Eine Handgelenksfraktur entsteht, wenn einer oder mehrere der Knochen, aus denen das Handgelenk besteht, infolge eines Traumas ihre Kontinuität verlieren. Die häufigste Ursache ist das Abstützen der Hand auf dem Boden bei einem Sturz. Die Fraktur äußert sich durch starke Schmerzen, Schwellung, Fehlstellung und Bewegungseinschränkung.
Zu den Symptomen einer Handgelenksfraktur gehören plötzlich einsetzende starke Schmerzen, eine bei Bewegung zunehmende Druckempfindlichkeit, Blutergüsse und eine deutliche Fehlstellung des Handgelenks. In manchen Fällen können zusammen mit der Fraktur auch Nerven- oder Gefäßverletzungen auftreten, die eine sofortige Behandlung erfordern.
Die Diagnose wird durch eine klinische Untersuchung und direkte Röntgenaufnahmen gestellt. Art und Lage der Fraktur sowie der Zustand der Knochenfragmente bestimmen den Behandlungsplan. Falls erforderlich, können auch weiterführende bildgebende Verfahren wie die Computertomografie eingesetzt werden. Eine korrekte Diagnose ist für den Heilungsverlauf von großer Bedeutung.
Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören die Ruhigstellung mit Gips oder Schiene, die geschlossene Reposition und operative Fixationsverfahren. Während des Heilungsprozesses spielen Physiotherapie und Rehabilitation eine entscheidende Rolle bei der Erhaltung der Gelenkbeweglichkeit. Bei geeigneter Behandlung sind die funktionellen Ergebnisse in der Regel erfolgreich.
| Was Sie wissen sollten | Information |
| Definition | Eine Handgelenksfraktur ist ein traumatisch bedingter Bruch der distalen Enden von Radius, Ulna oder beider Knochen. Sie entsteht meist durch einen Sturz, eine Sportverletzung oder einen Verkehrsunfall. |
| Häufigkeit | Sie tritt in allen Altersgruppen auf, besonders häufig bei älteren Menschen mit Osteoporose und bei Kindern während aktiver Spiele. |
| Ursachen | Druck auf die Hand bei einem Sturz, sportliche Aktivitäten, Verkehrsunfälle, direkte Schläge oder Knochenschwäche wie Osteoporose. |
| Symptome | Schmerzen, Schwellung, Blutergüsse, Bewegungseinschränkung, Fehlstellung und Druckempfindlichkeit am Handgelenk, manchmal Taubheitsgefühle in der Hand oder den Fingern. |
| Diagnosemethoden | Durch körperliche Untersuchung und Röntgenaufnahmen werden Art und Lage der Fraktur bestimmt. In unklaren Fällen kann eine detaillierte Beurteilung mittels CT oder MRT erfolgen. |
| Frakturtypen | Colles-Fraktur: dorsale Abweichung des distalen Radiusendes. Smith-Fraktur: volare Abweichung des distalen Radiusendes. Barton-Fraktur: Fraktur mit Beteiligung der Gelenkfläche. Galeazzi-Fraktur: distale Radiusfraktur mit Subluxation des distalen Radioulnargelenks. |
| Behandlung – Konservativ | Bei nicht verschobenen oder stabilen Frakturen erfolgt eine Ruhigstellung mit Gips oder Schiene. Regelmäßige Kontrollen und Rehabilitation sind erforderlich. |
| Behandlung – Operativ | Bei verschobenen, instabilen, die Gelenkfläche betreffenden oder offenen Frakturen erfolgt eine operative Fixierung mit Platte, Schrauben oder externem Fixateur. |
| Postoperative Versorgung | Kontrolle von Schmerzen und Schwellung, Wundpflege, Ruhigstellung, schrittweise Belastungssteigerung und Wiederherstellung der Funktion durch Physiotherapie. |
| Rehabilitation | Erhaltung des Bewegungsumfangs von Hand und Fingern, Muskelkräftigung, Gelenkmobilisation und Anpassungsübungen für alltägliche Aktivitäten. |
| Komplikationen | Ausbleibende Knochenheilung, Fehlheilung, Infektion, Nerven- oder Gefäßverletzung, Bewegungseinschränkung, Sehnenreizung. |
| Nachsorge | Die Knochenheilung wird durch radiologische Kontrollen, klinische Untersuchungen und Funktionstests überwacht. |
| Prognose | Sie variiert je nach Frakturtyp, Behandlungsmethode und Alter. Bei geeigneter Behandlung und Rehabilitation wird bei den meisten Patienten die vollständige Funktion wiederhergestellt. |
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Was ist eine Handgelenksfraktur?
Eine Handgelenksfraktur ist ein Anriss oder vollständiger Bruch eines oder mehrerer Knochen, aus denen das Handgelenk besteht, nämlich Radius, Ulna oder der kleinen Handwurzelknochen. Sie entsteht meist dadurch, dass bei einem Sturz das Körpergewicht auf die Hand einwirkt. Die Fraktur äußert sich durch Schwellung, Blutergüsse, Schmerzen und Bewegungseinschränkung. Die Diagnose wird durch Röntgenaufnahmen gestellt, und die Behandlung kann je nach Frakturtyp einen Gips, eine Schiene oder einen operativen Eingriff umfassen.
Welche Arten von Handgelenksfrakturen treten am häufigsten auf?
Nicht jede Handgelenksfraktur ist gleich. Eine Fraktur richtig zu klassifizieren, ist nicht nur eine medizinische Benennung, sondern ein entscheidender Schritt, um die richtige Behandlung festzulegen und vorherzusagen, wie gesund Ihr Handgelenk in Zukunft sein wird. Bei der Beurteilung von Frakturen betrachten wir einige grundlegende Merkmale.
Die Einteilung nach dem Verhältnis der Fraktur zum Gelenk lautet wie folgt:
- Intraartikuläre Fraktur
- Extraartikuläre Fraktur
Intraartikuläre Frakturen sind Frakturen, bei denen die Bruchlinie bis zur glatten Knorpeloberfläche des Gelenks reicht. Dies ist schwerwiegender, da dadurch die perfekte Mechanik des Gelenks beeinträchtigt wird. Wenn diese Frakturen nicht vollständig rekonstruiert werden, kann bereits die kleinste Unebenheit auf der Gelenkfläche mit der Zeit zu Arthrose und anhaltenden Schmerzen führen. Bei extraartikulären Frakturen erreicht die Bruchlinie das Gelenk nicht, was in der Regel einen einfacheren Heilungsverlauf bedeutet.
Auch nach dem Zustand der Knochenfragmente wird eine Einteilung vorgenommen:
- Stabile Fraktur
- Dislozierte Fraktur
- Mehrfragmentfraktur
Bei stabilen Frakturen sind die Knochenenden ausgerichtet und nicht verschoben. Bei dislozierten Frakturen sind die Knochenfragmente aus ihrer normalen Position verrutscht. Mehrfragmentfrakturen sind Frakturen, bei denen der Knochen in mehr als zwei Teile zerbrochen ist. Sie entstehen meist durch schwerere Traumata und sind schwieriger zu behandeln.
Schließlich erfolgt auch eine Einteilung nach dem Zustand der Haut:
- Geschlossene Fraktur
- Offene Fraktur
Eine offene Fraktur ist ein äußerst dringlicher Zustand, bei dem das gebrochene Knochenende die Haut durchdringt und nach außen tritt oder sich im Verletzungsbereich eine tiefe Wunde bis zum Knochen erstreckt. Da die Hautbarriere unterbrochen ist, besteht ein sehr hohes Risiko, dass der Knochen mit Keimen in Kontakt kommt und sich infiziert. Dieser Zustand erfordert eine sofortige operative Reinigung und Stabilisierung.
Wie lässt sich eine Handgelenksfraktur von einer Verstauchung unterscheiden?
Schmerzen, Schwellung und Blutergüsse am Handgelenk nach einem Sturz werfen die Frage auf: „Ist es gebrochen oder nur verstaucht?“ Dies ist eines der Themen, nach denen unsere Patienten am häufigsten fragen und über die sie sich am meisten sorgen. Obwohl sich die Symptome beider Zustände sehr ähneln, gibt es wichtige Unterschiede, und eine korrekte Diagnose ist für die richtige Behandlung unverzichtbar. Bei einer Fraktur ist die Kontinuität des Knochens unterbrochen, während bei einer Verstauchung die Bänder, also die festen Fasern, die die Knochen miteinander verbinden, überdehnt oder gerissen sind.
Es gibt einige wichtige Hinweise, die auf eine Fraktur hindeuten:
- Ein deutliches „Knacken“ oder „Krachen“ im Moment der Verletzung.
- Deutlich stärkere, scharfe und unerträgliche Schmerzen.
- Eine sichtbare Fehlstellung, Krümmung oder abnorme Haltung des Handgelenks, beispielsweise eine „Gabeldeformität“.
- Die Unmöglichkeit, das Handgelenk zu bewegen, oder eine extreme Bewegungseinschränkung.
- Extreme Druckempfindlichkeit bei Berührung der Frakturstelle.
- Gefühlsstörungen wie Taubheit, Kribbeln oder Blässe der Finger.
Diese Anzeichen müssen jedoch nicht immer so eindeutig sein. Manchmal kann ein feiner, nicht verschobener Riss weniger schmerzhaft sein als eine schwere Bandverletzung. Deshalb ist es nach einer Handgelenksverletzung am sichersten, bei Unsicherheit einen Orthopäden aufzusuchen und eine Röntgenaufnahme anfertigen zu lassen. Eine übersehene Fraktur kann dazu führen, dass der Knochen in einer falschen Position verheilt und lebenslange Funktionseinschränkungen entstehen.
Wie beeinflusst Osteoporose das Risiko einer Handgelenksfraktur?
Osteoporose, also Knochenschwund, ist eine Erkrankung, die die innere Struktur der Knochen unbemerkt schwächt und sie porös und brüchig wie einen Schwamm macht. Bei einer betroffenen Person kann bereits ein einfacher Sturz, den ein junger und gesunder Mensch problemlos überstehen würde, zu einer schweren Fraktur führen. Der Zusammenhang zwischen Handgelenksfrakturen und Osteoporose ist so stark, dass eine Frau über 50 Jahren, die aus dem Stand stürzt und sich das Handgelenk bricht, für uns häufig das erste und wichtigste „Warnsignal“ oder die „Alarmglocke“ für einen zugrunde liegenden Knochenschwund darstellt.
Das bedeutet, dass wir nicht nur die aktuelle Fraktur behandeln, sondern auch die allgemeine Knochengesundheit des Patienten genau untersuchen müssen. Denn ein heute leicht gebrochenes Handgelenk kann ein Vorbote einer deutlich gefährlicheren und potenziell lebensbedrohlichen Hüftfraktur von morgen sein. Deshalb ist es ein wesentlicher Bestandteil eines ganzheitlichen Gesundheitsansatzes, Patienten, die nach einem niedrigenergetischen Trauma eine Handgelenksfraktur erlitten haben, unbedingt auf Osteoporose zu untersuchen und bei Bedarf eine Behandlung einzuleiten, um künftig schwerwiegendere Frakturen zu verhindern.
Welche Aktivitäten erhöhen das Risiko einer Handgelenksfraktur?
Nahezu jede körperliche Aktivität mit hohem Sturzrisiko bringt potenziell auch ein erhöhtes Risiko für eine Handgelenksfraktur mit sich. Manche Sportarten und Aktivitäten begünstigen solche Verletzungen aufgrund ihrer Art besonders stark.
Zu diesen Aktivitäten gehören:
- Snowboarden
- Skifahren
- Inlineskaten
- Skateboarden
- Fußball, insbesondere auf Kunstrasen
- Rugby
- Reiten
- Gymnastik
- Trampolinspringen
Wie kann das Risiko einer Handgelenksfraktur verringert werden?
Obwohl sich unerwartete Unfälle nicht vollständig verhindern lassen, können Sie das Risiko einer Handgelenksfraktur durch einige vorbeugende Maßnahmen erheblich reduzieren. Dies beruht auf drei grundlegenden Strategien: die Knochen stärken, Stürze verhindern und in riskanten Situationen Schutzmaßnahmen ergreifen.
Zu den Maßnahmen zur Stärkung Ihrer Knochen gehören:
- Eine kalziumreiche Ernährung mit Milchprodukten und grünem Blattgemüse.
- Eine ausreichende Vitamin-D-Zufuhr durch Sonnenlicht und Nahrungsergänzungsmittel.
- Gewichtsbelastende Übungen wie zügiges Gehen und leichtes Joggen.
- Mit dem Rauchen aufhören.
- Besonders für ältere Menschen sind Maßnahmen zur Vermeidung von Stürzen im häuslichen Umfeld von entscheidender Bedeutung.
- Kleine Teppiche und Kabel, über die man stolpern könnte, entfernen.
- Sicherstellen, dass das Haus und insbesondere die Treppen gut beleuchtet sind.
- Haltegriffe im Bad und in der Toilette montieren.
- Stabile Handläufe an Treppen anbringen lassen.
- Auf rutschige Böden achten und Schuhe mit rutschfester Sohle tragen.
- Wenn Sie Hochrisikosportarten ausüben, ist die Verwendung von Schutzausrüstung eine sinnvolle Investition.
- Speziell für Sportarten wie Inlineskaten, Skateboarden und Snowboarden entwickelte Handgelenkschützer tragen.
Welche Symptome treten bei einer Handgelenksfraktur auf?
Wenn Sie eine Handgelenksfraktur erleiden, sendet Ihr Körper Ihnen recht eindeutige Signale. Diese Symptome zu erkennen hilft Ihnen zu verstehen, wann Sie medizinische Hilfe benötigen.
Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Plötzlich einsetzende, scharfe und starke Schmerzen im Moment der Verletzung.
- Eine rasch auftretende und zunehmende Schwellung rund um das Handgelenk.
- Blutergüsse infolge von Blutungen unter der Haut.
- Eine sichtbare Fehlstellung oder Krümmung des Handgelenks.
- Extreme Druckempfindlichkeit bei Berührung der Frakturstelle.
- Zunehmende Schmerzen beim Versuch, die Hand oder die Finger zu bewegen.
- Eine deutliche Abnahme der Greif- oder Druckkraft.
- Taubheit, Gefühllosigkeit, Kribbeln oder Nadelstiche in den Fingern.
Insbesondere Taubheitsgefühle in den Fingern können darauf hindeuten, dass Knochenfragmente oder die Schwellung Druck auf einen wichtigen Nerv ausüben. Dieser Zustand erfordert eine sofortige Behandlung.
Wann sollte man bei Verdacht auf eine Handgelenksfraktur nach einer Verletzung einen Arzt aufsuchen?
Nach einer Handgelenksverletzung erfordern manche Symptome, dass Sie ohne Zeitverlust eine Notaufnahme oder einen Orthopäden aufsuchen. Diese „Warnzeichen“ können auf ein schwerwiegenderes Problem hinweisen, und eine frühzeitige Behandlung kann bleibende Schäden verhindern.
In den folgenden Situationen sollten Sie unverzüglich medizinische Hilfe in Anspruch nehmen:
- Wenn die Schmerzen unerträglich stark sind.
- Wenn eine deutliche Fehlstellung, Verbiegung oder ein abnormaler Winkel des Handgelenks vorliegt.
- Wenn der gebrochene Knochen die Haut durchdrungen hat und nach außen getreten ist.
- Wenn Taubheit, Kribbeln oder Gefühlsverlust in den Fingern begonnen haben.
- Wenn Ihre Finger blass oder bläulich geworden sind, da dies auf eine beeinträchtigte Durchblutung hinweisen kann.
Wenn Ihre Schmerzen leichter sind, keine deutliche Fehlstellung vorliegt und kein Gefühlsverlust in den Fingern besteht, können Sie die Situation zunächst mit Erste-Hilfe-Maßnahmen wie Kühlung, Hochlagerung des Arms über Herzhöhe und Stabilisierung mit einer einfachen Schiene behandeln und am nächsten Tag einen Arzt aufsuchen. Denken Sie jedoch daran, dass es bei Unsicherheit immer am sichersten ist, einen Facharzt zu konsultieren.
Warum unterscheidet sich eine Kahnbeinfraktur von anderen Arten von Handgelenksfrakturen?
Unter den acht kleinen Handwurzelknochen unseres Handgelenks gilt das Kahnbein aufgrund seiner besonderen Eigenschaften als „problematischer“ Knochen. Deshalb erfordert eine Kahnbeinfraktur im Vergleich zu anderen Handgelenksfrakturen besondere Aufmerksamkeit und Fachkenntnis. Der Hauptgrund dafür ist seine äußerst empfindliche und schwache Blutversorgung. Das Kahnbein erhält sein Blut gewissermaßen über eine Einbahnstraße, nämlich nur von einem Ende aus. Wenn die Frakturlinie den Eintrittsweg dieser Blutgefäße unterbricht, kann ein Teil des Knochens nicht mehr mit Blut versorgt werden.
Dies bringt das Risiko schwerwiegender Komplikationen mit sich.
- Ausbleibende Knochenheilung: Aufgrund der unzureichenden Durchblutung können sich die Frakturenden nicht vereinigen und der Knochen heilt nicht. Dies kann zu anhaltenden Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Funktionsverlust führen.
- Avaskuläre Nekrose: Im schlimmsten Fall verliert der nicht mehr durchblutete Knochenanteil seine Vitalität und „stirbt ab“. Dies kann zum Zusammenbruch des Knochens und zu einer irreversiblen Arthrose des Handgelenks führen.
- Risiko des Übersehens: Kahnbeinfrakturen können besonders dann, wenn sie nicht verschoben sind, auf den ersten Röntgenaufnahmen leicht übersehen werden.
Aus diesen Gründen wird bei einem Patienten, der nach einem Sturz im Bereich an der Daumenbasis, der als „anatomische Tabatière“ bezeichnet wird, druckempfindlich ist, auch bei unauffälligem Röntgenbild zunächst von einer Kahnbeinfraktur ausgegangen. Das Handgelenk wird geschient und kontrolliert. Falls erforderlich, wird die endgültige Diagnose mit weiterführenden bildgebenden Verfahren wie einer MRT gestellt. Auch die Behandlung wird unter Berücksichtigung dieser empfindlichen Situation geplant und umfasst eine langfristige Ruhigstellung im Gips oder meist einen operativen Eingriff mit einer Schraube.
Welche Arten von Handgelenksfrakturen können ohne Operation heilen?
Eine der häufigsten Fragen unserer Patienten lautet, ob jede Fraktur operiert werden muss. Die gute Nachricht ist, dass viele Handgelenksfrakturen ohne Operation erfolgreich mit konservativen Methoden behandelt werden können. Eine nichtoperative Behandlung kommt meist dann in Betracht, wenn sich die Knochenfragmente in einer akzeptablen Position befinden oder durch eine einfache Maßnahme, die geschlossene Reposition, wieder korrekt ausgerichtet werden können.
Für eine nichtoperative Behandlung eignen sich in der Regel folgende Situationen:
- Stabile, also nicht verschobene Frakturen.
- Frakturen, die die Gelenkfläche nicht betreffen.
- Nicht mehrfragmentäre Frakturen, bei denen der Knochen in zwei Teile gebrochen ist.
- Frakturen, deren Position nach einer geschlossenen Reposition erhalten bleibt.
Bei der Behandlungsentscheidung berücksichtigen wir nicht nur die Röntgenbilder. Auch Faktoren wie Alter, Beruf, tägliches Aktivitätsniveau und allgemeiner Gesundheitszustand des Patienten spielen eine wichtige Rolle. Bei einem älteren und weniger aktiven Patienten können beispielsweise sehr kleine Abweichungen der Knochenausrichtung toleriert werden, während bei einem jungen Sportler oder einem Musiker, der seine Hände intensiv nutzt, eine perfekte Heilung angestrebt wird, wodurch eine Operation wahrscheinlicher wird.
Wie verläuft die Gipsbehandlung bei einer nichtoperativ behandelten Handgelenksfraktur?
Wenn sich Ihre Fraktur für eine nichtoperative Behandlung eignet, umfasst der Heilungsverlauf in der Regel die Schritte der „geschlossenen Reposition“ und der „Immobilisierung“. Dies ist kein passiver Prozess nach dem Motto „Gips anlegen und vergessen“, sondern eine aktive Behandlungsphase, die regelmäßige Kontrollen erfordert. Wenn die Knochenfragmente verschoben sind, besteht der erste Schritt darin, sie in ihre korrekte anatomische Position zurückzubringen. Dies bezeichnen wir als „geschlossene Reposition“. Sie wird in der Regel unter örtlicher Betäubung durchgeführt, sodass der Patient keine Schmerzen verspürt. Der Arzt bringt die Knochen durch einen kontrollierten Zug am Handgelenk und vorsichtige äußere Druckmanöver auf die Frakturfragmente in die richtige Position.
Nachdem die Knochen korrekt ausgerichtet wurden, wird das Handgelenk fixiert, um diese Position zu erhalten. Da in den ersten Tagen eine verletzungsbedingte Schwellung auftritt, wird in der Regel zunächst eine einseitig offene Schiene verwendet, die Platz für die Schwellung lässt. Nach dem Abschwellen wird auf einen vollständig zirkulären Gips gewechselt, der eine stabilere Unterstützung bietet. Die durchschnittliche Dauer der Gipsbehandlung bei einer Handgelenksfraktur beträgt etwa sechs Wochen. Während dieser Zeit werden jedoch insbesondere in den ersten drei Wochen wöchentliche Röntgenkontrollen durchgeführt, um sicherzustellen, dass sich die Knochen im Gips nicht verschoben haben. Diese Kontrollen sind von entscheidender Bedeutung, da sie die Möglichkeit bieten, eine mögliche Fehlheilung frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Wann wird eine Operation bei einer Handgelenksfraktur zwingend erforderlich?
Die Entscheidung für eine Operation basiert auf einer Reihe objektiver Kriterien, die bewerten, wie stark die Fraktur langfristig Ihre Handgelenksfunktion beeinträchtigen könnte. Ziel ist es, von Anfang an eine Fehlheilung zu verhindern, die künftig zu Schmerzen, Steifheit und Arthrose führen könnte.
Die folgenden Situationen erfordern in der Regel einen operativen Eingriff.
- Instabile Fraktur: Frakturen, die selbst nach einer geschlossenen Reposition im Gips dazu neigen, erneut zu verrutschen.
- Nicht akzeptable Ausrichtung: Wenn die Verschiebung oder Abwinkelung zwischen den Knochenfragmenten über den tolerierbaren Grenzen liegt.
- Intraartikuläre Fraktur: Wenn sich die Frakturlinie bis zur Gelenkfläche erstreckt und dort eine Stufe oder einen Spalt von mehr als 2 mm verursacht. Dies erhöht das spätere Arthroserisiko erheblich.
- Offene Fraktur: Dringliche Situationen, in denen der gebrochene Knochen die Haut durchdrungen hat und ein Infektionsrisiko besteht.
- Mehrfragmentfraktur: Situationen, in denen der Knochen in zahlreiche Teile zerbrochen ist und eine Stabilisierung mit Gips nicht möglich ist.
- Begleitverletzungen: Wenn zusammen mit der Fraktur eine bedeutende Nerven-, Gefäß- oder Sehnenverletzung aufgetreten ist.
- Erfolglose konservative Behandlung: Wenn sich die Position der Fraktur während der Gipskontrollen verschlechtert.
Bei jungen, aktiven Menschen, die ihre Hände intensiv einsetzen, kann selbst bei grenzwertig akzeptablen Frakturen häufiger eine operative Behandlung bevorzugt werden, um eine schnellere Genesung zu ermöglichen und die Funktion zu maximieren.
Wie wird eine Handgelenksfraktur operiert?
Der heutige Goldstandard bei der operativen Behandlung verschobener Handgelenksfrakturen ist die „offene Reposition und interne Fixation“, kurz ORIF. Diese Operation wird in der Regel unter Vollnarkose oder einer Regionalanästhesie durchgeführt, bei der nur der Arm betäubt wird. Der Chirurg setzt meist einen Schnitt auf der Handflächenseite des Handgelenks. Nachdem die Frakturstelle erreicht wurde, werden die Knochenfragmente unter direkter Sicht wie die Teile eines Puzzles anatomisch exakt wieder zusammengesetzt.
Nachdem diese Ausrichtung erreicht wurde, werden eine speziell entwickelte Platte, meist aus Titan, und Schrauben verwendet, um die Knochen bis zur Heilung in dieser Position zu halten. Diese Platte wird auf die Knochenoberfläche geschraubt und bildet entlang der Frakturlinie eine stabile Stütze. Dieses Material wirkt während der Knochenheilung gewissermaßen wie ein „innerer Gips“ und verhindert, dass sich die Fraktur bewegt. Die bei der Operation verwendeten Platten und Schrauben verbleiben in der Regel dauerhaft und müssen nicht durch eine zweite Operation entfernt werden, solange sie keine Beschwerden verursachen. Der größte Vorteil dieser Technik besteht darin, dass der Patient dank der starken Stabilität der Fraktur nicht lange einen Gips tragen muss. Bereits kurze Zeit nach der Operation kann der Patient mit Unterstützung einer abnehmbaren Schiene beginnen, die Finger und sogar das Handgelenk frühzeitig zu bewegen. Diese frühe Mobilisation spielt eine entscheidende Rolle bei der Vorbeugung der Gelenksteifigkeit, der langfristig am meisten gefürchteten Komplikation.
Wie lange dauert der Heilungsverlauf bei einer Handgelenksfraktur?
Eine der Fragen, die unsere Patienten am meisten beschäftigt, lautet: „Wann wird mein Handgelenk wieder gesund sein?“ Die Heilung ist ein Prozess, der sich von Person zu Person und je nach Schweregrad der Fraktur unterscheidet und Geduld erfordert. Die knöcherne Heilung ist dabei nur der erste Schritt. Die grundlegende Knochenheilung der meisten Handgelenksfrakturen dauert etwa sechs bis acht Wochen. Bis Ihr Handgelenk jedoch seine vollständige Funktion wiedererlangt und Steifheit sowie Schmerzen vollständig verschwunden sind, können drei Monate bis zu einem Jahr oder manchmal sogar noch länger vergehen.
Zu den Anzeichen der Heilung einer Handgelenksfraktur gehören:
- Eine allmähliche Abnahme der Schmerzen und das Wegfallen des Bedarfs an Schmerzmitteln.
- Ein langsames Verschwinden von Schwellung und Blutergüssen.
- Eine langsame Zunahme der Beweglichkeit nach Entfernung des Gipses oder der Schiene.
- Die Wiederkehr der Greifkraft durch Physiotherapie.
Ein wichtiger Punkt ist, dass die Schmerzen meist lange bevor der Knochen stark genug ist, den Belastungen normaler Aktivitäten standzuhalten, nachlassen. Dies kann dazu führen, dass Patienten sich bereits geheilt fühlen und frühzeitig riskante Bewegungen ausführen. Deshalb ist es für die Erhaltung des guten Behandlungsergebnisses sehr wichtig, die Aktivitätseinschränkungen Ihres Arztes genau einzuhalten.
Welche Rolle spielt Physiotherapie nach einer Handgelenksfraktur?
Ihr Heilungsverlauf endet nicht, nachdem der Knochen verheilt oder die Operation abgeschlossen ist. Tatsächlich beginnt dann eine der wichtigsten Phasen: Physiotherapie und Rehabilitation. Wenn das Handgelenk wochenlang unbeweglich bleibt, führt dies zwangsläufig zu Gelenksteifigkeit, Muskelschwäche und Funktionsverlust. An diesem Punkt ist die Physiotherapie unser stärkstes Mittel, um das Verlorene zurückzugewinnen. Bewegungseinschränkungen nach einer Handgelenksfraktur gehören zu den häufigsten Problemen, und das Hauptziel der Rehabilitation besteht darin, dieses Problem zu lösen.
Ein Physiotherapeut oder spezialisierter Handtherapeut erstellt ein individuell auf Sie abgestimmtes Übungsprogramm. Die Ziele dieses Programms sind:
- Steifheit in Handgelenk und Fingern zu beseitigen.
- Den verlorenen Bewegungsumfang, etwa Beugung und Drehung des Handgelenks, wiederherzustellen.
- Geschwächte Muskeln zu kräftigen.
- Greifkraft und feinmotorische Fähigkeiten wie Schreiben oder Knöpfen wiederzuerlangen.
- Die funktionelle Nutzung des Handgelenks wiederherzustellen und die Rückkehr in den Alltag zu beschleunigen.
Ganz oben auf der Liste der Maßnahmen nach einer Handgelenksoperation stehen diese Übungen, die mit Zustimmung Ihres Arztes begonnen und regelmäßig durchgeführt werden müssen. Ihre konsequente Teilnahme am Rehabilitationsprogramm und die regelmäßige Durchführung der Übungen sind die wichtigsten Faktoren, die den Erfolg der Behandlung und die zukünftige Leistungsfähigkeit Ihres Handgelenks unmittelbar beeinflussen.
Wird das Handgelenk nach einer Handgelenksfraktur wieder vollständig wie früher?
Gegen Ende der Behandlung ist dies die natürlichste Frage jedes Patienten. Die langfristigen Erwartungen nach einer Handgelenksfraktur hängen weitgehend von der Schwere der ursprünglichen Verletzung, der Qualität der angewendeten Behandlung, dem Alter des Patienten und seiner Teilnahme am Rehabilitationsprozess ab. Die überwiegende Mehrheit der Patienten kehrt nach Behandlung und Rehabilitation erfolgreich zu ihrer früheren Arbeit, ihren Hobbys und sportlichen Aktivitäten zurück.
Es ist jedoch wichtig, realistisch zu bleiben. Eine vollständige Genesung, also die Wiederherstellung des maximalen Bewegungsumfangs und der Kraft, kann mindestens ein Jahr dauern. Während dieser Zeit ist es normal, insbesondere bei Wetterwechseln oder nach belastenden Aktivitäten leichte Schmerzen oder ein Ziehen im Handgelenk zu verspüren. Besonders nach mehrfragmentären und intraartikulären Frakturen kann eine gewisse dauerhafte Steifheit oder Bewegungseinschränkung im Handgelenk verbleiben. Diese verbleibenden Symptome sind jedoch meist leicht und beeinträchtigen die allgemeine Armfunktion und Lebensqualität der Person nicht wesentlich. Unser grundlegendes Behandlungsziel besteht darin, durch eine anatomische Heilung ein schmerzfreies, stabiles und funktionelles Handgelenk zu erreichen und Ihnen eine möglichst schnelle und gesunde Rückkehr in Ihr Leben zu ermöglichen. Mit Geduld, der richtigen Behandlung und einer konsequenten Rehabilitation sind die langfristigen Ergebnisse für die große Mehrheit der Patienten mit einer Handgelenksfraktur sehr zufriedenstellend.
Häufig gestellte Fragen
Aus welchen Gründen entsteht eine Handgelenksfraktur am häufigsten?
Welche Symptome erfordern bei einer Handgelenksfraktur eine sofortige Untersuchung?
Wie wird eine Handgelenksfraktur diagnostiziert und welche bildgebenden Verfahren werden verwendet?
Kann eine Handgelenksfraktur mit einem Gips behandelt werden?
In welchen Fällen wird bei einer Handgelenksfraktur eine Operation empfohlen?
Wie lange dauert die Genesung nach einer Operation wegen einer Handgelenksfraktur?
Welche Komplikationen können entstehen, wenn eine Handgelenksfraktur nicht behandelt wird?
Warum ist Physiotherapie nach einer Handgelenksfraktur wichtig?
Welche Maßnahmen können zur Vorbeugung einer Handgelenksfraktur getroffen werden?
Wann sollte bei einer Handgelenksfraktur ein Orthopäde aufgesucht werden?
Quellenverzeichnis
https://my.clevelandclinic.org/health/diseases/broken-wrist-wrist-fracture
https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/broken-wrist/symptoms-causes/syc-20353169

Prof. Dr. Murat Demirel, 1974 yılında Ankara’da doğmuş, 1998 yılında Ankara Üniversitesi Tıp Fakültesi’nden mezun olmuştur. Aynı yıl Ankara Numune Eğitim ve Araştırma Hastanesi 1. Ortopedi ve Travmatoloji Kliniği’nde uzmanlık eğitimine başlamış ve 2004 yılında Ortopedi ve Travmatoloji Uzmanı unvanını almıştır. Uzmanlık sonrası dönemde kas-iskelet sistemi hastalıklarının cerrahi ve konservatif tedavilerine odaklanmış, yenilikçi ortopedik yaklaşımları klinik pratiğine entegre etmiştir.
Omuz, diz, kalça ve ayak bileği eklemlerine yönelik ileri düzey cerrahi uygulamalarda uzmanlaşan Prof. Dr. Demirel; omuz artroskopisi, diz protezi, robotik cerrahi, kök hücre tedavisi ve PRP uygulamaları konularında deneyim sahibidir. Güncel ortopedi pratiğinde fonksiyonel sonuçları artıran minimal invaziv ve biyolojik tedavi yöntemlerini önceliklendirmektedir.
Halen Ankara’daki özel kliniğinde ortopedi ve travmatoloji alanında hasta kabul eden Prof. Dr. Murat Demirel, ileri görüntüleme teknolojileri ve multidisipliner yaklaşımla kişiye özel tedavi planları oluşturmaktadır. Cerrahi ve rejeneratif ortopediyi birleştiren vizyoner yaklaşımıyla, hareket sistemi hastalıklarının tedavisinde yaşam kalitesini merkeze alan modern çözümler sunmaktadır.

