Paronychie ist eine bakterielle oder pilzbedingte Infektion des Weichgewebes rund um den Nagel. Sie entsteht meist am Rand von Finger- oder Zehennägeln und äußert sich durch Schmerzen, Rötung und Schwellung. Bei fortschreitender Entzündung können Nagelverformungen und Abszesse auftreten.
Zu den Ursachen einer Paronychie gehören das Abreißen der Nagelhaut, Verletzungen während der Maniküre, eingewachsene Nägel oder eine Schwächung des Immunsystems. Bakterien wie Staphylococcus aureus können in offenes Gewebe eindringen und eine Infektion verursachen. In chronischen Fällen können auch Pilzerreger dazu beitragen, dass die Infektion fortbesteht.
Die Symptome einer Paronychie zeigen sich in Form von lokalen Schmerzen, pulsierendem Pochen, Eiteransammlung und erhöhter Hauttemperatur. In manchen Fällen können Verfärbungen des Nagelbetts oder eine teilweise Ablösung des Nagels beobachtet werden. Mit fortschreitender Infektion steigt das Risiko einer Ausbreitung auf das umliegende Gewebe.
Die Behandlung der Paronychie wird entsprechend dem Stadium der Infektion geplant. Im Frühstadium sind warme Wasserbäder und antiseptische Anwendungen hilfreich. In fortgeschrittenen Fällen können eine Antibiotikabehandlung oder eine Abszessdrainage erforderlich sein. Die Einhaltung der Hygiene und das Vermeiden des Abreißens der Nagelhaut sind wirksam, um der Entstehung einer Paronychie vorzubeugen.
| Was Sie wissen sollten | Information |
| Definition | Paronychie ist eine entzündliche Erkrankung, die durch eine Infektion des Weichgewebes rund um den Nagel entsteht und mit Schmerzen, Rötung und Schwellung einhergeht. Sie kann akut oder chronisch verlaufen. |
| Arten | – Akute Paronychie: Plötzlich einsetzend, meist durch eine bakterielle Infektion verursacht, insbesondere durch Staphylococcus aureus- Chronische Paronychie: Lang anhaltend, meist durch Pilze oder eine dauerhafte Reizung bedingt |
| Ursachen | – Abreißen der Nagelränder oder Nägelkauen- Mikroverletzungen während der Maniküre- Seitliches Einwachsen des Nagels- Dauerhaft feuchte Hände- Diabetes und geschwächtes Immunsystem |
| Symptome | – Rötung und Schwellung rund um den Nagel- Erhöhte Temperatur- Starke pulsierende Schmerzen- Eiterbildung (Ausfluss)- Bei der chronischen Form Verdickung und Schuppung der Haut |
| Diagnosemethoden | – Eine klinische Untersuchung ist in der Regel ausreichend- Bei Bedarf kann durch eine Kultur der verursachende Mikroorganismus bestimmt werden |
| Behandlung – Akute Paronychie | – Im Frühstadium: Lauwarme Seifenwasser- oder antiseptische Bäder- Anwendung antibiotischer Cremes oder Salben- In fortgeschrittenen Fällen systemische Antibiotikatherapie- Bei Eiteransammlung kann eine kleine chirurgische Drainage erforderlich sein |
| Behandlung – Chronische Paronychie | – Beseitigung der Ursache wie Reizung, Feuchtigkeit oder Pilzbefall- Antimykotische Behandlungen- Kortisonhaltige Cremes zur Unterdrückung der Entzündung- Hände trocken halten und Schutzhandschuhe verwenden |
| Maßnahmen für zu Hause | – Lauwarmes Salzwasserbad, 2–3-mal täglich für 15–20 Minuten- Reinigung mit antiseptischen Lösungen- Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen- Vermeiden des Schneidens und Abreißens der Nagelhaut |
| Chirurgischer Eingriff | – Bei Abszessbildung kann eine Drainage durch einen kleinen Schnitt durchgeführt werden- In chronischen und wiederkehrenden Fällen kann eine Nagelentfernung erforderlich sein |
| Komplikationen | – Ausbreitung der Infektion auf den Knochen (Osteomyelitis)- Dauerhafte Verformung- Wiederkehrende Infektionen |
| Vorbeugungsmaßnahmen | – Auf Hygiene bei der Nagelpflege achten- Die Nagelumgebung nicht schneiden oder abreißen- Übermäßig feuchte Umgebungen vermeiden- Handschuhe verwenden, um den Kontakt mit Chemikalien zu reduzieren |
| Prognose | Bei frühzeitiger Behandlung tritt innerhalb kurzer Zeit eine Heilung ein. In chronischen Fällen kann die Behandlungsdauer länger sein; durch Schutzmaßnahmen kann das Risiko eines erneuten Auftretens verringert werden. |
Yazı İçeriği
Was ist eine Paronychie (Nagelinfektion)?
Paronychie bezeichnet eine akute oder chronische Infektion rund um den Nagel. Sie entsteht meist durch Bakterien, Pilze oder Viren. Die Nagelhaut schwillt an, wird rot und schmerzhaft, und manchmal kann sich Eiter bilden. Die Infektion tritt meist an den Fingerspitzen auf. Während warme Wasserbäder im Frühstadium hilfreich sein können, kann in fortgeschrittenen Fällen eine Antibiotikabehandlung oder ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein.
Welche Arten von Paronychie gibt es und wie werden sie unterschieden?
Bei Paronychie sollte man nicht nur an einen einzigen Zustand denken. Diese Erkrankung wird entsprechend der Dauer der Symptome und der Art ihrer Entstehung unter zwei Hauptkategorien untersucht: akute Paronychie und chronische Paronychie. Diese Unterscheidung ist nicht nur ein Unterschied in der Bezeichnung, sondern eine entscheidende Abgrenzung, die die grundlegende Ursache, den Verlauf der Erkrankung und die anzuwendende Behandlungsmethode vollständig verändert. Die zeitliche Grenze, die beide Formen voneinander trennt, beträgt sechs Wochen.
- Akute Paronychie: Dies ist die Form, bei der die Symptome weniger als sechs Wochen andauern und plötzlich sowie heftig beginnen. Sie entwickelt sich meist innerhalb weniger Stunden oder Tage nach einem einfachen Ereignis wie einem kleinen Stoß am Nagelrand, dem Abreißen eines Niednagels, Nägelkauen oder einer hastig durchgeführten Maniküre. Der Beginn ist recht dramatisch und äußert sich durch pulsierende, starke Schmerzen, deutliche Schwellung und Rötung. In den meisten Fällen bildet sich infolge dieser entzündlichen Reaktion ein mit Eiter gefüllter Abszess. Die akute Paronychie betrifft in der Regel einen einzelnen Finger und heilt bei richtiger Behandlung schnell ab.
- Chronische Paronychie: Dies ist die hartnäckige, wiederkehrende und schleichend fortschreitende Form, bei der die Symptome sechs Wochen oder länger anhalten. Sie sollte weniger als eine Infektion durch einen Keim wie bei der akuten Paronychie, sondern vielmehr als eine Art Ekzem beziehungsweise Dermatitis betrachtet werden, die durch eine kontinuierliche Reizung der Haut rund um den Nagel entsteht. Der Beginn ist langsam und unauffällig. Statt starker, pulsierender Schmerzen und Abszessbildung wie bei der akuten Form treten eher eine leichte, aber dauerhafte Schwellung der Nagelhaut, Rötung, Beschwerden und Empfindlichkeit auf. Dieser Zustand betrifft häufig mehrere Finger gleichzeitig und tritt besonders bei Personen auf, deren Hände berufsbedingt ständig mit Wasser oder Chemikalien in Kontakt kommen.
Warum sind die Strukturen rund um den Nagel wichtig, um die Entstehung einer Paronychie zu verstehen?
Um zu verstehen, warum und wie eine Paronychie entsteht, ist es hilfreich, die einfache, aber funktionelle Anatomie rund um den Nagel zu kennen. Dieser Bereich besitzt empfindliche Gleichgewichte, und insbesondere wenn ein chirurgischer Eingriff erforderlich ist, ist es lebenswichtig, diese Strukturen nicht zu beschädigen, um dauerhafte Probleme zu vermeiden. Ein falscher Eingriff kann die Wachstumswurzel des Nagels schädigen und lebenslange Nagelstörungen verursachen.
Die grundlegenden Strukturen in diesem Bereich können wie folgt aufgelistet werden:
- Nagelplatte: Dies ist die harte und schützende Nagelschicht, die mit bloßem Auge sichtbar ist.
- Nagelbett: Dies ist das lebende Gewebe direkt unter der Nagelplatte, das die Ernährung und das Wachstum des Nagels ermöglicht. Im unteren Bereich dieses Bettes befindet sich die Keimmatrix, also die Nagelwurzel, die das eigentliche Produktionszentrum des Nagels darstellt:
- Nagelhaut (Kutikula): Dies ist die dünne Hautschicht am unteren Ende des Nagels, an der die Haut mit der Nagelplatte zusammentrifft. Obwohl die Kutikula häufig als ästhetisch störender Überschuss angesehen und abgeschnitten wird, ist sie tatsächlich eine der wichtigsten Schutzbarrieren des Körpers. Ähnlich wie Silikon am Rand eines Fensters verbindet sie Nagel und Haut miteinander und verhindert, dass Wasser, Keime, Chemikalien und Schmutz unter den Nagel eindringen. Die Beeinträchtigung der Unversehrtheit dieser Struktur, die als natürliche Dichtung dient, ist der erste Schritt zur Entstehung einer Paronychie.
Warum und wie entsteht eine Paronychie?
Der gemeinsame Ausgangspunkt aller Arten von Paronychie ist die Störung der zuvor erwähnten Schutzdichtung, also der Kutikulabarriere. Selbst der kleinste Riss oder Einriss in dieser Barriere öffnet unerwünschten Eindringlingen aus der Außenwelt eine Eintrittspforte. Was nach dem Eindringen durch diese Pforte geschieht, verläuft jedoch bei akuter und chronischer Paronychie nach unterschiedlichen Szenarien.
- Szenario der akuten Paronychie: Der Prozess ist recht einfach und schnell. Meist kommt es zu einem kleinen Trauma wie Nägelkauen, dem Abreißen eines Niednagels oder einer Verletzung der Kutikula während der Maniküre. Diese Verletzung bietet Bakterien, die natürlicherweise bereits auf unserer Haut vorhanden sind und normalerweise kein Problem verursachen, insbesondere Staphylococcus aureus, die Möglichkeit einzudringen. Die feuchte und geschützte Umgebung unter dem Nagel ist ein idealer Ort für die schnelle Vermehrung dieser Bakterien. Die weißen Blutkörperchen, die das Abwehrsystem des Körpers bilden, strömen sofort in den Bereich, um gegen diese Eindringlinge zu kämpfen. Als Folge dieses Kampfes entsteht eine Entzündung in der Region, die sich durch Schmerzen, Rötung, Schwellung und schließlich einen mit Eiter gefüllten Abszess bemerkbar macht.
- Szenario der chronischen Paronychie: Dieser Zustand ähnelt weniger einem Kampf als vielmehr einem zermürbenden Teufelskreis.
- Erste Schädigung und kontinuierliche Reizung: Alles beginnt damit, dass die Kutikula ständig reizenden Stoffen wie Wasser, Seife oder Reinigungsmitteln ausgesetzt ist. Dies kommt häufig bei Personen vor, die ihre Hände oft waschen, Reinigungsarbeiten verrichten oder als Barkeeper arbeiten. Dieser ständige Kontakt verändert die natürliche Struktur der Kutikula und führt dazu, dass sie ihre schützende Dichtungsfunktion verliert.
- Entzündliche Reaktion (Dermatitis): Wenn die Schutzbarriere verschwindet, können diese reizenden Stoffe leicht unter die Nagelhaut eindringen und dort eine primäre entzündliche Reaktion, also eine Art Ekzem, auslösen.
- Strukturelle Veränderungen: Diese über Wochen und Monate andauernde geringgradige Entzündung führt dazu, dass die Nagelhaut anschwillt, sich verdickt und sich mit der Zeit von der Nagelplatte ablöst und zurückzieht.
- Vollständiger Zusammenbruch der Barriere: Wenn sich die Nagelhaut zurückzieht, bildet sich zwischen Nagel und Haut eine Art Tasche. Diese Tasche wird zu einem perfekten Zufluchtsort für die Ansammlung von Feuchtigkeit, Schmutz und verschiedenen Mikroorganismen.
- Fest der opportunistischen Keime: Diese feuchte und geschützte Tasche bietet verschiedenen Bakterien und Pilzen, vor allem dem Hefepilz Candida albicans, eine ideale Vermehrungsumgebung. Ein wichtiger Hinweis: Diese Keime sind nicht die eigentliche Ursache der Erkrankung, sondern Opportunisten, die sich sekundär in der gestörten Umgebung vermehren und den Zustand weiter verschlimmern.
- Verfestigung des Teufelskreises: Dieser fortlaufende Prozess aus Entzündung, Rückzug der Nagelhaut und Vermehrung der Keime in dieser Tasche lässt niemals zu, dass sich die Kutikula selbst repariert und ihre lebenswichtige Dichtungsfunktion erneut übernimmt. Deshalb wird die chronische Paronychie so hartnäckig und schwer behandelbar.
Wer hat ein höheres Risiko, eine Paronychie zu entwickeln?
Die Risikofaktoren für eine Paronychie unterscheiden sich deutlich danach, ob die Erkrankung akut oder chronisch ist. Die Kenntnis dieser Faktoren ist für die Entwicklung von Vorbeugungsstrategien sehr wichtig.
Risikofaktoren für eine akute Paronychie:
Die Faktoren in dieser Gruppe sind meist Verhaltensweisen oder Ereignisse, die die Unversehrtheit der Kutikula plötzlich beeinträchtigen.
- Nägelkauen (Onychophagie)
- Daumen- oder Fingerlutschen, besonders bei Kindern
- Abreißen oder Auszupfen eines Niednagels
- Schneiden, Zurückschieben oder Abschaben der Nagelhaut
- Aggressive Maniküre- und Pediküreanwendungen
- Verwendung künstlicher Nägel oder Nagelprothesen
- Fremdkörper wie Splitter oder Dornen, die in den Nagelrand eindringen
- Eingewachsene Zehennägel (Onychokryptose)
Risikofaktoren für eine chronische Paronychie:
Die Faktoren in dieser Gruppe stehen eher mit langfristigen Expositionen und zugrunde liegenden medizinischen Erkrankungen in Zusammenhang.
- Dauerhaft nasse oder feuchte Hände
- Arbeit als Barkeeper
- Arbeit als Tellerwäscher
- Arbeit als Reinigungskraft
- Arbeit als Friseur oder Kosmetiker
- Beschäftigung im Gesundheitswesen aufgrund häufigen Händewaschens
- Schwimmen
- Arbeit in der Lebensmittelbranche
- Unkontrollierter Diabetes mellitus
- Zustände, die das Immunsystem unterdrücken, wie HIV, Krebs oder Organtransplantation
- Hauterkrankungen wie Ekzeme oder Psoriasis
- Durchblutungsstörungen wie periphere Gefäßerkrankungen
- Nebenwirkungen bestimmter Medikamente wie Retinoide oder einige Krebsmedikamente
Welche Symptome verursacht eine Paronychie?
Die Diagnose einer Paronychie wird weitgehend anhand der Beschwerden des Patienten und der körperlichen Untersuchung durch den Arzt gestellt. In der Regel sind keine weiterführenden Untersuchungen wie Bluttests, Kulturen oder Röntgenaufnahmen erforderlich. Die Symptome unterscheiden sich danach, ob die Paronychie akut oder chronisch ist.
Symptome der akuten Paronychie:
- Die akute Paronychie tritt mit sehr deutlichen Symptomen auf, die gewissermaßen sagen: „Ich bin hier.“
- Starke, pulsierende Schmerzen, die sich innerhalb weniger Stunden oder Tage rasch entwickeln
- Übermäßige Berührungsempfindlichkeit am Nagelrand
- Deutliche Schwellung und Spannungsgefühl im Bereich
- Sichtbare Rötung
- Spürbare Erwärmung im betroffenen Bereich
- Bildung eines mit Eiter gefüllten, gelben oder weißen Abszesses
- Spontanes oder durch leichten Druck ausgelöstes Aufplatzen des Abszesses mit Abfluss der Entzündung
Symptome der chronischen Paronychie:
- Das klinische Bild der chronischen Paronychie ist schleichender und weniger dramatisch.
- Symptome, die sich über Wochen oder Monate langsam entwickeln
- Statt starker Schmerzen eher ein anhaltendes Unbehagen, leichte Schmerzen und Empfindlichkeit
- Dauerhafte, „schwammartige“ Schwellung der Nagelhaut
- Blassere Rötung, die nicht so kräftig ist wie bei der akuten Form
- Seltene Abszessbildung
- Vollständiges Verschwinden der Kutikula beziehungsweise Nagelhaut als typischster Befund
- Ablösung der Nagelhaut von der Nagelplatte mit Bildung einer Tasche
- Beginnende Veränderungen der Nagelstruktur
- Verdickung des Nagels
- Gelbliche oder grünliche Verfärbungen des Nagels
- Quer verlaufende Linien oder Rillen auf dem Nagel, sogenannte Beau-Linien
Wie wird die Diagnose einer Paronychie durch einen Arzt gestellt?
Für die Diagnose einer Paronychie sind meist keine komplizierten Tests erforderlich; eine sorgfältige Anamnese und eine gründliche körperliche Untersuchung sind ausreichend.
Zunächst wird erfragt, wann und wie die Beschwerden begonnen haben, ob kürzlich ein Trauma aufgetreten ist, welche Gewohnheiten bei der Nagelpflege bestehen, welcher Beruf ausgeübt wird und wie der allgemeine Gesundheitszustand ist, insbesondere im Hinblick auf Diabetes.
Bei der körperlichen Untersuchung wird der betroffene Finger sorgfältig beurteilt. Dabei werden das Ausmaß der Rötung und Schwellung sowie Veränderungen am Nagel untersucht. Einer der wichtigsten Schritte ist die Palpation zur Feststellung, ob ein Abszess vorliegt. Dabei wird der Bereich mit dem Finger abgetastet, um Druckempfindlichkeit und ein Wellengefühl, die sogenannte Fluktuation, zu prüfen.
Manchmal ist ein Abszess von außen nicht eindeutig sichtbar. In solchen Fällen wird ein einfaches, aber wirksames Manöver angewendet, das als „digitaler Drucktest“ bezeichnet wird. Bei diesem Test wird von der Handflächenseite aus leicht auf die Fingerkuppe gedrückt. Wenn sich unter der Nagelhaut ein verborgener Abszess befindet, erscheint durch diesen Druck auf der Haut über dem Abszess ein blasser, blutleerer Bereich. Ein positives Testergebnis ist ein starker Hinweis darauf, dass der Abszess chirurgisch entleert werden muss.
Eine routinemäßige Kulturentnahme oder Röntgenaufnahme wird nicht empfohlen. Wenn jedoch der Verdacht besteht, dass sich die Infektion auf den Knochen ausgebreitet hat, also eine Osteomyelitis vorliegt, oder wenn angenommen wird, dass ein Fremdkörper in den Finger eingedrungen ist, kann eine Röntgenaufnahme angeordnet werden.
Welche Erkrankungen können mit einer Paronychie verwechselt werden?
Obwohl die Symptome einer Paronychie recht typisch sind, kann sie manchmal mit Erkrankungen verwechselt werden, die ähnliche Beschwerden verursachen, aber völlig andere Behandlungen erfordern. Eine korrekte Diagnose ist entscheidend, um eine falsche Behandlung zu vermeiden.
- Felon (Fingerkuppenabszess): Bei diesem Zustand sammelt sich die Infektion nicht rund um den Nagel, sondern im fleischigen Bereich der Fingerkuppe, also in den geschlossenen Kammern des Bereichs mit dem Fingerabdruck. Die gesamte Fingerkuppe ist trommelartig geschwollen, tiefrot und extrem schmerzhaft. Im Unterschied zur Paronychie liegt die Infektion tiefer und wird als eine Art Kompartmentsyndrom der Fingerkuppe angesehen. Sie erfordert eine dringende chirurgische Drainage.
- Herpetischer Whitlow (Infektion mit dem Herpesvirus): Dies ist keine bakterielle Infektion, sondern eine durch das Herpes-simplex-Virus verursachte Infektion. Sie äußert sich durch schmerzhafte, gruppiert auftretende Bläschen, die statt Eiter mit klarer oder blutiger Flüssigkeit gefüllt sind. Statt eines einzelnen Abszesses wie bei der Paronychie treten zahlreiche kleine Bläschen auf. Dieser Zustand darf keinesfalls eingeschnitten oder entleert werden, da dies zur Ausbreitung des Virus, zu sekundären bakteriellen Infektionen und zu einer erheblichen Verzögerung der Heilung führen kann.
- Bösartige Tumoren: Dies ist die seltenste, aber gefährlichste Verwechslungsmöglichkeit. Ein hartnäckiges Bild einer „chronischen Paronychie“, das nur einen Finger betrifft, seit Monaten nicht abheilt und auf Standardbehandlungen wie Antibiotika oder Cremes überhaupt nicht anspricht, kann auf einen zugrunde liegenden Hautkrebs hinweisen, beispielsweise ein Plattenepithelkarzinom oder ein subunguales Melanom. Bei chronischen, therapieresistenten und nicht heilenden Nagelwunden muss diese Möglichkeit unbedingt berücksichtigt werden. Bei Verdacht sollte durch eine Biopsie eine Gewebeprobe entnommen und pathologisch untersucht werden.
Welche Maßnahmen können bei Paronychie zu Hause angewendet werden?
Wenn die Paronychie gerade erst begonnen hat, also lediglich eine leichte Rötung und Schwellung besteht und sich noch kein deutlicher Abszess gebildet hat, kann die Behandlung zu Hause mit einfachen Methoden begonnen werden. Diese Maßnahmen können die körpereigenen Abwehrmechanismen unterstützen und das Fortschreiten der Infektion aufhalten.
- Warmes Wasserbad: Dies ist der Grundpfeiler der Behandlung einer Paronychie im Frühstadium. Der betroffene Finger sollte drei- bis viermal täglich jeweils 10–15 Minuten in sauberem Wasser eingeweicht werden, das warm, aber nicht so heiß ist, dass es verbrennt. Warmes Wasser steigert die Durchblutung im Bereich, sodass die weißen Blutkörperchen leichter zur Infektionsstelle gelangen können, und lindert Schmerzen sowie Schwellung. Manchmal kann es auch dazu beitragen, dass sich kleine Eiteransammlungen von selbst entleeren. Es kann hilfreich sein, dem Wasser etwas Kochsalz oder eine antiseptische Lösung hinzuzufügen.
- Hygiene und Schutz: Zwischen den Fingerbädern ist es wichtig, den Bereich sauber und trocken zu halten. Der Finger kann mit einem einfachen Pflaster abgedeckt werden, um ihn vor weiteren Verletzungen zu schützen und sauber zu halten.
- Ruhe und Hochlagern: Das Ruhigstellen der betroffenen Hand und das Hochlagern über Herzhöhe helfen, Schwellung und pulsierendes Gefühl zu reduzieren.
- Wichtiger Hinweis: Wenn Sie vermuten, dass sich an Ihrem Finger ein Abszess gebildet hat, oder wenn Ihre Beschwerden trotz dieser Maßnahmen zu Hause innerhalb von 24–48 Stunden nicht zurückgehen oder sich der Zustand weiter verschlechtert, indem die Schmerzen zunehmen oder sich die Rötung ausbreitet, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Der Versuch, einen Abszess selbst auszudrücken oder zum Platzen zu bringen, kann dazu führen, dass sich die Infektion in tiefere Gewebeschichten ausbreitet.
Wann sollte man wegen einer Paronychie einen Arzt aufsuchen?
Obwohl Maßnahmen zu Hause im Frühstadium hilfreich sein können, erfordern manche Situationen unbedingt eine professionelle medizinische Behandlung. Wenn einer der folgenden Zustände vorliegt, sollten Sie ohne Zeitverlust einen Arzt, idealerweise einen Facharzt für Orthopädie und Traumatologie, aufsuchen.
- Wenn sich am Nagelrand ein deutlicher Abszess, also eine mit Eiter gefüllte Schwellung, gebildet hat
- Wenn die Schmerzen sehr stark und pulsierend sind
- Wenn sich Rötung und Schwellung von der Nagelumgebung auf andere Bereiche des Fingers ausbreiten
- Wenn sich die Symptome trotz Behandlung zu Hause innerhalb von 24–48 Stunden nicht bessern oder verschlechtern
- Wenn allgemeine Infektionszeichen wie Fieber, Schüttelfrost oder geschwollene Lymphknoten in der Achselhöhle auftreten
- Wenn sich die Rötung in Form roter Streifen vom Finger in Richtung Arm ausbreitet, was auf eine Lymphangitis hinweist
- Wenn Sie an Diabetes mellitus, einer Gefäßerkrankung oder einer Erkrankung leiden, die das Immunsystem unterdrückt
Welche chirurgischen Eingriffe werden bei Paronychie angewendet?
Wenn sich die Paronychie zu einem mit Eiter gefüllten Abszess entwickelt hat, besteht die definitive Behandlung nicht in Medikamenten, sondern in der chirurgischen Entleerung des Abszesses, der Drainage. Dieser Eingriff beseitigt die Infektionsquelle, sorgt für sofortige Erleichterung und leitet den Heilungsprozess ein.
Der Eingriff wird in der Regel ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt.
- Anästhesie (Betäubung): Damit der Eingriff vollständig schmerzfrei ist, wird der Finger zunächst mithilfe einer Methode betäubt, die als „digitaler Nervenblock“ bezeichnet wird. Dieser Vorgang ähnelt der Betäubung eines Zahnes beim Zahnarzt und sorgt innerhalb weniger Minuten dafür, dass der gesamte Finger gefühllos wird. Dadurch verspürt der Patient während des Eingriffs keinerlei Schmerzen.
- Entleerung des Abszesses (Drainage): Nachdem die Betäubung eingetreten ist, wird an der Stelle, an der der Abszess am deutlichsten ausgeprägt ist, vorsichtig ein kleiner Schnitt gesetzt, ohne die Wachstumswurzel des Nagels, die Matrix, zu verletzen. Manchmal ist nicht einmal ein Schnitt erforderlich. Es kann ausreichen, ein dünnes chirurgisches Instrument zwischen Nagel und Nagelhaut einzuführen und die Nagelhaut leicht anzuheben, damit der angesammelte Eiter abfließen kann. Wenn sich die Infektion unter den Nagel ausgebreitet hat, also ein subungualer Abszess vorliegt, kann es erforderlich sein, den betroffenen Teil des Nagels teilweise oder vollständig zu entfernen.
- Reinigung und Verband: Nachdem der Abszess entleert wurde, wird der Bereich mit einer antiseptischen Lösung gespült und mit einem sauberen Verband abgedeckt. Manchmal kann ein kleines Stück Gaze als Drainagestreifen eingelegt werden, um ein zu frühes Verschließen des Schnitts zu verhindern und sicherzustellen, dass die verbleibende Entzündungsflüssigkeit weiter abfließen kann. Dieser Streifen wird in der Regel nach 24–48 Stunden entfernt.
Bei einem gesunden Menschen ist nach einer erfolgreichen Entleerung des Abszesses in der Regel keine orale Antibiotikabehandlung erforderlich, da die Infektionsquelle beseitigt wurde. Wenn sich die Infektion jedoch auf das umliegende Gewebe ausgebreitet hat oder das Immunsystem des Patienten geschwächt ist, kann zusätzlich zur Drainage eine orale Antibiotikatherapie begonnen werden.
Welche ernsthaften Probleme kann eine unbehandelte Paronychie verursachen?
Eine Paronychie, die wie eine einfache Entzündung am Nagelrand erscheint, kann, wenn sie nicht rechtzeitig und richtig behandelt wird, einen gefährlichen Prozess auslösen, bei dem sich die Infektion in die tiefen Gewebeschichten der Hand ausbreitet und dauerhafte Schäden sowie schwerwiegende Funktionsverluste verursacht.
Mögliche Komplikationen sind:
- Felon (Fingerkuppenabszess): Ein schmerzhafter Zustand, der durch die Ausbreitung der Infektion auf den fleischigen Teil der Fingerkuppe entsteht und eine dringende chirurgische Behandlung erfordert.
- Pyogene Flexor-Tenosynovitis: Dies ist eine der gefährlichsten Komplikationen und ein orthopädischer Notfall. Die Infektion breitet sich auf die Sehnen, die das Beugen der Finger ermöglichen, und ihre gleitfähigen Sehnenscheiden aus. Wenn sie nicht rasch behandelt wird, kann sie zu Verklebungen der Sehnen, zum Abbau der Sehne und dazu führen, dass der Finger dauerhaft nicht mehr gebeugt werden kann und versteift.
- Osteomyelitis: Dabei erreicht die Infektion den äußersten Knochen des Fingers, die distale Phalanx. Es handelt sich um eine schwer und langwierig zu behandelnde Knochenentzündung. Sie kann eine aggressive chirurgische Reinigung und eine monatelange Antibiotikabehandlung erforderlich machen.
- Septische Arthritis: Besonders ein Abszess am unteren Nagelrand liegt sehr nahe am äußersten Fingergelenk, dem DIP-Gelenk. Wenn die Infektion in dieses Gelenk eindringt, kann sich der Gelenkknorpel innerhalb weniger Tage auflösen. Dies verursacht dauerhafte Gelenkschäden, anhaltende Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.
Was kann getan werden, um einer Paronychie vorzubeugen?
Es ist wesentlich einfacher und sinnvoller, einer Paronychie vorzubeugen, als sie zu behandeln. Die Vorbeugungsmaßnahmen konzentrieren sich grundsätzlich darauf, die natürliche Schutzbarriere des Nagels, also die Kutikula, intakt zu halten.
- Respektieren Sie Ihre Nagelhaut (Kutikula): Dies ist die wichtigste Regel. Schneiden Sie Ihre Kutikula nicht ab, schieben Sie sie nicht zurück, kratzen Sie sie nicht ab und verwenden Sie keine für diesen Zweck hergestellten chemischen Lösungsmittel. Denken Sie daran, dass die Kutikula kein überflüssiger Hautanteil, sondern die schützende Dichtung Ihres Nagels ist. Wenn Sie eine Maniküre durchführen lassen, bitten Sie die Maniküristin ausdrücklich darum, Ihre Kutikula nicht zu berühren.
- Beenden Sie die Gewohnheit des Nägelkauens: Nägelkauen und das Abreißen der Haut an den Nagelrändern sind geradezu eine Einladung für eine Paronychie.
- Wenden Sie die richtige Nagelschneidetechnik an: Schneiden Sie Ihre Nägel nicht zu kurz. Schneiden Sie Fingernägel entsprechend der natürlichen Rundung der Fingerkuppe leicht abgerundet und Zehennägel gerade, um ein Einwachsen zu verhindern.
- Schützen Sie Ihre Hände: Wenn Ihre Hände berufsbedingt oder bei der Hausarbeit häufig mit Wasser, Reinigungsmitteln oder Chemikalien in Kontakt kommen, sollten Sie unbedingt wasserdichte Handschuhe verwenden. Um Schwitzen und Feuchtigkeit innerhalb des Handschuhs zu verhindern, ist das Tragen eines Baumwoll-Unterziehhandschuhs die ideale Lösung.
- Achten Sie auf Handhygiene und Pflege: Trocknen Sie nach dem Händewaschen insbesondere die Fingerzwischenräume und die Nagelränder gründlich ab. Verwenden Sie regelmäßig eine hochwertige Feuchtigkeitscreme, um das Austrocknen der Haut zu verhindern und die Barrierefunktion zu stärken.
- Halten Sie zugrunde liegende Erkrankungen unter Kontrolle: Wenn Sie an Diabetes leiden, spielt die regelmäßige Kontrolle Ihres Blutzuckers eine entscheidende Rolle dabei, die Widerstandskraft Ihres Körpers gegen Infektionen zu erhöhen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine Paronychie (Nagelinfektion) und warum entsteht sie?
Welche Symptome verursacht eine Paronychie (Nagelinfektion)?
Was hilft zu Hause gegen Paronychie und welche Anwendungen können durchgeführt werden?
Sind bei der Behandlung einer Paronychie Antibiotika oder ein chirurgischer Eingriff erforderlich?
Heilt eine Paronychie von selbst ab oder muss sie unbedingt behandelt werden?
Worauf sollte geachtet werden, um die Entstehung einer Paronychie zu verhindern?
Kann eine Paronychie bei Kindern und Menschen mit Diabetes schwerer verlaufen?
Wie lange dauert die Heilung nach einer Behandlung der Paronychie?
Welche Komplikationen können entstehen, wenn eine Paronychie nicht behandelt wird?
Welche Symptome bei Paronychie erfordern eine sofortige Vorstellung in einer medizinischen Einrichtung?
Quellen
https://my.clevelandclinic.org/health/diseases/15327-nail-infection-paronychia
https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/nail-fungus/symptoms-causes/syc-20353294

Prof. Dr. Murat Demirel, 1974 yılında Ankara’da doğmuş, 1998 yılında Ankara Üniversitesi Tıp Fakültesi’nden mezun olmuştur. Aynı yıl Ankara Numune Eğitim ve Araştırma Hastanesi 1. Ortopedi ve Travmatoloji Kliniği’nde uzmanlık eğitimine başlamış ve 2004 yılında Ortopedi ve Travmatoloji Uzmanı unvanını almıştır. Uzmanlık sonrası dönemde kas-iskelet sistemi hastalıklarının cerrahi ve konservatif tedavilerine odaklanmış, yenilikçi ortopedik yaklaşımları klinik pratiğine entegre etmiştir.
Omuz, diz, kalça ve ayak bileği eklemlerine yönelik ileri düzey cerrahi uygulamalarda uzmanlaşan Prof. Dr. Demirel; omuz artroskopisi, diz protezi, robotik cerrahi, kök hücre tedavisi ve PRP uygulamaları konularında deneyim sahibidir. Güncel ortopedi pratiğinde fonksiyonel sonuçları artıran minimal invaziv ve biyolojik tedavi yöntemlerini önceliklendirmektedir.
Halen Ankara’daki özel kliniğinde ortopedi ve travmatoloji alanında hasta kabul eden Prof. Dr. Murat Demirel, ileri görüntüleme teknolojileri ve multidisipliner yaklaşımla kişiye özel tedavi planları oluşturmaktadır. Cerrahi ve rejeneratif ortopediyi birleştiren vizyoner yaklaşımıyla, hareket sistemi hastalıklarının tedavisinde yaşam kalitesini merkeze alan modern çözümler sunmaktadır.

