachen von Vorfußschmerzen wie einer Nervenkompression (Neurom) zu unterscheiden. Beispielsweise sind Schmerzen am Mittelfußköpfchen und eine Zunahme der Schmerzen beim Beugen des Zehs nach oben starke Hinweise auf die Freiberg-Krankheit.
Wie wird die Freiberg-Krankheit diagnostiziert?
Obwohl die Beschwerden des Patienten und die Befunde der körperlichen Untersuchung ausreichen können, um den Verdacht auf die Freiberg-Krankheit zu äußern, sind bildgebende Verfahren erforderlich, um die Diagnose zu bestätigen, das Stadium der Erkrankung zu bestimmen und den geeignetsten Behandlungsweg festzulegen. Jede Bildgebungstechnik ergänzt einen anderen Teil des Puzzles und vermittelt uns das vollständige Bild der Erkrankung.
- Röntgen (konventionelle Röntgenaufnahme): Das Röntgen ist der erste Schritt auf diesem Weg. Aufnahmen im Stehen sind wertvoller, da sie den Zustand der Knochen unter Belastung zeigen. Dabei gibt es jedoch einen wichtigen Punkt: In den ersten Wochen oder manchmal sogar Monaten der Erkrankung können die Röntgenaufnahmen vollständig normal erscheinen. Dies bedeutet nicht, dass keine Erkrankung vorliegt, sondern lediglich, dass die Veränderungen im Knochen noch nicht weit genug fortgeschritten sind, um im Röntgen sichtbar zu werden. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung treten typische Röntgenbefunde auf. Dazu gehören eine Abflachung an der Oberseite des Mittelfußköpfchens, die sich im Laufe der Zeit zu einem Einbruch entwickelt, eine Zunahme der Knochendichte (Sklerose), gelegentliche kleine Knochenfragmentierungen sowie in fortgeschrittenen Stadien eine Verschmälerung des Gelenkspalts und Arthrose.
- Magnetresonanztomografie (MRT): Die MRT ist der Goldstandard für die frühzeitige Diagnose der Freiberg-Krankheit. Sie ist wie ein „Superdetektiv“, der die Erkrankung selbst in den frühesten Stadien erkennen kann, in denen das Röntgen noch unauffällig bleibt. Die MRT stellt die innere Struktur des Knochens sehr detailliert dar und erkennt eindeutig das durch die gestörte Durchblutung entstehende „Knochenmarködem“, also die Flüssigkeitszunahme im Knochen. Dies ist das früheste Zeichen der Erkrankung. Darüber hinaus zeigt die MRT, welcher Anteil des Knochens betroffen ist, wie der Zustand des darüberliegenden Gelenkknorpels ist, ob dieser intakt, eingerissen oder ausgedünnt ist, wie viel Flüssigkeit sich im Gelenk befindet und wie gesund die umliegenden Bandstrukturen sind. Diese detaillierten Informationen sind insbesondere bei der Planung einer Operation von unschätzbarem Wert.
- Computertomografie (CT): Die Computertomografie ist ein sehr detailliertes Bildgebungsverfahren, das eine dreidimensionale Karte der Knochenstruktur erstellt. Sie wird insbesondere verwendet, um das Ausmaß des Knocheneinbruchs und der Deformität sowie die Lage und Größe möglicher freier Knochenfragmente millimetergenau zu beurteilen. Sie wird vor allem bei komplexen Fällen und vor einer Operation eingesetzt, um den geplanten Eingriff bis ins kleinste Detail vorzubereiten.
Welche Stadien der Freiberg-Krankheit gibt es und wie beeinflussen sie die Behandlung?
Die Freiberg-Krankheit ist kein statischer Zustand, sondern ein fortschreitender Prozess. Um diesen Verlauf zu beschreiben und die Behandlung zu steuern, wird die Erkrankung nach der am häufigsten verwendeten „Smillie-Klassifikation“ in fünf Stadien eingeteilt. Da der Behandlungsplan weitgehend vom jeweiligen Stadium des Patienten abhängt, ist die Stadieneinteilung von entscheidender Bedeutung.
- Stadium I: Dies ist das früheste und „stillste“ Stadium der Erkrankung. Die Blutversorgung des Knochens beginnt sich gerade zu verschlechtern, und gewöhnlich findet sich nur ein feiner Haarriss im Knochenkopf. Die Röntgenaufnahmen sind meist normal, und die Erkrankung kann nur mittels MRT erkannt werden. Dieses Stadium ist die hoffnungsvollste Phase, in der nichtoperative Behandlungen am besten wirken und der Knochen sich manchmal sogar selbst heilen kann.
- Stadium II: In diesem Stadium beginnt eine leichte Absenkung oder Abflachung der oberen Knochenfläche. Die Schädigung ist nun auch im Röntgen sichtbar. Der Knorpel an der Unterseite des Knochens wirkt weiterhin wie ein intaktes „Scharnier“. Die nichtoperative Behandlung bleibt die erste Wahl, und die Erfolgsaussichten sind weiterhin sehr hoch.
- Stadium III: Der Einbruch vertieft sich weiter, und an den Seiten des Knochens beginnen sich kleine Knochenvorsprünge zu bilden. Die Gelenkkongruenz ist nun deutlich gestört. Auch in diesem Stadium werden zunächst nichtoperative Methoden versucht, jedoch steigt die Wahrscheinlichkeit eines unzureichenden Ansprechens, und eine Operation wird ernsthafter als Behandlungsoption erwogen.
- Stadium IV: Dieses Stadium stellt einen „Wendepunkt“ dar. Das intakte Knorpelscharnier unter dem Knochen bricht ebenfalls, und der eingesunkene zentrale Bereich wird zu einem freien Fragment im Gelenk, einem sogenannten Gelenkkörper. Dieses freie Fragment kann mechanische Symptome wie Einklemmung und Blockierung des Gelenks verursachen. In diesem Stadium ist es nicht mehr möglich, die normale Anatomie des Gelenks wiederherzustellen, und bei Patienten mit Schmerzen ist gewöhnlich ein chirurgischer Eingriff erforderlich.
- Stadium V: Dies ist das Endstadium der Erkrankung. Das Gelenk ist vollständig zerstört, der Knochenkopf stark abgeflacht und deformiert. Der Gelenkspalt ist verschwunden, und um das Gelenk haben sich große arthrotische Knochenanbauten (Osteophyten) gebildet. Dieses Stadium entspricht nun einer fortgeschrittenen Gelenkarthrose. Das Ziel der Behandlung besteht nicht mehr darin, das Gelenk zu retten, sondern die Schmerzen zu beseitigen und die Gehfunktion des Patienten so weit wie möglich zu verbessern.
Welche nichtoperativen Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei der Freiberg-Krankheit?
Unabhängig vom Stadium der Erkrankung beginnt die Behandlung immer mit nichtoperativen, also konservativen Methoden. Das Hauptziel dieser Behandlungen besteht darin, in der akuten Phase die Schmerzen und die entzündliche Reaktion im Gelenk zu kontrollieren, das Gelenk durch Entlastung vor weiteren Schäden zu schützen und dem Knochen die Möglichkeit zur Selbstheilung zu geben. Dieser Ansatz ist insbesondere bei Patienten in frühen Stadien, also Stadium I, II und manchmal III, gewöhnlich sehr erfolgreich.
Der nichtoperative Behandlungsansatz umfasst meist eine Kombination mehrerer Methoden. Zu diesen Methoden gehören:
- Anpassung der Aktivität (Vermeidung von Sportarten wie Laufen und Springen)
- Vollständige Ruhe in der akuten Phase
- Ruhigstellung mit einem speziellen Gehschuh oder Gipsverband (4 bis 6 Wochen)
- Schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente
- Individuell angefertigte orthopädische Einlagen
- In die Einlage integrierte Mittelfußpolster oder -leisten (druckentlastende Hilfsmittel)
- Breite Schuhe mit harter Sohle
- Schuhe mit Abrollsohle (Rocker-Bottom)
- Physiotherapie zur Verbesserung des Bewegungsumfangs nach Abklingen der akuten Phase
- Bei schwerer Entzündung selten eingesetzte Kortisoninjektionen
Es ist wichtig, die Erfolgsaussichten dieser Behandlungsmethoden realistisch einzuschätzen. Bei Patienten im Frühstadium ist es häufig möglich, mit diesen Methoden eine vollständige Schmerzfreiheit und die Rückkehr in das normale Leben zu erreichen. „Erfolg“ kann jedoch manchmal auch bedeuten, dass die Schmerzen abnehmen, während eine gewisse Gelenksteifigkeit bestehen bleibt. Bei manchen Patienten bietet die nichtoperative Behandlung eine dauerhafte Lösung, während sie bei einer anderen Gruppe lediglich vorübergehende Linderung verschaffen kann. Wenn die Schmerzen des Patienten trotz eines umfassenden konservativen Behandlungsprogramms über 3 bis 6 Monate den Alltag weiterhin beeinträchtigen, sollte dies nicht als Misserfolg angesehen werden. Es zeigt lediglich, dass die Erkrankung in eine Phase übergegangen ist, die einen chirurgischen Eingriff erfordert, und dass der Zeitpunkt gekommen ist, im Behandlungsplan zum nächsten Schritt überzugehen.
Wann und wie wird die Freiberg-Krankheit operiert?
Ein chirurgischer Eingriff kommt infrage, wenn nichtoperative Behandlungsmethoden unzureichend bleiben, die Schmerzen des Patienten anhalten und seine Lebensqualität abnimmt. Er wird gewöhnlich in fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung, Stadium IV und V, oder bei Vorliegen eines freien Knochenfragments bevorzugt, das mechanische Blockierungen im Gelenk verursacht. Die Wahl der anzuwendenden Operationstechnik wird individuell entsprechend dem Alter des Patienten, seinen Aktivitätserwartungen, dem Stadium der Erkrankung und dem Ausmaß der Knochenschädigung festgelegt. Grundsätzlich lassen sich die Operationen in zwei Hauptgruppen einteilen: gelenkerhaltende Verfahren und Verfahren, die bei nicht mehr rettbaren Gelenken das Gelenk aufgeben, um die Schmerzen zu beseitigen.
Gelenkerhaltende (restaurative) Operationen
Ziel der Operationen in dieser Gruppe ist es, das eigene Gelenk des Patienten zu erhalten, die Schmerzen zu beseitigen und die Gelenkfunktion wiederherzustellen. Sie werden gewöhnlich bei jüngeren, aktiven Patienten bevorzugt, bei denen das Gelenk noch nicht vollständig arthrotisch verändert ist.
- Gelenkreinigung (Débridement): Dieser Eingriff ist gewissermaßen eine „Grundreinigung“ des Gelenks. Das Gelenk wird offen oder geschlossen, also arthroskopisch, eröffnet, und entzündliches Gewebe, freie Knochen-Knorpel-Fragmente sowie schmerzauslösende Knochenvorsprünge werden entfernt. Der Eingriff wird gewöhnlich gemeinsam mit anderen Verfahren durchgeführt und kann allein angewendet eine vorübergehende Linderung der Symptome bewirken.
- Dorsale Keilosteotomie (DCWO): Dies ist eines der am häufigsten angewandten und erfolgreichsten Verfahren in der Chirurgie der Freiberg-Krankheit. Das Prinzip ist sehr durchdacht: Aus dem Halsbereich des Mittelfußknochens wird ein kleines keilförmiges Knochenstück entfernt. Dadurch wird der Kopf des Knochens leicht nach oben gekippt. Auf diese Weise wird die tragende und geschädigte obere Fläche des Knochenkopfes entlastet. Stattdessen wird die darunterliegende intakte und glatte Knorpelfläche nach oben gedreht und zur neuen tragenden Fläche. Mit anderen Worten wird die geschädigte Oberfläche durch eine intakte Oberfläche ersetzt. Mit dieser Methode werden langfristig eine sehr hohe Patientenzufriedenheit und schmerzfreie Funktion erreicht.
- Osteochondrale Autograft-Transplantation (OAT / Mosaikplastik): Dabei handelt es sich gewissermaßen um eine „Knorpeltransplantation“. Aus einem nicht belasteten Bereich des Kniegelenks wird ein kleiner Knochenzylinder mit intaktem Knorpel entnommen. Nachdem der geschädigte Bereich des Mittelfußknochens im Fuß gereinigt wurde, wird dieses gesunde Gewebe dorthin transplantiert. Dadurch wird die beschädigte Oberfläche vollständig mit neuem und lebendem Knorpelgewebe repariert. Besonders bei jungen und sportlich aktiven Patienten ist dies eine ausgezeichnete Option, da eine biologische Reparatur erreicht wird. Der einzige Nachteil besteht darin, dass ein zweiter chirurgischer Eingriff am Knie erforderlich ist und in seltenen Fällen kniebezogene Beschwerden auftreten können.
Gelenkopfernde (rettende) Operationen
Diese Verfahren sind für Erkrankungen im Endstadium, also Stadium V, reserviert, bei denen das Gelenk so stark zerstört ist, dass es nicht mehr gerettet werden kann. Ziel ist nicht ein funktionelles Gelenk, sondern ein schmerzfreier Fuß.
- Interpositionsarthroplastik: Dies ist das am häufigsten bevorzugte rettende Verfahren. Nachdem die geschädigten und arthrotisch veränderten Gelenkflächen gereinigt wurden, wird ein aus körpereigenem Gewebe des Patienten, beispielsweise der Gelenkkapsel oder einer Sehne, angefertigtes Polster zwischen die Gelenkflächen eingebracht. Diese Methode beseitigt die Schmerzen, ohne einen Fremdkörper, also ein Implantat, zu verwenden, und erhält die Knochenlänge. Der Erhalt der Knochenlänge ist sehr wichtig, da dadurch eine übermäßige Belastung der benachbarten Zehen, eine sogenannte Transfermetatarsalgie, verhindert wird.
- Resektionsarthroplastik (Entfernung des Gelenkkopfes): Bei diesem Verfahren wird der geschädigte Kopf des Mittelfußknochens vollständig abgeschnitten und entfernt. Obwohl dadurch die Schmerzen beseitigt werden können, sollte dies wegen möglicher schwerwiegender langfristiger Probleme nur als letzte Möglichkeit angesehen werden. Da der entfernte Knochen keine Last mehr tragen kann, wird die Belastung auf die benachbarten gesunden Knochen verlagert, wodurch dort neue, schwer zu behandelnde Schmerzen entstehen können. Aus diesem Grund wird dieses Verfahren in der modernen Chirurgie möglichst vermieden.
- Implantatarthroplastik (Prothese): Dabei wird das zerstörte Gelenk durch eine synthetische Prothese, beispielsweise aus Silikon, ersetzt. Die für diese kleinen Gelenke entwickelten Prothesen weisen jedoch im Laufe der Zeit relativ hohe Komplikationsraten wie Bruch, Lockerung und Fremdkörperreaktionen auf. Daher wird dieses Verfahren bei der Behandlung der Freiberg-Krankheit nicht routinemäßig empfohlen.
Was erwartet mich nach der Behandlung der Freiberg-Krankheit?
Das langfristige Ergebnis der Freiberg-Krankheit, also die Prognose, hängt unmittelbar davon ab, in welchem Stadium die Erkrankung erkannt wurde und welcher Behandlungsweg gewählt wurde. Es lässt sich ein allgemeines Erwartungsbild beschreiben.
Die Prognose von Patienten, bei denen die Erkrankung im Frühstadium, Stadium I bis III, diagnostiziert und mit geeigneten nichtoperativen Methoden wie Ruhe, Einlagen und der richtigen Schuhwahl behandelt wurde, ist gewöhnlich sehr gut. Die große Mehrheit dieser Patienten wird ohne Operation schmerzfrei und kehrt in ein normales, aktives Leben zurück. Im frühesten Stadium ist es sogar möglich, dass sich der Knochen vollständig selbst repariert und seine normale Struktur wiedererlangt.
Wenn die Erkrankung fortgeschritten ist und ein chirurgischer Eingriff erforderlich wird, hängt die Prognose von der Art der gewählten Operation ab. Die Ergebnisse nach gelenkerhaltenden rekonstruktiven Operationen wie DCWO oder OAT sind ausgezeichnet. In der Literatur werden nach diesen Operationen Raten von über 90 % für Schmerzfreiheit und vollständige Rückkehr zur Aktivität berichtet. Diese positiven Ergebnisse bleiben über viele Jahre, sogar länger als 20 Jahre, bestehen. Auch rettende Verfahren wie die Interpositionsarthroplastik sind bei Erkrankungen im Endstadium sehr erfolgreich bei der Schmerzlinderung und dem Erhalt der Funktion. Nach Operationen wie der Resektionsarthroplastik, bei denen Knochen entfernt wird, ist die Prognose jedoch unsicherer; selbst wenn die ursprünglichen Gelenkschmerzen verschwinden, können neue und schwer behandelbare Probleme wie eine Transfermetatarsalgie auftreten.
Wenn die Erkrankung überhaupt nicht behandelt oder unzureichend behandelt wird, schreitet ihr natürlicher Verlauf zwangsläufig zur vollständigen Zerstörung des Gelenks und zu einer schmerzhaften, behindernden Arthrose fort, die die Beweglichkeit einschränkt und die Lebensqualität erheblich vermindert.
Häufig gestellte Fragen
In welcher Altersgruppe und bei wem tritt die Freiberg-Krankheit am häufigsten auf?
Mit welchen Symptomen treten die Fußschmerzen bei der Freiberg-Krankheit auf?
Durch welche Ursachen kann sich die Freiberg-Krankheit entwickeln und welche Risikofaktoren gibt es?
Wie wird die Freiberg-Krankheit diagnostiziert und welche bildgebenden Verfahren werden eingesetzt?
Wie wird die Freiberg-Krankheit mit nichtoperativen Methoden behandelt?
In welchen Fällen kann bei der Freiberg-Krankheit eine Operation erforderlich sein?
Welche Komplikationen können entstehen, wenn die Freiberg-Krankheit nicht behandelt wird?
Worauf sollte geachtet werden, um den Heilungsverlauf bei der Freiberg-Krankheit zu unterstützen?
Welche Maßnahmen können zur Vorbeugung der Freiberg-Krankheit ergriffen werden?
Wann sollte bei der Freiberg-Krankheit ein Orthopäde aufgesucht werden?
Quellen
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK537308/

Prof. Dr. Murat Demirel, 1974 yılında Ankara’da doğmuş, 1998 yılında Ankara Üniversitesi Tıp Fakültesi’nden mezun olmuştur. Aynı yıl Ankara Numune Eğitim ve Araştırma Hastanesi 1. Ortopedi ve Travmatoloji Kliniği’nde uzmanlık eğitimine başlamış ve 2004 yılında Ortopedi ve Travmatoloji Uzmanı unvanını almıştır. Uzmanlık sonrası dönemde kas-iskelet sistemi hastalıklarının cerrahi ve konservatif tedavilerine odaklanmış, yenilikçi ortopedik yaklaşımları klinik pratiğine entegre etmiştir.
Omuz, diz, kalça ve ayak bileği eklemlerine yönelik ileri düzey cerrahi uygulamalarda uzmanlaşan Prof. Dr. Demirel; omuz artroskopisi, diz protezi, robotik cerrahi, kök hücre tedavisi ve PRP uygulamaları konularında deneyim sahibidir. Güncel ortopedi pratiğinde fonksiyonel sonuçları artıran minimal invaziv ve biyolojik tedavi yöntemlerini önceliklendirmektedir.
Halen Ankara’daki özel kliniğinde ortopedi ve travmatoloji alanında hasta kabul eden Prof. Dr. Murat Demirel, ileri görüntüleme teknolojileri ve multidisipliner yaklaşımla kişiye özel tedavi planları oluşturmaktadır. Cerrahi ve rejeneratif ortopediyi birleştiren vizyoner yaklaşımıyla, hareket sistemi hastalıklarının tedavisinde yaşam kalitesini merkeze alan modern çözümler sunmaktadır.

