Die Anatomie des Fußes besteht aus 26 Knochen, 33 Gelenken sowie zahlreichen Muskeln und Bindegewebsstrukturen. Diese Struktur sorgt dafür, dass der Körper im Gleichgewicht bleibt und Bewegungen gesund ausgeführt werden können. Der Fuß ist auf das Tragen von Lasten und das Gehen spezialisiert.
Die Fußknochen werden in Rückfuß, Mittelfuß und Vorfuß unterteilt. Das Fersenbein (Calcaneus), die Mittelfußknochen (Metatarsalia) und die Phalangen gehören zu den wichtigsten Knochen. Die Gelenkstrukturen spielen für Beweglichkeit und Belastbarkeit eine entscheidende Rolle.
Die Fußmuskulatur wird in intrinsische und extrinsische Muskeln unterteilt. Diese Muskeln ermöglichen die Bewegung der Zehen, erhalten das Fußgewölbe und sichern das Gleichgewicht beim Gehen. Die Muskeln der Fußsohle sind besonders bei längerem Stehen von Bedeutung.
Zu den Nerven des Fußes gehören der Tibialisnerv, die Peronealnerven und der Suralnerv. Diese Nerven regulieren sowohl sensible als auch motorische Funktionen. Nervenverletzungen können zu Gefühlsverlust im Fuß, Muskelschwäche und Gangstörungen führen.
| Was Sie wissen sollten | Information |
| Thema | Anatomie des Fußes |
| Hauptfunktion | Das Körpergewicht tragen, das Gleichgewicht sichern und Bewegungen erleichtern |
| Hauptknochen | Fußwurzelknochen (Talus, Calcaneus, Os naviculare, Os cuboideum, 3 Keilbeine), Mittelfußknochen (5 Stück), Phalangen (14 Zehenknochen) |
| Fußgelenke | Oberes Sprunggelenk (Talokruralgelenk), Subtalargelenk, Tarsometatarsalgelenke, Metatarsophalangealgelenke und Interphalangealgelenke |
| Eigenschaften der Gelenke | Sie ermöglichen Flexion, Extension, Inversion, Eversion, Abduktion und Adduktion des Fußes |
| Bänder | Deltaband, Außenbänder (Ligamentum talofibulare anterius, Ligamentum calcaneofibulare, Ligamentum talofibulare posterius), Plantaraponeurose und weitere Bindegewebsstrukturen |
| Knorpelstruktur | In den Gelenken befindet sich hyaliner Knorpel; er bedeckt die Knochenenden, reduziert die Reibung und erleichtert die Bewegung |
| Hauptmuskeln | Musculus extensor digitorum longus, Musculus flexor digitorum longus, Musculus tibialis anterior und posterior, Musculus gastrocnemius, Musculus soleus, intrinsische Fußmuskeln |
| Aufgaben der Muskeln | Bewegung der Zehen und des Sprunggelenks, Erhaltung des Fußgewölbes, Sicherung des Gleichgewichts |
| Nerven | Tibialisnerv, Peronealnerven, Suralnerv, Plantarnerven, Saphenusnerv |
| Gefäße | Arteria dorsalis pedis, Arteria tibialis posterior, Plantararterien, Gefäße für den venösen Rückfluss |
| Umgebende Gewebe | Sehnen, Schleimbeutel, Bindegewebe und Plantarfaszie; sie stützen und schützen Muskel- und Knochenstrukturen |
| Verletzungen und Erkrankungen | Verstauchungen, Frakturen, Plantarfasziitis, Metatarsalgie, Tarsaltunnelsyndrom, Ballenzeh und Nervenkompressionen gehören zu den häufigen Fußproblemen |
Yazı İçeriği
Wie ist der Fuß anatomisch aufgebaut?
Die Anatomie des Fußes ist ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Strukturen, die das Gleichgewicht sichern, das Körpergewicht tragen und Bewegungen ermöglichen. Im Fuß arbeiten zahlreiche Knochen, Gelenke, Muskeln, Bänder und Nerven harmonisch zusammen.
- Knochen: Der Fuß besteht aus 26 Knochen, die in drei Hauptgruppen unterteilt werden: Fußwurzelknochen im Bereich von Ferse und Sprunggelenk, Mittelfußknochen und Phalangen als Zehenknochen.
- Gelenke: Im Fuß befinden sich zahlreiche kleine Gelenke, die Flexibilität und Beweglichkeit ermöglichen.
- Gewölbestruktur: Der Fuß besitzt drei Gewölbe, nämlich das mediale und laterale Längsgewölbe sowie das Quergewölbe; diese Strukturen wirken als Stoßdämpfer.
- Muskeln: Die intrinsischen Fußmuskeln und die mit dem Unterschenkel verbundenen Muskeln arbeiten zusammen, um Bewegung und Gleichgewicht zu ermöglichen.
- Bänder und Sehnen: Bindegewebsstrukturen wie die Plantarfaszie und große Sehnen wie die Achillessehne bieten strukturelle Unterstützung.
- Nerven und Gefäße: Im Fuß befinden sich Nerven für die sensible und motorische Kontrolle sowie Gefäße, die die Durchblutung gewährleisten.
Aus welchen Abschnitten besteht unser Fuß?
Um den Aufbau unseres Fußes besser zu verstehen, ist es hilfreich, ihn in drei Hauptregionen zu unterteilen. Dadurch lassen sich auftretende Probleme genauer einordnen. Dieser grundlegende Bestandteil unseres Körpers entsteht durch das Zusammenspiel dreier verschiedener Abschnitte.
Rückfuß: Dieser Bereich, in dem unser Körpergewicht erstmals den Boden erreicht und der die größte Belastung aufnimmt, bildet die Ferse und die Grundlage des Sprunggelenks. In diesem Bereich befinden sich zwei Hauptknochen:
- Fersenbein (Calcaneus)
- Sprungbein (Talus)
Mittelfuß: Dieser Bereich verbindet Rückfuß und Vorfuß wie eine Brücke und bildet die charakteristische gewölbte Struktur unseres Fußes. Dieses Gewölbe ist für die Flexibilität und die Anpassungsfähigkeit an den Untergrund von entscheidender Bedeutung. Die wichtigsten Knochen dieses Bereichs sind:
- Kahnbein
- Würfelbein
- Drei Keilbeine
Vorfuß: Dies ist der Bereich, über den wir beim Gehen den letzten Abstoß vom Boden erhalten und der uns gewissermaßen nach vorn beschleunigt. Er besteht aus den Mittelfußknochen und den Zehen.
- Fünf Mittelfußknochen
- Vierzehn Zehenknochen
Neben dieser regionalen Unterteilung wird der Fußaufbau auch mit Säulen verglichen. Die mediale Säule an der Innenseite des Fußes ist beweglicher und ermöglicht es uns, selbst auf unebenem Untergrund das Gleichgewicht zu halten. Die laterale Säule an der Außenseite ist stabiler und dient beim Gehen und Laufen als kräftige Abstoßplattform. Das harmonische Zusammenspiel dieser beiden Säulen sorgt dafür, dass der Fuß gleichzeitig flexibel und belastbar ist.
Warum heilt nicht jede Fraktur auf die gleiche Weise?
Die 26 Knochen unseres Fußes sind weit mehr als leblose Teile des Skeletts. Jeder besitzt ein eigenes Blutversorgungssystem, also ein individuelles Versorgungsnetz. Deshalb wird bei der Planung einer Frakturbehandlung nicht nur berücksichtigt, wo sich der Bruch befindet, sondern auch, wie gut der betreffende Knochenabschnitt durchblutet wird. Je besser die Blutversorgung des Knochens ist, desto größer ist sein Heilungspotenzial.
Warum sind Frakturen des Sprungbeins und des Fersenbeins besonders schwerwiegend?
Das Sprungbein (Talus) ist die einzige knöcherne Verbindung zwischen unserem Bein und unserem Fuß und fungiert gewissermaßen als Brücke. Ein großer Teil dieses Knochens ist mit Gelenkknorpel überzogen, wodurch die Bereiche, über die Blutgefäße in den Knochen eintreten können, stark eingeschränkt sind. Aufgrund dieser empfindlichen Blutversorgung kann insbesondere bei Frakturen infolge schwerer Traumata wie Stürzen aus großer Höhe oder Verkehrsunfällen die Ernährung des Knochens gefährdet werden. Dieser Zustand wird als avaskuläre Nekrose (AVN), also als Absterben des Knochengewebes, bezeichnet. Wegen dieses schwerwiegenden Risikos erfordern verschobene Talusfrakturen eine dringende operative Behandlung. Unser Hauptziel bei der Operation besteht nicht nur darin, die Frakturfragmente zusammenzuführen, sondern zugleich die Durchblutung des Knochens zu erhalten und sein Überleben zu sichern.
Das Fersenbein (Calcaneus) ist der größte Fußwurzelknochen unseres Körpers. Es bricht meist bei Stürzen aus großer Höhe, wenn das Körpergewicht auf die Ferse einwirkt. Ein großer Teil dieser Frakturen betrifft auch das Subtalargelenk, das uns das Gehen auf unebenem Untergrund ermöglicht und die Einwärts- und Auswärtsbewegung des Fußes kontrolliert. Deshalb reicht eine Röntgenaufnahme für die Diagnose allein nicht aus; um das Ausmaß der Gelenkschädigung dreidimensional beurteilen zu können, ist unbedingt eine Computertomografie erforderlich. Unser Behandlungsziel besteht darin, die Gelenkfläche wieder so glatt wie einen Billardtisch herzustellen, die abgesunkene Höhe und verbreiterte Form der Ferse zu korrigieren und vor allem das Risiko einer später entstehenden Gelenkarthrose, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann, auf ein Minimum zu reduzieren.
Welche Mittelfußfrakturen und Symptome gibt es?
Das Kahnbein im Mittelfuß befindet sich wie ein Schlussstein genau am höchsten Punkt des medialen Fußgewölbes. Ähnlich wie das Sprungbein besitzt es eine sehr empfindliche Blutversorgung. Deshalb ist es besonders anfällig für Stressfrakturen, wie sie bei Läufern und Sportlern auftreten, die häufig springen. Diese Frakturen beginnen schleichend und können anfangs sogar auf Röntgenaufnahmen unsichtbar bleiben. Patienten klagen meist über unklare Mittelfußschmerzen, die bei Belastung zunehmen und in Ruhe nachlassen. In solchen Fällen gilt die Magnetresonanztomografie, mit der sich das Knochenmarködem darstellen lässt, als diagnostischer Goldstandard. Da bei dieser Fraktur ein hohes Risiko für eine ausbleibende Heilung besteht, muss die Behandlung sehr ernst genommen werden. Zum Schutz der empfindlichen Durchblutung und zur Ermöglichung der Heilung wird meist verlangt, den Fuß sechs bis acht Wochen lang überhaupt nicht zu belasten und Gehhilfen zu verwenden.
Die typischste Fraktur des Würfelbeins ist eine Kompressionsfraktur, die durch eine starke Auswärtsbewegung des Fußes entsteht und als „Nussknackerfraktur“ bezeichnet wird. Frakturen der Keilbeine treten nur selten isoliert auf und sind meist Bestandteil komplexerer Lisfranc-Verletzungen.
Wie werden Mittelfußknochenfrakturen behandelt?
Insbesondere Frakturen des fünften Mittelfußknochens zeigen je nach Lokalisation völlig unterschiedliche Behandlungs- und Heilungsverläufe. Der einzige Grund dafür liegt in den unterschiedlichen Durchblutungsverhältnissen der verschiedenen Knochenabschnitte. Diese Frakturen treten gewöhnlich in drei Hauptzonen auf.
- Zone 1 (Avulsionsfraktur): Dabei handelt es sich um eine kleine Abrissfraktur an der Knochenbasis, die durch den Zug einer Sehne entsteht. Da die Durchblutung dieses Bereichs hervorragend ist, heilt sie normalerweise problemlos mit einem speziellen Gehstiefel oder Gips.
- Zone 2 (Jones-Fraktur): Diese Fraktur entsteht in einem grenzwertig durchbluteten Bereich in der Nähe des Knochenschafts. Aufgrund der schwachen Blutversorgung besteht ein deutlich erhöhtes Risiko, dass die Fraktur nicht von selbst verheilt. Besonders für Personen, die schnell zum Sport oder zu einem aktiven Leben zurückkehren möchten, kann dies monatelange Unsicherheit bedeuten. Deshalb wird insbesondere bei aktiven Menschen häufig die operative Einbringung einer Schraube bevorzugt, um die Heilung abzusichern.
- Zone 3 (Stressfraktur): Dabei handelt es sich meist um eine Ermüdungsfraktur infolge wiederholter Belastungen. Da auch dieser Bereich schlecht durchblutet ist, kann ähnlich wie bei der Jones-Fraktur eine operative Behandlung erforderlich sein.
Bei den übrigen Mittelfußknochen, also dem zweiten, dritten und vierten, wirken die benachbarten stabilen Knochen und die starken verbindenden Bänder gewissermaßen wie ein „innerer Gips“. Deshalb können einfache, nicht verschobene Frakturen meist ohne Operation mit einem Schuh mit fester Sohle oder einem Gehstiefel behandelt werden. Besteht jedoch eine deutliche Verschiebung oder Abwinkelung zwischen den Frakturenden, muss sie operativ korrigiert werden, um eine gestörte Lastverteilung im Fuß und eine spätere „Transfermetatarsalgie“ mit schmerzhaften Schwielen zu verhindern.
Welche Strukturen gewährleisten die Stabilität und Beweglichkeit des Fußes?
Die 33 Gelenke des Fußes verbinden die Knochen miteinander und ermöglichen sowohl flexible Beweglichkeit als auch eine stabile Balance. Einige dieser Gelenke wirken wie Schlusssteine einer Konstruktion; eine Verletzung kann die gesamte Architektur des Fußes gefährden.
Was sollte man über Sprunggelenksverstauchungen und ihre Behandlung wissen?
Das Sprunggelenk ist ein Scharniergelenk zwischen dem Sprungbein und der aus Schienbein und Wadenbein gebildeten „Gabel“. Die Stabilität dieser Gabel wird durch kräftige umliegende Bänder gewährleistet. Sprunggelenksverstauchungen werden nach dem Schweregrad und der Lage der Bandverletzung eingeteilt.
- Verletzung der Außenbänder („niedrige“ Verstauchung): Dies ist die häufigste Form der Verstauchung. Durch das Umknicken des Fußes nach innen werden die Außenbänder verletzt. Das schwächste dieser Bänder und meist zuerst gerissene Band ist das vordere Talofibularband.
- Syndesmosenverletzung („hohe“ Verstauchung): Dabei werden die sehr starken Bänder verletzt, die Schienbein und Wadenbein auf Höhe des Sprunggelenks fest miteinander verbinden. Diese Verletzung ist deutlich schwerwiegender als eine gewöhnliche Verstauchung, hat eine längere Heilungsdauer und kann manchmal eine Operation erfordern.
Wiederholte Verstauchungen können mit der Zeit zu einer chronischen Sprunggelenksinstabilität führen. Patienten schildern häufig: „Mein Knöchel knickt selbst beim Gehen plötzlich um, und es fühlt sich an, als würde ich ins Leere treten.“ Der erste Behandlungsschritt ist immer eine umfassende Physiotherapie. Ziel der Physiotherapie ist es, die Muskulatur rund um das Sprunggelenk zu kräftigen und das Gleichgewichtsgefühl, also die Propriozeption, wiederherzustellen. Besteht die Instabilität trotz Physiotherapie fort, bietet die operative Reparatur der gelockerten Bänder durch eine Broström-Gould-Operation eine dauerhafte Lösung.
Welche modernen Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Sprunggelenksarthrose?
Im Gegensatz zu Arthrosen des Hüft- und Kniegelenks ist ein sehr großer Anteil der Sprunggelenksarthrosen, etwa 70 bis 80 Prozent, nicht primär und damit nicht altersbedingt. Sie entsteht meist als langfristige Folge eines Jahre zurückliegenden Traumas. Zu den möglichen Ursachen einer Sprunggelenksarthrose gehören:
- Frühere intraartikuläre Frakturen
- Unbehandelte oder wiederholte Bandverletzungen
- Frühere Knorpelschäden, osteochondrale Läsionen
Die Behandlung beginnt immer mit nichtoperativen Methoden. Dazu gehören die Anpassung der Aktivitäten, Schmerzmittel, spezielle Orthesen und Kortisoninjektionen in das Gelenk. Wenn diese Maßnahmen zur Schmerzkontrolle nicht mehr ausreichen, werden operative Möglichkeiten erwogen.
- Versteifung des Sprunggelenks (Arthrodese): Dieses seit Jahren als „Goldstandard“ geltende Verfahren ist sehr zuverlässig bei der Beseitigung von Schmerzen. Dabei werden die schmerzhaften Gelenkflächen entfernt und die Knochen miteinander verschmolzen, sodass die Gelenkbewegung vollständig aufgehoben wird.
- Sprunggelenksprothese (totale Sprunggelenksarthroplastik): Besonders bei älteren und weniger aktiven Patienten ist dies eine moderne und wirksame Alternative, die Schmerzen lindern und gleichzeitig einen Teil der Gelenkbeweglichkeit erhalten soll. Dadurch kann das Gangbild natürlicher bleiben.
Was ist eine Lisfranc-Verletzung und warum ist sie so wichtig?
Der Lisfranc-Gelenkkomplex befindet sich am Übergang zwischen Mittel- und Vorfuß und ist für die architektonische Stabilität des Fußes von entscheidender Bedeutung. Seine außergewöhnliche Stabilität entsteht dadurch, dass der zweite Mittelfußknochen wie ein „Schlussstein“ zwischen den Keilbeinen sitzt und diese Struktur von sehr starken Bändern, insbesondere dem Lisfranc-Band, von oben und unten gestützt wird.
Verletzungen dieser Region können wie eine einfache Verstauchung des Fußes beginnen, jedoch deutlich schwerwiegendere Folgen haben. Für die Diagnose ist ein hohes Maß an Aufmerksamkeit erforderlich. Ein Bluterguss an der Fußsohle gehört zu den typischsten Zeichen dieser Verletzung. Röntgenaufnahmen unter Belastung können verborgene Verschiebungen zeigen, die sonst unbemerkt bleiben. Jede festgestellte Instabilität im Lisfranc-Gelenk, also eine Bewegung oder Verschiebung im Gelenk, erfordert zwingend eine Operation. Unbehandelt führt dieser Zustand zwangsläufig zu fortschreitender Arthrose, einem Zusammenbruch des Fußgewölbes und chronischen Schmerzen, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Je nach Verletzungsart können bei der operativen Behandlung verschiedene Techniken eingesetzt werden, darunter die Fixierung mit Platten und Schrauben oder insbesondere bei vollständig gerissenen Bändern die Versteifung des Gelenks als primäre Arthrodese.
Was sind die dynamischen Motoren des Fußes und ihre häufigen Probleme?
Die Bewegungen unseres Fußes werden sowohl von den „äußeren“, also extrinsischen Muskeln gesteuert, die im Unterschenkel beginnen und über lange Sehnen bis zum Fuß reichen, als auch von den kleinen „inneren“, also intrinsischen Muskeln, die sich ausschließlich im Fuß befinden. Das harmonische Zusammenspiel dieser beiden Muskelgruppen ist für das dynamische Gleichgewicht des Fußes von entscheidender Bedeutung. Eine Störung dieses Gleichgewichts begünstigt verschiedene Sehnenprobleme und Fehlstellungen.
Welche Sehnenprobleme und Symptome treten am häufigsten auf?
Achillessehnenentzündung (Tendinopathie): Die Achillessehne, die dickste und stärkste Sehne unseres Körpers, kann sich infolge einer Überbeanspruchung entzünden und degenerieren. Dieser Zustand wird als Tendinopathie bezeichnet und tritt meist bei Sportlern oder Personen auf, die plötzlich mit intensiven Aktivitäten beginnen. Typische Symptome sind:
- Schmerzen entlang der Sehne, meist einige Zentimeter oberhalb der Ferse
- Bei Aktivität zunehmender und in Ruhe nachlassender Schmerz
- Steifheit und Schmerzen bei den ersten Schritten am Morgen
- Tastbare Schwellung oder Verdickung der Sehne
Die Grundlage der Behandlung bilden spezielle „exzentrische“ Übungen, die auf den Wiederaufbau und die Kräftigung der Sehne abzielen, beispielsweise das langsame Absenken der Fersen auf einer Treppenstufe. Ein vollständiger Riss der Sehne infolge einer plötzlichen Bewegung ist dagegen ein Notfall. Betroffene beschreiben häufig das Gefühl, „von hinten getroffen worden zu sein“ oder „ein Knallgeräusch gehört zu haben“.
Insuffizienz der Tibialis-posterior-Sehne und Plattfuß: Diese Sehne ist die wichtigste dynamische Struktur zur Unterstützung des medialen Fußgewölbes. Wenn sie mit der Zeit schwächer wird und ihre Funktion verliert, entsteht die häufigste Ursache eines im Erwachsenenalter erworbenen Plattfußes. Dabei handelt es sich um einen langsam fortschreitenden Prozess. Anfangs bestehen lediglich Schmerzen und Schwellungen um die Sehne. Mit der Zeit verlängert sich die Sehne, verliert ihre Funktion, das Fußgewölbe sinkt ab, die Ferse weicht nach außen und die gesamte Fußform verändert sich. Die Behandlung richtet sich nach dem Krankheitsstadium. In frühen Stadien kann das Fortschreiten der Deformität durch spezielle Einlagen und Stiefel verlangsamt werden. Bei fortgeschrittenen, aber noch flexiblen Fehlstellungen werden komplexe rekonstruktive Eingriffe wie Sehnentransfers, bei denen eine benachbarte Sehne die Funktion der geschädigten Sehne übernimmt, knöcherne Korrekturoperationen in Form von Osteotomien und eine Verlängerung der Achillessehne durchgeführt. Wenn die Deformität vollständig versteift ist, bleibt als einzige Lösung die operative Gelenkversteifung.
Probleme der Peronealsehnen: Diese beiden Sehnen verlaufen an der Außenseite des Sprunggelenks in einer Rinne hinter dem Wadenbein. Sie drehen den Fuß nach außen und schützen das Sprunggelenk vor Verstauchungen. Besonders bei Personen mit einem stark ausgeprägten Hohlfuß werden diese Sehnen übermäßig belastet. Dadurch können Entzündungen, Längsrisse oder ein Herausspringen der Sehnen aus ihrer Führung, eine Subluxation, entstehen. Zur Behandlung können die Reparatur der Risse und die Rekonstruktion des Bandes erforderlich sein, das die Sehnen in ihrer Position hält.
Warum entstehen Zehenfehlstellungen und welche Arten gibt es?
Deformitäten wie Hammerzehen, Krallenzehen und Mallet-Zehen entstehen meist durch ein gestörtes Gleichgewicht zwischen den kleinen intrinsischen Fußmuskeln und den kräftigeren extrinsischen Muskeln aus dem Unterschenkel. Man kann es sich folgendermaßen vorstellen: Während die inneren Muskeln versuchen, die Zehen gerade zu halten, ziehen die äußeren Muskeln sie in eine gebeugte Stellung. Wenn die inneren Muskeln schwächer werden, was häufig durch enge Schuhe, neurologische Erkrankungen oder rheumatische Probleme verursacht wird, setzen sich die äußeren Muskeln durch und es entstehen dauerhafte Fehlstellungen der Zehen. Anfangs lassen sich diese Deformitäten noch manuell korrigieren und sind flexibel, mit der Zeit werden sie jedoch starr. Zu den häufigen Zehendeformitäten gehören:
- Hammerzehe: Das mittlere Zehengelenk ist gebeugt, während das Endgelenk gestreckt ist.
- Krallenzehe: Sowohl das mittlere als auch das Endgelenk der Zehe sind gebeugt.
- Mallet-Zehe: Nur das äußerste Zehengelenk ist gebeugt.
Bei flexiblen Deformitäten können einfache Sehnenlockerungen ausreichen. Bei versteiften Fehlstellungen sind dagegen knöcherne Eingriffe erforderlich, bei denen das Gelenk durch eine Arthroplastik oder Arthrodese korrigiert wird.
Was ist Hallux valgus (Ballenzeh) und wie wird er behandelt?
Der im Volksmund als „Knochenvorsprung“ bezeichnete Hallux valgus ist nicht nur eine ästhetische Auswärtsabweichung der Großzehe, sondern eine komplexe Deformität, bei der sich zugleich der erste Mittelfußknochen nach innen verlagert und der Vorfuß verbreitert. Dadurch entsteht der bekannte Vorsprung, der Ballen, der das Tragen von Schuhen erschwert und Schmerzen verursacht. Zu den Faktoren, die zur Entwicklung dieser Deformität beitragen, gehören:
- Genetische Veranlagung, familiäre Vorgeschichte
- Spitze und hochhackige Schuhe
- Biomechanische Probleme wie Plattfuß
- Bandlockerheit, Hypermobilität
Die operative Behandlung wird individuell nach dem Ausmaß der Fehlstellung, dem Alter des Patienten, seinem Aktivitätsniveau und dem Vorliegen einer begleitenden Arthrose geplant. Bei leichten und mittelgradigen Fehlstellungen werden meist mit distalen Osteotomien am Ende des Mittelfußknochens, also durch Durchtrennung und Verschiebung des Knochens, beispielsweise mit Chevron- oder Scarf-Techniken, erfolgreiche Ergebnisse erzielt. Bei stärker ausgeprägten Deformitäten oder deutlicher Gelenklockerheit können umfangreichere Eingriffe erforderlich sein, darunter proximale Osteotomien, bei denen der Knochen näher an seiner Basis korrigiert wird, oder die Lapidus-Operation, bei der das Gelenk zwischen dem ersten Mittelfußknochen und dem Mittelfuß versteift wird.
Dank minimalinvasiver Operationstechniken, die in den vergangenen Jahren an Popularität gewonnen haben, können diese Eingriffe inzwischen statt über große Schnitte durch mehrere kleine Öffnungen mit speziellen Instrumenten durchgeführt werden. Zu den möglichen Vorteilen dieser Methode gehören geringere Weichteilverletzungen, weniger postoperative Schmerzen und Schwellungen, ästhetischere Narben und möglicherweise eine schnellere Genesung.
Welche Ursachen können Taubheitsgefühle und Brennen im Fuß haben?
Die Nerven, die uns die Wahrnehmung im Fuß ermöglichen und die Muskulatur steuern, verlaufen durch bestimmte anatomische Tunnel und Bahnen. Kompressionen entlang dieser Wege können verschiedene Beschwerden im Fuß verursachen.
Welche Nervenkompressionssyndrome treten am Fuß auf?
Ähnlich wie das Karpaltunnelsyndrom am Handgelenk treten auch am Fuß häufig Nervenkompressionen auf. Zu den häufigsten gehören:
Tarsaltunnelsyndrom: Dabei wird der Tibialisnerv in einem als „Tarsaltunnel“ bezeichneten Kanal an der Innenseite des Sprunggelenks eingeengt. Dieser Zustand entsteht häufig bei Fehlstellungen wie Plattfuß oder durch Raumforderungen im Tunnel, beispielsweise eine Ganglionzyste. Patienten beschreiben meist folgende Beschwerden:
- Brennendes Gefühl an der Fußsohle
- Taubheit und Kribbeln
- Schmerzen, die besonders nachts oder nach langem Stehen zunehmen
Bei der Behandlung wird zunächst versucht, die Fußstellung mit Einlagen zu korrigieren. Zusätzlich werden Medikamente und Injektionen in den Tunnel eingesetzt. Wenn diese Maßnahmen nicht wirken oder eine eindeutige Ursache wie eine Zyste vorliegt, muss der Tunnel, durch den der Nerv verläuft, operativ erweitert werden.
Morton-Neurom: Dabei handelt es sich meist um eine Verdickung eines sensiblen Nervs zwischen der dritten und vierten Zehe, der unter den Mittelfußknochen verläuft und durch chronischen Druck und Reizung verändert wird. Es handelt sich weder um Krebs noch um einen echten Tumor, sondern eher um eine schützende Verdickung des Nervs, ähnlich einer Schwiele. Patienten beschreiben die Beschwerden sehr typisch: „Es fühlt sich an, als hätte ich einen Kieselstein im Schuh“ oder „als wäre meine Socke zusammengefaltet“. Begleitend können brennende Schmerzen und in die Zehen ausstrahlende Taubheitsgefühle auftreten. Der erste Behandlungsschritt besteht darin, den Druck auf den Nerv zu beseitigen. Dazu werden Schuhe mit breiter Zehenbox, spezielle Einlagen zur Entlastung zwischen den Mittelfußknochen und Kortisoninjektionen zur Reduzierung der Entzündung um den Nerv eingesetzt. Bei hartnäckigen Fällen, die nicht auf diese konservativen Methoden ansprechen, bietet die operative Entfernung des verdickten Nervenabschnitts eine endgültige Lösung.
Was sind der diabetische Fuß und die Neuropathie?
Diabetes gehört zu den schwerwiegendsten systemischen Erkrankungen, die die Fußgesundheit bedrohen. Unkontrolliert hoher Blutzucker verursacht mit der Zeit nicht reparierbare Schäden sowohl an den Nerven, eine Neuropathie, als auch an den Gefäßen, eine Vaskulopathie, und setzt damit eine Reihe zerstörerischer Prozesse in Gang. Die Auswirkungen von Diabetes auf die Nerven werden in drei Hauptgruppen unterteilt.
- Sensible Neuropathie (Gefühlsverlust): Sie ist die gefährlichste Form. Die betroffene Person verliert schützende Empfindungen wie Schmerz, Wärme und Kälte im Fuß. Deshalb bemerkt sie möglicherweise weder einen Stein im Schuh noch einen Nagel, der in den Fuß eindringt, oder eine Verbrennung durch heißes Wasser.
- Motorische Neuropathie (muskuläres Ungleichgewicht): Sie führt zum Abbau und zur Schwächung der kleinen intrinsischen Fußmuskeln. Dadurch können Fehlstellungen wie Krallenzehen und ungewöhnliche Druckpunkte unter den Köpfen der Mittelfußknochen entstehen.
- Autonome Neuropathie (Störung der Schweißbildung): Sie beeinträchtigt die Fähigkeit der Haut zu schwitzen, wodurch sie austrocknet, rissig wird und anfälliger für Infektionen ist.
Diese Nervenschädigung kann außerdem zu einem bedrohlichen Zustand wie der Charcot-Neuroarthropathie, dem Charcot-Fuß, führen. Bei Patienten mit starkem Gefühlsverlust brechen und zerfallen Knochen und Gelenke, ohne dass die Betroffenen dies bemerken. Da keine Schmerzen wahrgenommen werden, belasten sie die gebrochenen Knochen weiter. Dadurch kann der Fuß vollständig zusammenbrechen und eine in der Mitte abgesunkene Form annehmen, die als „Rocker-Bottom-Deformität“ bezeichnet wird. In der akuten Phase ist der Fuß gerötet, geschwollen und warm und wird häufig mit einer Infektion verwechselt. Die Grundlage der Behandlung besteht darin, den Fuß absolut nicht zu belasten und ihn mit einem speziellen Total-Contact-Gips vollständig ruhigzustellen, bis die Knochen von selbst verheilt sind.
Diabetische Fußwunden, also Ulzera, entstehen meist durch das Zusammenwirken dreier Probleme: Gefühlsverlust, Deformität und Gefäßerkrankung. Die Behandlung erfordert einen multidisziplinären Ansatz, der die Druckentlastung der Wunde, die Wundversorgung, die Infektionskontrolle und die Einstellung des Blutzuckers umfasst. Bei nicht heilenden Wunden oder einer zugrunde liegenden Knochenentzündung, der Osteomyelitis, können operative Eingriffe wie die Abtragung knöcherner Vorsprünge, die Korrektur von Fehlstellungen und als letzte Möglichkeit eine Amputation erforderlich werden.
Wie funktioniert das Gehen als perfekte Ingenieursleistung?
Die Knochen-, Gelenk- und Muskelstrukturen des Fußes ermöglichen bei jedem Schritt eine bemerkenswerte Verwandlung. In einer Phase des Schrittes ist der Fuß ein flexibler Stoßdämpfer, in einer anderen wird er zu einem starren Hebel für den Abstoß. Eine Störung dieser Umwandlung bildet die Grundlage vieler Überlastungsprobleme.
Was wird bei einem Fersensporn (Plantarfasziitis) und seiner Behandlung unternommen?
Die Plantarfaszie ist ein dickes, faseriges Band an der Fußsohle, das vom Fersenbein bis zu den Zehen verläuft und das Längsgewölbe des Fußes wie eine Feder stützt. Der Windlass-Mechanismus erklärt hervorragend, wie diese Struktur den Fuß versteift: In der Abstoßphase des Gehens werden die Zehen und insbesondere die Großzehe nach oben angehoben. Dadurch spannt sich die Plantarfaszie um die Köpfe der Mittelfußknochen. Diese Spannung hebt wie das Aufrollen eines Seils an einer Winde das Fußgewölbe an, verriegelt die Mittelfußgelenke und verwandelt den Fuß in einen starren und kraftvollen Abstoßhebel.
Die im Volksmund als Fersensporn bezeichnete Plantarfasziitis ist tatsächlich ein degenerativer Prozess mit mikroskopisch kleinen Rissen an der Ansatzstelle der Plantarfaszie an der Ferse, der durch eine Überbeanspruchung dieses Mechanismus entsteht. Es handelt sich also nicht um eine Entzündung, sondern um einen Verschleißprozess. Das Hauptziel der Behandlung besteht darin, diese gespannte Struktur zu entlasten. Zu den wirksamen Methoden gehören:
- Regelmäßige Dehnübungen für die Achillessehne und die Plantarfaszie
- Hochwertige Schuhe und spezielle Einlagen zur Unterstützung des Fußgewölbes
- Nachtschienen, die verhindern, dass sich die Faszie während der Nacht zusammenzieht und verkürzt, und dadurch den typischen „Schmerz beim ersten Schritt am Morgen“ sehr wirksam reduzieren
- Kälteanwendung an der schmerzhaften Stelle
- Bei Bedarf Injektionsbehandlungen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Aufgaben übernehmen die Knochen, aus denen die Anatomie des Fußes besteht?
Wie gewährleisten die Fußgelenke Bewegung und Gleichgewicht?
Welche Funktionen erfüllen die Fußmuskeln im Alltag?
Welche Bereiche kontrollieren die Fußnerven und welche Symptome können auf Nervenprobleme hinweisen?
Warum ist die Gewölbestruktur in der Anatomie des Fußes wichtig?
Welche Erkrankungen beeinflussen die Anatomie des Fußes am häufigsten?
Wie wird die Anatomie des Fußes beurteilt und welche bildgebenden Verfahren werden verwendet?
Welche Gewohnheiten werden zum Schutz der Fußanatomie empfohlen?
Welche Probleme können entstehen, wenn anatomische Fehlstellungen des Fußes nicht behandelt werden?
Bei welchen Symptomen im Zusammenhang mit der Fußanatomie sollte ein Orthopäde aufgesucht werden?
Quellenverzeichnis
https://www.hopkinsmedicine.org/health/conditions-and-diseases/foot-pain-and-problems
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK539705/

Prof. Dr. Murat Demirel, 1974 yılında Ankara’da doğmuş, 1998 yılında Ankara Üniversitesi Tıp Fakültesi’nden mezun olmuştur. Aynı yıl Ankara Numune Eğitim ve Araştırma Hastanesi 1. Ortopedi ve Travmatoloji Kliniği’nde uzmanlık eğitimine başlamış ve 2004 yılında Ortopedi ve Travmatoloji Uzmanı unvanını almıştır. Uzmanlık sonrası dönemde kas-iskelet sistemi hastalıklarının cerrahi ve konservatif tedavilerine odaklanmış, yenilikçi ortopedik yaklaşımları klinik pratiğine entegre etmiştir.
Omuz, diz, kalça ve ayak bileği eklemlerine yönelik ileri düzey cerrahi uygulamalarda uzmanlaşan Prof. Dr. Demirel; omuz artroskopisi, diz protezi, robotik cerrahi, kök hücre tedavisi ve PRP uygulamaları konularında deneyim sahibidir. Güncel ortopedi pratiğinde fonksiyonel sonuçları artıran minimal invaziv ve biyolojik tedavi yöntemlerini önceliklendirmektedir.
Halen Ankara’daki özel kliniğinde ortopedi ve travmatoloji alanında hasta kabul eden Prof. Dr. Murat Demirel, ileri görüntüleme teknolojileri ve multidisipliner yaklaşımla kişiye özel tedavi planları oluşturmaktadır. Cerrahi ve rejeneratif ortopediyi birleştiren vizyoner yaklaşımıyla, hareket sistemi hastalıklarının tedavisinde yaşam kalitesini merkeze alan modern çözümler sunmaktadır.

