Die Magnetresonanztomografie (MRT oder MRI) ist ein fortschrittliches medizinisches Bildgebungsverfahren, das ohne Röntgenstrahlen arbeitet und das Innere unseres Körpers ähnlich wie eine Landkarte detailliert darstellt. Diese Technologie ermöglicht Ärzten die Untersuchung von Geweben, Organen und Strukturen, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind, und gehört zu den wertvollsten diagnostischen Instrumenten der modernen Medizin.

Die MRT arbeitet nach einem völlig anderen Prinzip als andere bildgebende Verfahren. Während Röntgen und Computertomografie (CT) Röntgenstrahlen verwenden, nutzt die MRT ein starkes Magnetfeld und Radiowellen. Dadurch können Weichteile wie Gehirn, Rückenmark, Muskeln und Gelenke wesentlich deutlicher dargestellt werden als mit anderen Methoden. Während Ultraschall mit Schallwellen und nuklearmedizinische Verfahren mit radioaktiven Substanzen arbeiten, misst die MRT das Verhalten der Wasserstoffatome im Körper. Dieses unterschiedliche Funktionsprinzip macht die MRT besonders bei der Diagnose von Erkrankungen des Nervensystems, der Gelenke und der Weichteile einzigartig.

Wie funktioniert die MRT?

Das MRT-Gerät ermöglicht es uns zu verstehen, was in einer Welt geschieht, die so klein ist, dass sie mit dem menschlichen Auge nicht sichtbar ist. Doch wie ist das möglich? Unser Körper besteht zu einem großen Teil aus Wasser, und jedes Wassermolekül enthält zwei Wasserstoffatome. Diese Wasserstoffatome verhalten sich wie kleine Magnete.

Wenn das MRT-Gerät arbeitet, geschieht Folgendes:

  1. Zunächst wird ein starkes Magnetfeld erzeugt, das etwa 30.000-mal stärker ist als ein gewöhnlicher Magnet
  2. Dieses Feld richtet die Wasserstoffatome in unserem Körper in einer bestimmten Ordnung aus
  3. Anschließend werden kurze Radiowellen ausgesendet
  4. Diese Wellen stören vorübergehend die Ausrichtung der Wasserstoffatome
  5. Wenn die Radiowellen abgeschaltet werden, senden die Atome beim Zurückkehren in ihre ursprüngliche Ordnung Signale aus
  6. Diese Signale werden von speziellen Empfängern aufgefangen
  7. Computer verarbeiten diese Signale und erzeugen daraus detaillierte Bilder

Sie können sich diesen Vorgang folgendermaßen vorstellen: Stellen Sie sich vor, in einem Raum stehen Menschen ordentlich aufgereiht. Sobald Musik gespielt wird, beginnen alle zu tanzen und ihre Ordnung wird gestört. Wenn die Musik aufhört, kehren alle langsam an ihren ursprünglichen Platz zurück. Das MRT-Gerät zeichnet diese Bewegungen des „Zurückkehrens“ auf und ermöglicht uns dadurch zu verstehen, was in welchem Gewebe geschieht.

Wie entstehen MRT-Bilder?

Die Entstehung von MRT-Bildern gleicht beinahe einem Kunstwerk. Unterschiedliche Gewebe erzeugen je nach Wassergehalt und Verhalten ihrer Wasserstoffatome unterschiedliche Signale. Diese Signale werden anhand von zwei grundlegenden Parametern gemessen: den T1- und T2-Relaxationszeiten.

Die T1-Relaxationszeit zeigt, wie lange die Wasserstoffatome benötigen, um sich erneut entlang des Magnetfeldes auszurichten. Die T2-Relaxationszeit beschreibt hingegen, wie schnell die Atome durch ihre gegenseitige Wechselwirkung ihre Synchronisation verlieren. Diese Werte unterscheiden sich für jedes Gewebe. Zum Beispiel:

  • Fettgewebe: kurze T1, kurze T2
  • Wasser: lange T1, lange T2
  • Muskelgewebe: mittlere T1, mittlere T2

MRT-Techniker können diese Parameter durch unterschiedliche „Sequenzen“ hervorheben, abhängig davon, welches Gewebe dargestellt werden soll. Während anatomische Details auf T1-gewichteten Bildern deutlicher erscheinen, treten pathologische Veränderungen wie Ödeme und Infektionen auf T2-gewichteten Bildern stärker hervor.

Die Faktoren, die den Bildkontrast bestimmen, sind:

  • Protonen- beziehungsweise Wasserstoffdichte des Gewebes
  • T1- und T2-Relaxationszeiten
  • Blutfluss und Diffusionseigenschaften
  • Verwendete Sequenzparameter

Wo wird die MRT eingesetzt?

Die MRT kann nahezu alle Körperregionen darstellen, ist jedoch in einigen Bereichen besonders wertvoll:

Gehirn und Nervensystem:

  • Schlaganfall
  • Multiple Sklerose
  • Hirntumoren
  • Epilepsie
  • Demenz
  • Erkrankungen des Rückenmarks

Bewegungsapparat:

  • Meniskus- und Bandverletzungen
  • Knorpelschäden
  • Sehnenrisse
  • Knochenmarködem
  • Weichteiltumoren

Bauchraum und Becken:

  • Leberläsionen
  • Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse
  • Nierentumoren
  • Prostatakrebs
  • Gynäkologische Erkrankungen

Herz-Kreislauf-System:

  • Beurteilung des Herzmuskels
  • Herzklappenerkrankungen
  • Angeborene Herzfehlbildungen
  • Gefäßerkrankungen

Vorteile der MRT: Warum ist sie so wertvoll?

Die MRT besitzt gegenüber anderen bildgebenden Verfahren deutliche Vorteile:

  • Keine ionisierende Strahlung: Da keine Röntgenstrahlen verwendet werden, besteht kein Strahlenrisiko
  • Überlegener Weichteilkontrast: Besonders bei Gehirn, Rückenmark und Gelenken liefert sie sehr detaillierte Bilder
  • Vielseitigkeit: Mit unterschiedlichen Sequenzen können verschiedene Eigenschaften derselben Region beurteilt werden
  • Multiplanare Bildgebung: Es können Schnitte aus jedem Winkel aufgenommen werden, horizontal, vertikal oder schräg
  • Funktionelle Informationen: Es kann nicht nur die Anatomie, sondern auch die Funktion des Gewebes beurteilt werden

Die MRT ist ein unverzichtbares diagnostisches Instrument der modernen Medizin. Wie jede Technologie besitzt jedoch auch die MRT Einschränkungen und ist nicht für jede Situation geeignet. Diese Aspekte werden wir in den folgenden Abschnitten ausführlich behandeln.

Bei welchen Erkrankungen wird die MRT zur Diagnose eingesetzt?

Die MRT ist gewissermaßen das „Superauge“ der modernen Medizin. Selbst die komplexesten und am schwersten zugänglichen Regionen des Körpers können klar dargestellt werden. Aufgrund dieser Eigenschaft ist sie bei der Diagnose zahlreicher Erkrankungen zum Goldstandard geworden. Doch in welchen Situationen kann Ihr Arzt eine MRT anordnen? Hier sind die häufigsten Einsatzgebiete der MRT:

MRT bei neurologischen Erkrankungen: Die Karte des Gehirns und Nervensystems

Gehirn und Nervensystem gehören zu den Bereichen, in denen die MRT besonders wertvoll ist. Der ausgezeichnete Weichteilkontrast ermöglicht selbst die Darstellung kleinster Veränderungen im Hirngewebe.

  • Schlaganfall: Die MRT kann selbst in den ersten Stunden eines Schlaganfalls Schädigungen des Hirngewebes zeigen. Insbesondere die diffusionsgewichtete Bildgebung (DWI) erkennt schnell Bereiche, in denen die Blutversorgung unterbrochen ist. Für Ärzte, die nach dem Prinzip „Zeit ist Gehirn“ handeln, ist dies eine lebensrettende Information.
  • Multiple Sklerose (MS): Die charakteristischen Läsionen der MS erscheinen in der MRT als helle Punkte in der weißen Substanz. Die MRT ist sowohl für die Diagnose als auch für die Verlaufskontrolle der Erkrankung unverzichtbar. Die Verwendung von Kontrastmittel zeigt aktive Läsionen und unterstützt dadurch Therapieentscheidungen.
  • Hirntumoren: Die MRT zeigt Lage, Größe, Ausbreitung in umliegende Gewebe und Eigenschaften des Tumors. Fortgeschrittene Techniken wie Perfusions-MRT und Spektroskopie helfen dabei, den Tumortyp einzuschätzen und eine Biopsie zu planen.
  • Epilepsie: Bei Untersuchungen zur Bestimmung des Anfallsursprungs kann die MRT eine Hippokampussklerose oder kortikale Entwicklungsanomalien darstellen. Diese Information ist für die Planung einer operativen Behandlung von entscheidender Bedeutung.
  • Demenz: Bei Demenzformen wie der Alzheimer-Krankheit zeigt die MRT das Muster der Hirnatrophie beziehungsweise Schrumpfung. Eine Abnahme des Hippokampusvolumens kann ein frühes Anzeichen für Alzheimer sein.
  • Erkrankungen des Rückenmarks: Bandscheibenvorfälle, Spinalkanalstenosen, Tumoren und Infektionen können mit der MRT detailliert dargestellt werden. Selbst seltene Erkrankungen wie eine Syringomyelie im Rückenmark lassen sich klar erkennen.

Bewegungsapparat: Von Sportverletzungen bis Arthritis

Die MRT stellt die Weichteile des Bewegungsapparates ausgezeichnet dar. Während Röntgenaufnahmen Knochen zeigen, bildet die MRT Sehnen, Bänder, Knorpel und Muskeln ab.

  • Meniskusrisse: Risse dieser halbmondförmigen Knorpelstrukturen im Knie können mit hoher Genauigkeit in der MRT erkannt werden. Form und Lage des Risses beeinflussen die Therapieentscheidung, also ob konservativ oder operativ behandelt wird.
  • Bandverletzungen: Risse von Kniebändern wie dem vorderen Kreuzband (ACL) und hinteren Kreuzband (PCL) oder von Bändern des Sprunggelenks werden mit der MRT beurteilt. Ob ein Teilriss oder vollständiger Riss vorliegt, beeinflusst die Entscheidung für eine Operation.
  • Knorpelschäden: Schäden am Gelenkknorpel können ein frühes Zeichen für Arthritis sein. Bei der Beurteilung von Knorpeldicke und Knorpelintegrität ist die MRT der Röntgenaufnahme deutlich überlegen.
  • Sehnenpathologien: Risse oder Tendinopathien der Achillessehne, der Rotatorenmanschette an der Schulter oder der Patellarsehne am Knie können mit der MRT detailliert dargestellt werden.
  • Stressfrakturen: Diese bei Sportlern häufig auftretenden Frakturen sind auf Röntgenbildern möglicherweise nicht sichtbar. Die MRT zeigt das Ödem im Knochenmark und ermöglicht eine frühe Diagnose.
  • Weichteiltumoren: Tumoren, die aus Muskel-, Fett- oder Bindegewebe entstehen, können mit der MRT charakterisiert werden. Sie liefert Hinweise darauf, ob ein Tumor gutartig oder bösartig ist.

Kardiale MRT: Ein Blick in die Tiefe des Herzens

Da sich das Herz ständig bewegt, ist seine Darstellung schwierig. Die kardiale MRT wird mit dem EKG synchronisiert und beurteilt sowohl die Struktur als auch die Funktion des Herzens.

  • Herzinsuffizienz: Die linksventrikuläre Ejektionsfraktion, die zeigt, wie effektiv das Herz pumpt, kann mit der MRT sehr präzise gemessen werden. Dieser Wert beeinflusst Therapieentscheidungen und die Prognose.
  • Myokardinfarkt: Die MRT zeigt die vom Herzinfarkt betroffenen Regionen sowie Gewebe, das seine Lebensfähigkeit verloren hat und vernarbt ist. Diese Information beeinflusst Entscheidungen zur Revaskularisation beziehungsweise Wiedereröffnung der Gefäße.
  • Kardiomyopathien: Strukturelle Erkrankungen des Herzmuskels können anhand ihrer typischen MRT-Erscheinungsbilder erkannt werden. Es kann zwischen hypertropher, dilatativer und restriktiver Kardiomyopathie unterschieden werden.
  • Myokarditis: Eine Entzündung des Herzmuskels kann in der MRT durch charakteristische Kontrastierungsmuster erkannt werden. Dies ist besonders wertvoll bei jungen Patienten mit Brustschmerzen und EKG-Veränderungen.
  • Angeborene Herzerkrankungen: Angeborene Herzfehlbildungen können mit der MRT dreidimensional beurteilt werden. Selbst komplexe anatomische Strukturen lassen sich detailliert darstellen.

Onkologische Bildgebung: MRT bei Krebsdiagnose und Verlaufskontrolle

Die MRT spielt bei der Diagnose und Verlaufskontrolle vieler Krebsarten eine entscheidende Rolle. Der überlegene Weichteilkontrast ermöglicht die Erkennung von Tumoren in einem frühen Stadium.

  • Hirntumoren: Primäre Hirntumoren oder Metastasen werden mit hoher Empfindlichkeit in der MRT erkannt. Die Invasion in umliegende Gewebe und das Ausmaß des Ödems können beurteilt werden.
  • Lebertumoren: Hepatozelluläre Karzinome, Metastasen oder gutartige Läsionen wie Hämangiome und Adenome können mit der MRT charakterisiert werden. Dynamische kontrastverstärkte Untersuchungen zeigen die vaskulären Eigenschaften der Läsionen.
  • Prostatakrebs: Die multiparametrische Prostata-MRT wird zunehmend zur Erkennung verdächtiger Läsionen und zur Planung von Biopsien eingesetzt. Die PI-RADS-Klassifikation bewertet die Wahrscheinlichkeit, dass eine Läsion bösartig ist.
  • Rektumkarzinom: Die MRT beurteilt die lokale Tumorausbreitung und den Befall der Lymphknoten und ermöglicht dadurch eine präoperative Stadieneinteilung. Diese Information beeinflusst die Entscheidung über eine neoadjuvante Therapie, also Chemotherapie oder Strahlentherapie vor der Operation.
  • Gynäkologische Krebserkrankungen: Krebserkrankungen des Endometriums, des Gebärmutterhalses und der Eierstöcke werden mit der MRT beurteilt. Tumorgröße, Tiefe der Invasion in das Myometrium und Lymphknotenbefall können dargestellt werden.
  • Weichteilsarkome: Bei der präoperativen Beurteilung dieser seltenen Tumoren gilt die MRT als Goldstandard. Sie zeigt die Ausbreitung des Tumors zwischen Kompartimenten und seine Beziehung zu neurovaskulären Strukturen.

Abdominelle und pelvine MRT: Beurteilung der Organe im Bauchraum

Die Organe im Bauch- und Beckenbereich können mit der MRT detailliert untersucht werden. Besonders für Leber, Bauchspeicheldrüse, Nieren und Fortpflanzungsorgane liefert sie wertvolle Informationen.

  • Lebererkrankungen: Diffuse Erkrankungen wie Fettleber, Leberzirrhose und Hämochromatose sowie fokale Läsionen wie Zysten, Hämangiome, Adenome und Krebs werden mit der MRT beurteilt.
  • Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse: Pankreatitis, Bauchspeicheldrüsenkrebs und zystische Läsionen werden mit der MRT dargestellt. Die MRCP-Sequenz, die Magnetresonanz-Cholangiopankreatografie, zeigt Gallen- und Pankreasgänge nichtinvasiv.
  • Nierenerkrankungen: Nierenzysten, Tumoren und angeborene Anomalien werden mit der MRT beurteilt. Techniken, die kein Kontrastmittel erfordern, bieten Vorteile bei Patienten mit Niereninsuffizienz.
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: Bei Erkrankungen wie Morbus Crohn zeigt die MR-Enterografie Entzündungen der Darmwand und Komplikationen wie Stenosen und Fisteln.
  • Beckenbodendysfunktion: Die dynamische Beckenboden-MRT wird zur Beurteilung von Erkrankungen wie Prolaps und Inkontinenz eingesetzt.

Brust-MRT: Screening von Hochrisikopatientinnen

Die Brust-MRT ergänzt Mammografie und Ultraschall. Besonders wertvoll ist sie in folgenden Situationen:

  • Hochrisikogruppe: Sie wird beim Screening von Frauen mit hohem Risiko eingesetzt, beispielsweise bei Trägerinnen einer BRCA1- oder BRCA2-Genmutation.
  • Stadieneinteilung bei Brustkrebs: Sie wird zur Beurteilung der Ausdehnung eines bereits diagnostizierten Brustkrebses eingesetzt. Multifokale oder multizentrische Erkrankungen können dargestellt werden.
  • Beurteilung des Ansprechens auf eine neoadjuvante Therapie: Veränderungen der Tumorgröße vor und nach einer Chemotherapie können gemessen werden.
  • Komplikationen von Brustimplantaten: Bei der Beurteilung von Komplikationen wie einer Ruptur von Silikonimplantaten gilt die MRT als Goldstandard.

Pädiatrische MRT: Spezielle Anwendungen bei Kindern

Bei Kindern ist der Einsatz der MRT besonders wertvoll, da sie keine Strahlung verwendet. Aufgrund der Schwierigkeit, stillzuliegen, ist jedoch häufig eine Sedierung oder Narkose erforderlich.

  • Entwicklungsanomalien des Gehirns: Kortikale Fehlbildungen, Myelinisierungsstörungen und neurokutane Syndrome werden mit der MRT beurteilt.
  • Angeborene Herzerkrankungen: Komplexe angeborene Herzfehlbildungen können mit der MRT dreidimensional dargestellt werden.
  • Pädiatrische Onkologie: Tumoren im Kindesalter wie Neuroblastom, Wilms-Tumor und Medulloblastom werden mit der MRT beurteilt.
  • Muskuloskelettale Entwicklung: Wachstumsfugen und Knochenentwicklung können mit der MRT ohne Strahlenrisiko überwacht werden.

Funktionelle MRT (fMRT): Die Karte der Gehirnaktivität

Die funktionelle MRT ist eine spezielle Technik, die die Aktivität des Gehirns in Echtzeit darstellt. Wenn die Gehirnaktivität zunimmt, steigt der Blutfluss in diesem Bereich, und diese Veränderung kann mit der MRT erkannt werden.

  • Planung neurochirurgischer Eingriffe: Bei Operationen von Hirntumoren wird sie eingesetzt, um die Nähe des Tumors zu wichtigen Gehirnregionen für Sprache und motorische Funktionen zu beurteilen.
  • Neurodegenerative Erkrankungen: Bei Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson können Veränderungen der Aktivitätsmuster des Gehirns untersucht werden.
  • Neuropsychologische Forschung: Es kann untersucht werden, welche Gehirnregionen während bestimmter Aufgaben aktiviert werden.

MR-Angiografie: Die Karte der Blutgefäße

Die MR-Angiografie (MRA) ist eine spezielle MRT-Technik zur Darstellung von Blutgefäßen. Sie kann mit oder ohne Kontrastmittel durchgeführt werden.

  • Hirngefäße: Intrakranielle Aneurysmen, arteriovenöse Fehlbildungen und Stenosen können beurteilt werden.
  • Karotisarterien: Verengungen der Halsgefäße werden untersucht, um das Schlaganfallrisiko zu bestimmen.
  • Nierenarterienstenose: Verengungen der Nierenarterien, die eine Ursache für Bluthochdruck darstellen können, lassen sich erkennen.
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit: Verschlüsse der Beingefäße können beurteilt werden.

MRT in Notfallsituationen: Wann wird sie bevorzugt?

Da eine MRT-Untersuchung lange dauert, ist sie nicht in jedem Notfall die erste Wahl. In einigen Situationen liefert sie jedoch entscheidende Informationen:

  • Akuter Schlaganfall: In den ersten Stunden ist sie der CT bei der Darstellung ischämischer Bereiche überlegen. Besonders bei Infarkten der hinteren Schädelgrube ist sie wertvoll.
  • Rückenmarkkompression: Eine akute Kompression des Rückenmarks durch Metastasen, Bandscheibenvorfall oder epiduralen Abszess ist eine dringende Indikation für eine MRT.
  • Akute Aortendissektion: Bei Verdachtsfällen kann die MRT bei Patienten mit Kontrastmittelallergie bevorzugt werden.

Wann wird die MRT nicht bevorzugt?

Die MRT ist nicht in jeder Situation das beste bildgebende Verfahren. In einigen Fällen werden andere Methoden bevorzugt:

  • Akutes Trauma: Bei Patienten mit Mehrfachverletzungen, die eine schnelle Beurteilung benötigen, ist die CT praktischer.
  • Lungenerkrankungen: Das Lungenparenchym lässt sich mit der CT besser beurteilen.
  • Akute Bauchschmerzen: Bei Erkrankungen wie Appendizitis und Divertikulitis liefert die CT schnellere Ergebnisse.
  • Situationen, die eine detaillierte Knochendarstellung erfordern: Feine Knochenstrukturen werden mit der CT deutlicher dargestellt.

Beurteilung der MRT-Ergebnisse

MRT-Bilder werden von speziell ausgebildeten Radiologen beurteilt. Der Bericht besteht in der Regel aus folgenden Abschnitten:

  • Klinische Informationen: Beschwerden des Patienten und Grund der Untersuchung
  • Technische Einzelheiten: Verwendete Sequenzen und Parameter
  • Befunde: Detaillierte Beschreibung normaler und auffälliger Erscheinungsbilder
  • Ergebnis: Klinische Bedeutung der Befunde und mögliche Diagnosen
  • Empfehlungen: Empfehlungen für zusätzliche Untersuchungen oder Verlaufskontrollen

MRT-Ergebnisse werden in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden erstellt, können in Notfällen jedoch schneller berichtet werden. Es ist wichtig, die Ergebnisse immer gemeinsam mit Ihrem Arzt zu beurteilen, da die Befunde im klinischen Zusammenhang interpretiert werden müssen.

Die MRT-Technologie ist eines der leistungsstärksten diagnostischen Instrumente der modernen Medizin. Bei korrekter Indikationsstellung trägt sie wesentlich zur frühen Diagnose von Erkrankungen und zur richtigen Therapieplanung bei. Im nächsten Abschnitt werden wir die Sicherheit der MRT und die Frage behandeln, welche Personen keine MRT durchführen lassen sollten.

Häufig gestellte Fragen

Die Magnetresonanztomografie (MRT) ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem mithilfe starker Magnetfelder und Radiowellen detaillierte Bilder der inneren Körperstrukturen erzeugt werden. Sie verwendet keine Strahlung und wird bei der Diagnose zahlreicher Erkrankungen eingesetzt.
Eine MRT wird zur detaillierten Untersuchung von Gehirn, Wirbelsäule, Gelenken, Muskeln, Bändern, inneren Organen und Weichteilen durchgeführt. Sie wird häufig bei Schmerzen, Verletzungen, Tumorverdacht oder neurologischen Beschwerden eingesetzt.
Erkrankungen des Gehirns, Wirbelsäulenprobleme, Meniskusrisse, Bandverletzungen, Muskelerkrankungen, Tumoren, Gefäßprobleme und bestimmte Erkrankungen innerer Organe können mit der MRT beurteilt werden.
Nein, die MRT verwendet im Gegensatz zu Röntgen oder Computertomografie keine ionisierende Strahlung. Aufgrund dieser Eigenschaft gilt sie in vielen Situationen als sicheres diagnostisches Verfahren.
Die Untersuchungsdauer kann je nach untersuchter Körperregion und angewendetem Bildgebungsprotokoll variieren. In der Regel dauert die Untersuchung zwischen 15 und 60 Minuten, wobei der Patient stillliegen muss.
In einigen Fällen kann Kontrastmittel verwendet werden, um die Bildqualität zu verbessern und bestimmte Gewebe deutlicher zu beurteilen. Ob eine MRT mit Kontrastmittel erforderlich ist, wird vom Arzt entsprechend der Art der Erkrankung entschieden.
Personen mit Platzangst sollten das medizinische Team vor der Untersuchung darüber informieren. Bei Bedarf können unterschiedliche Geräteoptionen oder zusätzliche unterstützende Maßnahmen in Betracht gezogen werden.
Metallische Gegenstände müssen entfernt und vorhandene Implantate oder Geräte wie Herzschrittmacher angegeben werden. Wenn eine Untersuchung mit Kontrastmittel geplant ist, kann das medizinische Team über zusätzliche Vorbereitungen informieren.
Die Dauer der Befunderstellung kann je nach Gesundheitseinrichtung und Umfang der Untersuchung variieren. Die Bilder werden von einem Facharzt für Radiologie beurteilt, in einem Bericht zusammengefasst und an den zuständigen Arzt weitergeleitet.
Bei anhaltenden Schmerzen, neurologischen Beschwerden, Sportverletzungen, Gelenkproblemen oder Erkrankungen, die eine detaillierte Bildgebung erfordern, kann der Arzt bei entsprechender Notwendigkeit eine MRT-Untersuchung anordnen.
Aktualisierungsdatum: 24. Juli 2026

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